Das historische Ehrenmal 1919 - 2018 

Die Gedenkstätte 1919 - 1928

Die Gedenkstätte für die Gefallenen und Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges wird auch als Ehrenmal bezeichnet und wurde auf die ehemaligen barocken Gartenanlagen des Prinzen Georgs errichtet unterhalb seines Schlosses an der Georgenstraße (1720 entstanden, heute Hugenottenstraße. 1919 wurde vom Kurhessischen Kriegerbund ein Antrag gestellt , eine Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs zu errichten. Prof. Hans Sautter schlug den Terrassengarten des Prinzen Georgs vor, 1919 ein verwildeter und verschlossener Garten des Generalkommandos, um hier das Ehrenmal gestalten zu können. Die einst nach weitgreifenden Plänen Landgraf Karls und von du Ry gebaute Anlage, wurde nun umgestaltet. Von der Affenalle aus führte ein breiter weg auf die Terrasse zu, erweiterte sich zu einem großen Rundplatz, dessen Mittelpunkt ein Springbrunnen darstellte. Weiter führte ein Weg zu den Terrassen, deren Wänd emit wein oider Efeu berangt waren. Der Gartensaal, der nach oben die Terrassenanlage krönte, wurde zu einer Rumeshalle umgestaltet. Das Ehrenmal ist in vier Ebenen unterteilt, die mit jeweils vier doppelläufigen, gewendeten und streng symmetrischen Treppen verbunden sind.

Das Ehrenmal in der Karlsaue. Sautter schuf für die Ruhmeshalle die Skulptur “ Der Gefallene” . Die nackte in ein Tuch halbverhüllte Figur, ohne Stahlhelm und Waffe, wurde unter den Nationalsozialisten abgedeckt. An den Wänden brachte man Gedenktafel für die Gefallenen verschiedener Regimenter des Ersten Weltkrieges an. Die Einweihung des schon früher fertig gestellten Ehrenmals wurde am Muttertag 1922 vorgenommen. Zu einer richtigen Einweihungsfeier kam es nicht. Ein katholischer und evangelischer Geistlicher und ein Rabbiner sprachen.Keine Efrwähnung der Stadt und vom Kurhessischen Kriegerbund,nicht einmal Prof. Sautter wurde erwähnt. Es war merkwürdig, dass alle Kreise der Bevölkerung nicht der Einweihung beiwohnen konnten, als ob die Gefallenen nicht die Einwohner der Stadt Kassel und für das Volk ihr Leben gelassen hätten. (Heinrich Vogt, Erinnerungen) Im Zweiten Weltkrieg wurde die Gefallenen Gedenkstatt zerstört. Der Wiederaufbau wurde 1955 abgeschlossen und weitere Gedenktafeln angebracht, wobei aller Opfer der beiden Weltkriege gedacht wurde. In der Stadtverordnetenversammlung 1920 “Es handelt sich hier um eine Anlage, wie sie wohl keine anderen Stadt in Deutschland besitzt., schwärmte am Montag den 15. November 1920 der sozialdemokratische Stadtverordnete und Dipl. Ing.Otto Voepel. Der Plan wurde einstimmig genehmigt. Bereits 1919 hatte der Kurhesssische Kriegerbund. Durch seinen Sprecher Mühlenbesitzer Heinrich Vogt den Antrag zur Schaffung einer Gedenkstätte gestellt. Vogt hatte einen Platz nahe dem Tiergarten vorgeschlagen, wurde aber von Professor Hans Sautter überzeugt, auf dem verwilderten und verschlossenen Garten des Generalkommandos, des früheren Palais des Prinzen Georg, die Gefallenen Gedenkstatt zu errichten. Prof. Sautter war seit 1921 Direktor der Kunstgewerbeschule und von 1924 bis 1928 Leiter des Wohnungsamtes, übernahm die künstlerische Leitung des Projektes, Vogt die gesamtbauliche. Von der “Affenallee” ausführte ein breiter Weg auf die Terrasse zu, erweiterte sich zu einem großen Rundplatz. Dessen Mittelpunkt ein Springbrunnen darstellte. Weiter führte der Weg zu den Terrassen, deren Wände mit Wein und Efeu berankt waren. In der vom Krieg heimgesuchten Stadt konnten.

Umstrittene Einweihung

Im Jahr 1922 konnten nach Reinigung und bauliche Sanierung der Anlage Ehrentafeln verschiedener Regimenter angebracht werden. Über die Gestaltung und Durchführung der Einweihung im Jahr 1926 gab es Auseinanderetzung zwischen dem Kurhessischen Kriegerbund und der Stadtverwaltung, wobei der Traditionsverband die Teilnahme des republikanischen und SPD-nahen Reichsbanners verhindern wollte. Der Magistrat verzichtete auf die Teilnahme und keine Vertreter der Kommune, außer wenigen rechtsgerichteten Stadtverordneten, waren anwesend.


Feierliche Einweihung am 23. September 1928

Erst am 23. September 1928 erfolgte die feierliche Einweihung durch Oberbürgermeister Stadler und die Enthüllung von Sautters Bildwerk „Der Gefallene“, unter Beteiligung des Reichsbanners Schwarz-Rot.Gold, Vertretern von Politik und Behörden. Unter Protest gegen ene solchermaßen demokratische Veranstaltung blieben Stahlhelm und Rotfront der Veranstaltung fern. Den früheren Gartensaal, den oberen Abschluss der Anlage, ließ Sautter zu einer Art Ruhmeshalle oder Weihehalle umgestalten, konnten sich Krieger,- Traditions- oder Kameradschaftsverbände nicht durchsetzen, so dass es dort nur die Veranstaltungen oder Kranzniederlegungen zum Volkstrauertag gibt.

„Der Gefallene“ von Hans Sautter in der Ruhmeshalle. In dessen Mitte legte Sautter eine rechteckige Vertiefung an, eine Gruft, die an ein Grab erinnern konnte. Dort positionierte er seine Skulptur, eine aus „gutem deutschen Unterberger Marmor (Kasseler Tageblatt“) geschaffene menschliche Gestalt, eines „Jünglings“eingeschlagen in ein fahnenartives Tuch. Schon allein wegen dieser Intension kann das Kasseler Ehrenmal als eine Besonderheit gelten. Im Vergleich mit den nach dem I. Weltkrieg allerorts erbauten Kriegerdenkmälern erweist sich Hans Sautters Werk als wohltuende Alternative.Stehen in nahezu allen Fällen die pompöse Herorisierung des Soldatentodes und die Kultivierung nationalstaaatlicher Mythen im Vordergrund, hebt Sautters Gefallener auf die todbringenden Folgen kriegerischen Handelns ab und schließt tendenziell auch nichtmilitärische Opfer mit ein.Seine Arbeit gab der Gedenkstätte am Auehang den entscheidenden und eindrucksvollsten Impuls. Damit schuf Sautter eine Atmosphäre feierlicher Trauer, die ein Gedenken des Krieges fernab jedweder Heroisierung nahelegte. Sautters Arbeit, so Oberbürgermeister Stadler, bei der offziellen Einweihung im September 1928 verdeutlicht, dass die Kriegergedächnisstätte Abschluss und Weihe durch Meister Hans Sautters ergreifendes Bildwerk des Gefallenen. Unsere toten Brüder, so Stadler weiter, die als deutsche Männer in Vaterlands Pflicht und Opfer ihr Höchstes, ihr Blut gegeben haben, damit Deutschland lebe, sind Mahnung und Vorbild (gewohnte retorische Formeln, wie sie auch zu den Vertretern von Traditionsverbänden gern hörten... ) und Stadler „weiter „sie sind vestorben im festen Glauben an des Vaterlandes Größe und Einheit, aber auch nach der unsäglichen Sehnsucht nach Frieden im Herzen. Uns erwacht Pflicht und Aufgabe, ihr Vermächtnis wachzuhalten und ihnen nacheifernd in Treue, Opfersinn und Brüderlichkeit Kraft und Können einzusetzen für des Vaterlandes Erstarkung und Aufstieg, aber auch ( ab hier im liberalen Kasseler Tageblatt fett hervorgehoben,A. L.) mitzubauen an den Dämmen, durch die der Sintflut eines neuen Krieges die stärke menschlicher Verbundenheit entgegengestemmt wird.“

Das war eine Botschaft ganz im Sinne des Künstlers Sautter, die aber Rechtskonservative und Revanchisten nicht zu akzeptieren bereit waren.. Anders als die gemeinhin üblichen Kriegerdenkmäler war Sautters Werk nämlich nicht dazu angetan, vaterländisches Heldentum und nationalistische Euphorie zu preisen.


In Angesichts der Toten in den Weltkriegen und hier im Ersten Weltkrieg.

1933 - 1945  Die nationale Gesinnung war im deutschen Blut eingepflanzt.

Gleich nach der Machtübernahme startete die Kurhessische Landeszeitung eine Kampagne gegen das verhasste Denkmal. Vor allem geriet Hans Sautter, als Direktor der Kunstgewerbeschule abgesetzt, in die Kritik. Sein Nachfolger im Amt des Schulleites, Dr. Georg Blaß, polemisierte gegen Sautters Werk: ...es drückt nicht den heldischen Gedanken aus, und wie könnte das auch sein, wenn der Verferrtiger Marxist und Pazifist ist und zu einer Clique von Gott sei Dank jetzt endgültig beseitigten „Führern“ der vergangenen unerfreulichen und schmachvollen Epoche gehörte.“ Und schließlich heißt es in einem Leserbrief eines „Pg. Kupfer“ ... „fort mit dem pazifistischen Dreck!“ 1938 ließen die Machthaber den „Gefallenen“ überdecken und die Gruft schließen.


1945 – 1957 - Einweihung am 14.11.1954

Nach Kriegsschäden war auch die Skulptur Sautters verschüttet. Nachdem sie 1951 wieder ausgegraben wurde, konnte das Mahnmal nach Beseitigung der Schäden und kleiner Veränderungen am 14.11.1954 wieder eingeweiht werden. Auch jetzt gab es wieder den Streit um die zentrale Frage: Heldenverehrung oder Trauer um die Opfer. Die Wogen schlugen hoch, als der Deutsche Gewerkschaftsbund am 23.02.1955 am Ehrenmal eine Kundgebung gegen die Wiederbewaffnung plante. Soldatenverbände und konservative Kräfte versuchten mit allen Mitteln die Veranstaltung zu verhindern, vergebens. Wenig später konnten die Soldatenvereinigungen am 15.5.1955 dagegen eine neue Gedenktafel für Angehörige der Falken-Division anbringen und mit einer mächtigen Kundgebung ihre Position zur Politik der Zeit an die Öffentlichkeit bringen. Tafeln für weitere Einheiten, die am Zweiten Weltkrieg teilnahmen folgten: 1956 Traditionsverband der 255. Infanteriedivision, Aufklärungsgruppe F 22 und 1957 der Traditionsverband der 87. Infanterie und der ehemaligen 2. Thüringschen Inf. Rgt. Nr.32 .



Der Gefallene“

In der Ehrenhalle ruht der von Hans Sautter geschaffene“Der Gefallene“ der von den nationalistischen Presse und patriotischen Vereine und Parteien verunglimpft und nach der Machtübernahme durch eine Kampagne gegen das Denkmal und den Künstler Hans Sautter verschärft wurde. Sie plazierten in den Medien das Unwort „Sautterleiche“, die Gestalt eines „Jünglings“ , keines Soldaten, der ohne pompöse Herorisierung des Soldatentodes an die todbringenden Folgen kriegerischen Handelns hinweisst „und die Skulptur schliesst auch nichtmilitärische Opfer mit ein. Seine Arbeit gab der Gedenkstätte den entscheidenden und eindrucksvollsten künstlerischen Impuls“,(Soweit Alexander Link) Da Hans Sautter aus München kam, kannte er sicher die Skulptur „Ruhender Krieger“ des Bildhauers Bernhard Bleeker in der Gedenkstätte vor dem Bayerischen Armeemuseum in München, die 1924 fertiggestellt wurde, aber er seinen toten Soldaten in Uniform und mit Stahlhelm ausführte. Also eine andere Aussage erhält als die von Sautter. Bei der offiziellen Einweihungsfeier im September 1928: führte Stadler auch aus „ die Botschaft von Sautters Kunstwerk ist, sie sind gestorben im festen Glauben an des Vaterlands Größe und Einheit, aber auch mit einer unsäglichen Sehnsucht nach Frieden im Herzen. Uns erwacht Pflicht und Aufgabe, ihr Vermächtnis wachzuhalten und ihnen Treue und Opfersinn, Brüderlichkeit, Kraft und Können einzusetzen für des Vaterlands Erstarkung und Aufstiegund mitzubauen an den Dämmen, durch die der Sintflut eines neuen Krieges die Stärke menschlicher Verbundenheit entgegengestemmt wird.“

Das war eine Botschaft ganz im Sinne des Künstlers Sautter, die aber Rechtskonservative und Revanchisten nicht zu akzeptierten bereit waren.


Da die Gedenkstätte im II. Weltkrieg durch Bomben stark beschädigt wurde, setzte sich Stadtrat Heinrich Pfennig für den Erhalt und Umgestaltung des Ehrenmals ein. So konnte die Gedächtnisstätte 1954 erneut eingeweiht werden. 1920 formulierte der Antragfsseller in der Stadtverordnetenversammlung: „Es handelt sich um eine Anlage,wie sie wohl keine andere Stadt Deutschlands besitzt.“ meinte der SPD-Stadtverordnete Otto Voepel, beim Einbringen des Antrages in der Stadt-verordnetenversammlung am 15.11.1920. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.



Biografie Prof. Hans Sautter

Sie hier Ihren eigenen Text ein.

Prof. Hans Sautter

wurde am 5.5.1877 in München geboren und starb am 15.12. 1961 in Kassel. Nach dem Studium an der Kunstakademie München war er ab 1906 als Bildhauerlehrer in der Kunstgewerbeschule tätig. 1919 erfolgte die Ernennung zum Professor. 1924 – 1928 war er Stadtrat und leitete das Wohnungsamt in Kassel. Er trug massgeblich mit Anregungen und Plänen zur Stadtentwicklung bei. 1931 wurde er Direktor der Kunstgewerbeschule, bis diese von den Naionalsozialisten in die Staatliche Meisterschule für das Deutsche Handwerk umgewandelt wurde. Damit ging seine Entlassung einher. Bei der Ernennung Sautters sagte Dr. Friedeburg, die Ernennung des Professors falle mit der Absicht des Kulturministers zusammen, die Kunstgewerbeschule umzuformen,“ Sautter: “Die Schule müsse sich der Aufgabe als Werkschule wieder bewusst werden und Handwerk und Technik zur Grundlage eines freien Schaffens machen. Diese Arbeit bilde nicht nur Gehilfen und Meister sie schaffe auch den Staatsbürger, denn Deutschland werde nur von seinen Arbeitenden geformt und gesichert werden.“ Zwei Jahre später verwandelten die Nationalsozialisten sie dann in eine „Staatliche Meisterschule für das deutsche Handwerk.“ Dem bisherigen Direktor Sautter verbaten sie am 5. Mai 1933 das Betreten seiner Schule.

Sautter wurde in der NS-Zeit mehrmals verhaftet und politisch verfolgt.

Die Bomben des 22. Oktober 1943 zerstörten das Schulgebäude.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er weiter als Bildhauer in Kassel tätig. Er schuf u.a. Skulpturen. Bedeutsam für Kassel sind seine Gedenkstätten, zum einen die Kurhessische Kriegergedächnisstätte am Ort des ehemaligen barocken Terrassengartens des Prinz-Georg-Gartens, entstanden 1720, bzw. Ehrenmal in der Karlsaue, dessen künstlerische Gestaltung er leitete und für das er die Skulptur „Der Gefallene“ in der Ruhmeshalle schuf. Heinrich Vogt vom Kurhessischen Kriegerbund übernahm die gesamte bauliche Leitung. Das Ehrenmal ist in vier Ebenen unterteilt, die mit jeweils vier doppelläufigen gewendeten und streng symmetrischen Treppen verbunden sind. Den Abschluss bildete die Ruhmeshalle, ein Umbau des ehemaligen Gartensaals. An den Wänden brachte man Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges der verschiedenen Regimenter des Ersten Weltkrieges an. Die offizielle Einweihung erfolgte im September 1928 durch Oberbürgermeister Stadler.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Denkmal zerstört. Man beschloss den Wiederaufbau und legte die verschüttete Skulptur „Der Gefallene“ frei.


Die Kunstgewerbeschule zog nach Wiederaufnahme des Unterrichts in Ziegenhain, in eine Baracke an der Goetheanlage, 1949 in der Kaserne an der Eugen-Richter-Straße und ging mit dieser in der Gesamthochschule auf. bevor sie als „Werkkunstschulen“ in das neue Gebäude in der Karlsaue zog und sich mit der Akademie für bildende Künste vereinigte Heute ist sie umbenannt als Kunsthochschule und ein teilautonomes Glied der Universität Kassel mit Sitz an der Menzelstraße in der historischen Karlsaue.




Mahnmal für die Opfer des Faschismus

Und zum anderen das Mahnmal für die Opfer des Faschismus im Fürstengarten in der Weinbergstraße. Er hat dafür bei einem Wettbewerb 1951 den ersten Preis gewonnen. Das Objekt ist in Form eines offenen Rundbaus gestaltet, prägend ist u.a. die bronzene Dornenkrone in der Mitte des Denkmals, das 1953 eingeweiht wurde.



Bedeutung des Ehrenmals


Eine Gruppe interssierter Bürger setzten sich für die Wiederherstellung der Anlageein, wie sie bei der Ersteinweihung 1928, bzw. 1955 der Öffentlichkeit übergeben wurde. Als Anregung sind besprochen worden

  • zwei Stileichen sollen auf jeder Ebene nach historischem Vorbild

gepflanzt werden.

- Die Öffentlichkeit soll hergestellt und ausgebaut werden.

Die Öffentlichkeit werde sich aber schon allein daraus ergeben, dass die Anlage dann neu sei und die Gustav-Mahler-Treppe im Zuge ihrer Sanierung gesperrt werde; wer dann von der Bellevue/Stadt Kassel zur Karlsaue gelangen wolle, müsse unweigerlich durch das Ehrenmal oder direkt am Ehrenmal vorbeilaufen.

- 92 Steintafeln sollen erhalten und gereinigt werden.

- Eingangs- und Erklärungstafeln sind grundsätzlich eine gute Idee.

Die genaue Ausgestaltung werde aber nach Rücksprache und in Absprache mit dem Land Hessen (Staatskanzlei) erfolgen, da man ein möglichst einheitliches Erscheinungsbild bei ähnlichen Anlagen in ganz Hessen erreichen möchte. Die Tafeln sollen außerdem so gestaltet werden, dass sie das Ensemble nicht stören. Welche Form dazu die geeignetste sei, müsse noch festgestellt werden, „aber sicher keine einfache Plastiktafel.


Die MHK bewertet die Dokumentation der Anlage als äußerst wichtig und absolute Priorität, um als Teil der Dokumentation eine Buch zu erstellen, das auch für einen eventuellen friedenspädagogischen Lernort verwendet werden kann.

Die MHK lobt ausdrücklich das Engagement und das Wissen der Arbeitsgruppe

und möchte das Wissen der Arbeitsgruppe unbedingt konservieren und darauf zugreifen, sodass unbedingt zur Anfertigung einer Begleitpublikation geraten wird.

Diese solle dann auch unbedingt veröffentlicht werden. Gelder für die Veröffentlichung ließen sich beim Kulturamt der Stadt Kassel für solche Projekte beantragen. Die MHK könne aber unter Umständen auch finanzielle Unterstützung leisten. Die Dokumentation ist für die MHK Zeichen des bürgerschaftlichen Engagements.


Die Skulptur „Der Gefallene“ steht im Mittelpunkt des Ehrenmals und wird mit dem Künstler Hans Sautter eingehend gewürdigt. Die Einweihung des Denkmals 1928 wird ausführlich behandelt. Die Entstehungsgeschichte der Anlage gehört ebenso dazu wie die Erklärung zu den Inschriften der Steintafeln, die viel über die Einsatzorte, Anzahl der Gefallenen und Ziele der Einheiten aussagen.

Man müsse den Menschen sagen „Die Einheiten – sind auch Eure Väter und Großväter“

In der Anfangsphase, also direkt nach der Eröffnung des dann sanierten Ehrenmales, soll der Sicherheitsdienst der MHK die Anlage in kürzerer Frequenz bestreifen.

Friedenpädagogischer Lernort:

Die Anlage ist für ein friedenspädagogischer Lernort sehr gut geeignet,

Begleitmaterial steht zur Verfügung.


Die einzelnen Kapitel des Buches beschäftigen sich mit dem „Gesicht des Krieges“, Krieg in der Stadt, Massenvernichtungswaffen zeigen die Technisierung, Industriealisierung und das Massensterben an und behandeln auch den Gaskrieg und den Stellungskampf wie in Verdun oder im Zweiten Weltkrieg brutal in Stalingrad, wo die Vernichtung der 29. Artillerie und 15. Infanterie sowie der Weg in die Gefangenschaft eine große Rolle spielt. Beispiel Kriegsverbrechen. Es werden Fragen aufgeworfen: Was erlebt der Mensch im Krieg und welchen Zwängen ist er ausgesetzt. Es werden auch die Folgen von Krieg, Gefangenschaft und Vertreibung dargestellt, um das Gedenken an verstorbenen Soldaten in einem größeren Zusammenhang betrachten zu können.

Die Pflicht zur Landwehr Wehrpflicht,Territorialheer,Landesverteidigung und die Teilnahme an Feldzügen (Feldheer, Freiwillienarmee und Berufsheer wird verständlich. Militär muss als Struktur verstanden werden,in dem ein System der strukturellen Gewalt wirksam ist, dem sich der Soldat nicht leicht entziehen kann.


Über 100 Jahre Ende Erster WELTKRIEG

Zum Jahrestag,100 Jahre Kriegsende des Ersten Weltkrieges am 11.11. 1918, wurde an die Millionen Opfer gedacht, die dieser industriealisierte Krieg mit sich brachte. Als die nordhessischen Regimenter wieder nach Kassel heimkehrten, fanden sie eine veränderte politische Situation vor, das Kaiserreich gab es nicht mehr. Der Arbeiter- und Soldatenrat hatte Ruhe und Ordnung sicherzustellen.

Viele Familien beklagten den Verlust ihrer Männer und Söhne und mussten in dieser schweren Zeit das Überleben sicherstellen, dazu kam die Versorgung der Kriegsversehrten. Das Elend war auf den Straßen sichtbar. Die Stadtverordnetenversammlung beschoss 1919 eine“Kriegergedächnisstätte zu bauen. Am Auehang wurde sie gebaut und 1928 eingeweiht. Nun konnten die Hinterbliebenen an diesem Ort ihre Trauer zum Ausdruck bringen.

Die Teilnehmer des Ersten Weltkrieges erfüllte eine große Sehnsucht nach Frieden und es erwachte die Pflicht und Aufgabe einen nächsten Krieg zu verhindern. Es geht nicht um die Ehre, Heimat, Vaterland, Treue und Opferbereitschaft, sondern um die Schrecken des Krieges, besonders den jungen Menschen klarzumachen.

Das Beispiel von Wilhelm Witte, Frankfurter Straße 46, der sich im August 1914 freiwillig zu den „167er“ meldete, weil bei der Luftwaffe eine längere Wartezeit bestand und er annahm, dass es dringend sei, sofort eingezogen zu werden, um den Krieg nicht zu verpassen.

Die Erziehung in der Schule und der Propaganda in den Medien zeigte Wirkung. Am 5. November 1914 wurde nach Flandern ausgerückt. 14 Tage später ist er mit 18 Jahren gefallen.

Der vorherrschende Nationalismus und Militarismus, die Erziehung in den Schulen und in der natinalen, völkischen Presse verführte diese jungen Menschen zum freiwilligen Diensteintritt. Die Begriffe Ehre, Heldentum, Vaterland, Treue propagiert und gingen in Stalingrad verloren, was blieb ist die Kameradschaft im Elend.

Wir dürfen nicht den Krieg und seine Ziele verherrlichen, sonden im Mittelpunkt stehen die Soldaten, denn der verursachte Zivilisationsbruch war unermesslich und die zivilen und militärischen Opferzahlen noch höher. An der Front war die Gewalt schon vorhanden, sie musste nicht erlernt werden.

Im Ersten Weltkrieg stehen Flandern und Verdun sowie die Schlachten an der Marne und Somme für unermeessliche Leiden und Qualen, im Zweiten Weltkrieg Stalingrad. Stalingrad wird ein Kapitel beanspruchen, um die obengenannten Begriffe zu belegen und die Sinnlosigkeit des Krieges zu verdeutlichen.

Welche Ziele gab es? Eroberung, Ausbeutung, Unterwerfung, Kolonialisierung. Das Ehrenmal sollte die Erinnerung an die Kriegstoten beider Weltkriege wachhalten und am 11. November, Tag des Waffenstillstandes 1918, als Gedenktag eingeführt werden. Der Volkstrauertag ist ein nationaler Gedenktag und bezieht auch die zivilen Opfer mit ein.


Klar hervorgehoben werden auch die Unterschiede beider Weltkriege, die in ihrer Struktur lagen, vor allem in dem Ausmass der Rassenideologie, Völkermord durch die nationalsozialisitsche Gewaltherrschaft. Kriegsverbrechen auf deutscher Seite gab es auch im Ersten Weltkrieg, das zeigen die Greultaten in Lüttich und Löwen .

Ziel musss sein, den pazifistischen Gedanken Hans Sautters Werk Künstler des „Der Gefallene“in den Mittelpunkt der Diskussion und bei Begehung des „Ehrenmals“ zu stellen. Wir ehren die Gefallenen nicht, sondern wir gedenken ihrer und sollten das auch bei Begehungen der Gedenkstätte zum Ausdruck bringen. Über 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges stellt sich die Frage, ob man die Erinnerungstafeln dem „kontrollierten Verfall“ aussetzten sollte, denn die Wiederherstellung zerstört die Authensität des Denkmals. Das Ehrenmal als einem authentischen Lernort auszuweisen scheint angemessen und so wird der Ort für zukünftige Generationen erlebbar.

Der Besucher des Denkmals soll die Schrecken des Krieges kennen und Friedesgedanken vermittelt bekommen, das wird besonders in dem Kapitel der „Versehrten“ dargestellt. Das Leben im Schützengraben in Wasser und Schlamm mit Ratten und Läusen. Und vor dem Graben liegen Leichen über Leichen, Verwundete, die nicht versorgt werden konnten. Ein Junge schrie dauernd nach seiner Mama bei dem tagelangen Dauerbeschuss (nicht nur bei der deutschen Armee).

Die Schlacht glich einer Fabrik, eine Technisierung und Idustriealisierung des Krieges und die Soldaen wurden zur Schlachtbank geführt. Der Giftgaseinsatz macht die Menschenverachtung des Krieges deutlich.“ „Soldaten haben die Gewalt nicht erfunden, sondern an der Front vorgefunden.“

Der Kaiser: „So muss denn das Schwert entscheiden.“ Diese Vorstellung vom Krieg war weit verbreitet. Aber die Veränderung in Heereswesen und Taktik war schon vorgenommen. Die neue Kriegstechnik erprobt und die Aufrüstung, die Truppenverstärkungen, 1906 und 1908 diskutiert. 1914 überhebliche Österreicher stützten sich auf die Bündnistreue Preußens und erklärten Serbien den Krieg, was den Ersten Weltkrieg auslöste, denn die Bündnisse wurden abgerufen.

Nationalismus und Militarismus fördern die Kriegsbereitschaft

Vertreter des Bürgertums feierten die Verkündung des Kriegszustands und der militärischen Mobilmachung Anfang August 1914. Sie beriefen sich nicht auf die Armee oder den Kaiser sondern ganz auf das Volk und die Nation, ein Neuanfang nationaler Gemeinschaftsbildung begünstigt die Bildung einer politischen Kultur, in der eine Bewegung wie der Nationalsozialismus gedeihen konnte.

Nicht das abstrakte Ideal nevellierender Gleichheit, sondern die organisatorische Ordnung militärischer Kameradschaftlichkeit diente als optimal politischer Vergesellschaftung, später kam der Begriff „Volksgemeinschaft“ hinzu.

Der Nationalismus und Liberalismus beherrschten die Folgezeit bis weit ins 20. Jahrhundert. Die Fahne Schwarz-Rot-Gold kamen aus den Uniformen des Freikorpsverbandes Lützow während des Befreiungskampfes gegen Napoleon. Sie wurden zu den deutschen Farben, Einheit und Freiheit Deutschlands. Der Funke sprang nicht auf die Länder des Deutschen Bundes über. Die Lieder wie „Die Wacht am Rhein“ stehen für diesen Freiheitsdrang, den Heinrch Heine forderte sowie Feiheitsrechte und den Einheitsstaat. Freiheit und Einheit waren jetzt gegen den Obrigkeitstaat gerichtet und wurden immer wieder belebt. 16 Jahre nach der 1848er Revolution begann Preußen den Einheitsstaat zu verwirklichen.

Das Wilhelminische Bürgertum stützte die Militarisierung des öffentlichen Lebens, der zum Alltag gehörende Kommandoton, den ständigen Drill in Schulen und Hochschulen und die national-pathetischen Phrasen des Kaisers. Alles diente zur Vorbereitung des Ersten Weltkrieges.


Aber der Schwerpunkt der Krisenherde lag auf dem Balkan, die Balkankriege konnten gerade beigelegt werden, als das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajewo am 28. Juni 1914 erfolgte. Die Österreicher wollten den Krieg, um auch auf dem Balkan klare Verhältnisse zu schaffen. Am 29. Juli schlugen Granaten österreichischer – ungarischer Geschütze in der Serbischen Hauptstadt Belgrad ein. Es folgte die Allgemeine Mobilmachung in Wien, St. Petersburg und Berlin. Die deutsche Heeresleitung plante einen Überraschungsangriff auf Frankreich, um zu einem schnellen Sieg zu kommen. „Es gab nur dieses Zeitfenster, um siegreich zu sein und einen Zweifrontenkrieg zu vermeinden.“

Am 1. August überquerten deutsche Truppen die Grenze zu Luxemburg, drei Tage später fielen sie in Belgien ein. Für die Engländer war der Angriff auf Belgien zwingend, um Deutschland den Krieg zu erklären und Belgien zur Seite zu stehen, damit die Küste von der deutschen Armee nicht besetzt wird.

In Deutschland wurde die Mobilmachung mit großer Begeisterung auf den Straßen gefeiert und die Soldaten wurden mit Blumensträußen an den Straßen zum Bahnhof verabschiedet.


(Kriegergedächnisstätte, heute Ehrenmal)

wie zur Einweihung 1928;

- Stileichen zwei auf jeder Ebene (Säuleneichen wie 1928)

- Öffentlichkeit herstellen,

- Steintafel reinigen und erhalten

- Begleitbuch als Zeichen bürgerschaftichen Engagements

- Prof. Hans Sautter und die Skulptur „Der Gefallene“

Wiederherstellung der Anlage wie zur offiziellen Einweihung 1928 (1955) mit Stil-eichen und Wiederherstellung der Steinplatten ist gewährleistet. Es wird geprüft,ob der Brunnen und der Weg zur „Straße an der Karlsaue“ wieder gebaut werden kann.

Da bei der Beantragung der Haushaltsmittel für die Sanierung des Ehrenmals die Bedeutung der Brunnenanlage nicht bekannt gewesen sei, wurden auch die Mittel für deren Wiederherstellung nicht mit einbezogen.

Die Wiederherstellung der Anlage (Affenallee und Brunnen) würde die Wegebeziehung im Park erheblich ändern und wäre damit ein Problem für den gesamten Park, dass erst abgeschätzt werden müsse.

Eine Tendenz dahingehend kann erst frühestens nach Abschluss der Planungen für den Rosenhang, also in etwa einem Jahr, gegeben werden. (Arnold)

Die Stileichen werden nach historischem Vorbild gepflanzt.


Öffentlichkeit sei der wichtigste Faktor für die Sicherheit. (Eberle)

Die Öffentlichkeit werde sich aber schon allein daraus ergeben, dass die Anlage dann neu sei und die Gustav-Mahler-Treppe im Zuge ihrer Sanierung gesperrt werde; wer dann von der Bellevue/Stadt Kassel zur Karlsaue gelangen wolle, müsse unweigerlich durch das Ehrenmal oder direkt am Ehrenmal vorbeilaufen.


Der Name der Anlage kann nicht oktroyiert werden. (Eberle)

Der Name der Anlage „Ehrenmal“ ist in der Bevölkerung bekannt und akzeptiert.

Möglicherweise kann in entsprechenden Tafeln der Zusatz „[…] heute würden wir es eher als Gedenkstätte betrachten“. enthalten sein.

Wenn die Bevölkerung in einigen Jahren selbst einen anderen Namen wählt, dann soll es so sein. Aber kein vorgegebener, neuer Name mit Deklarationsakt

Die Steintafeln sollen in situ erhalten und gereinigt werden.

Bei der Bearbeitung der Tafeln seien aber denkmalpflegerische Richtlinien einzuhalten; d.h. nicht mehr lesbare Tafeln können nicht ersetzt werden und nicht rekonstruierbare Tafeln können nicht mit QR-Code versehen werden. Dies sei ein zu großer Eingriff in die Substanz und das Ensemble.Eingangs- und Erklärungstafeln sind grundsätzlich eine gute Idee.

Die genaue Ausgestaltung werde aber nach Rücksprache und in Absprache mit dem Land Hessen (Staatskanzlei) erfolgen, da man ein möglichst einheitliches Erscheinungsbild bei ähnlichen Anlagen in ganz Hessen erreichen möchte.

Die Steintafeln sollen außerdem so gestaltet werden, dass sie das Ensemble nicht stören. Welche Form dazu die geeignetste sei, müsse noch festgestellt werden, „aber sicher keine einfache Plastiktafel“. (Eberle)


Realitätsnahe Dokumentation über das Leiden der Soldaten im Ersten Weltkrieg


Es kam mir (Heinz Körner) darauf an, dass die Kriegsrealität dargestellt und auch in den Kriegstagebüchern realitätsnah geschildert wird. Die Beschreibung auf den Steintafeln kann den Leidensweg der Soldaten wiedergeben und einen bezug zum Kasseler Kasernenstandort herstellen, so dass Erkenntnisse über die geschichtliche Entwicklung der Garnison gewonnen werden kann. Die Garnison Kassel und ihr Schicksal wird verdeutlicht. Es werden auch Einblicke über die Situation Kassels im Krieg angesprochen.

Die MHK gibt der Dokumentation absolute Priorität, denn sie besitzt einen hohen Stellenwert, der die Sanierung des historischen Denkmals unterstützt.

Auch wird der Arbeitsgruppe die Zusammenarbeit mit der museumpädagogischen Abteilung der MHK angeboten, um als Teil der Dokumentation eine Mappe/Buch/Unterlage zu erstellen, die auch für einen eventuellen friedenspädagogischen Lernort verwendet werden kann.

Die MHK lobt ausdrücklich das Engagement und das Wissen der Arbeitsgruppe (Eberle), wobei sie mit Hinblick auf den Altersdurchschnitt zu einer schnellen Umsetzung der Dokumentation anrät.

Die MHK möchte das Wissen der Arbeitsgruppe unbedingt konservieren und darauf zugreifen, sodass unbedingt zur Anfertigung einer Begleitpublikation geraten wird. (Eberle)

Diese solle dann auch unbedingt veröffentlicht werden. Gelder für die Veröffentlichung ließen sich beim Kulturamt der Stadt Kassel für solche Projekte beantragen. Die MHK könne aber unter Umständen auch finanzielle Unterstützung leisten.

Die Dokumentation ist für die MHK Zeichen des bürgerschaftlichen Engagements.

Der Gefallene“

Die MHK teilt die Ansicht der Arbeitsgruppe bezüglich der Skulptur „Der Gefallene“

Erst am 23. September 1928 erfolgte die feierliche Einweihung durch Oberbürgermeister Stadler und die Enthüllung von Sautters Bildwerk „Der Gefallene“, unter Beteiligung des Reichsbanners Schwarz-Rot.Gold, Vertretern von Politik und Behörden

Sautters Arbeit, „so Oberbürgermeister Stadler, bei der offziellen Einweihung, verdeutlicht, dass die Kriegergedächnisstätte Abschluss und Weihe durch Meister Hans Sautters ergreifendes Bildwerk des Gefallenen gefunden hat. Unsere toten Brüder, so Stadler weiter, die als deutsche Männer dem Vaterland , Pflicht und Opfer, gaben ihr Höchstes, damit Deutschland lebe,.“ So dient diese Stätte als Mahnung und Vorbild. „Gegen das Vergessen - Nie wieder Krieg.“


Soldaten – unter nationalistischer Verblendung


!914-1918 im Ersten Weltkrieg

nach dem Ersten Weltkrieg in der deutschen Revolution /AuSRat

1919-1920 in der Revolutionszeit

bei der Beseitigung der Münchener Räterepublik


18 Nov. 1919 Die Dolchstoßlüge: Generalmajor a. D. Paul von Hindenburg

(Vortragender vor dem Untersuchungsausschuss der National-

versammlung) und General Ludendorff (Verfasser).

Die nationalistische Rechte war die Weimarer Republik immer ein Schandfleck und so inszenierten ihre Gruppen politische Morde gegen die Republkianer. Jedes Jahr am 11. August rief Philipp Scheidemann zum Jahrstag der Gründung der Republik zu Demonstrationen auf. Die bekannesten Opfer waren Rosa Luxemburg unf Karl Liebknecht am 15. Januar 1919. Es folgten unter dem Denkmantel:

Tödlich verunglückt“ 184

Willkürlich erschossen“ 80

Auf der Flucht erschossen“ 30

Angeblich Standrecht 12

Im Gefängnis gelyncht 7

Bei Beschießung einer offenen

Stadt gefallen 5

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Summe der von Rechtsstehenden 318

Ermordeten

Als Repressalie erschossen 10

Willkürlich erschossen 5

Angebliches Standrecht 1

Summe der Linksstehenden Ermordeten_______________ 16

Insgesamt kommt in den Jahren 1919 und 1920 beinahe jeden zweiten Tag ein

ungesühnter politischer Mord von rechts.

Vorausgegangen war die Behauptung vom „Dolchstoß“. Es dauerte nicht lange, dass die nationalistische Presse und Parteien diese Lüge verbreiteten, um die Republikaner zu brandmarken. Diese nicht wiederlegte Behauptung vergiftete die Atmosphäre der Republik. Sie seien der kämpfenden Truppe aus der Heimat in den Rücken gefallen.

Hindenburg:“Die Mehrheitsparteien des alten Reichstages hätten durch ihre Friedensinitiative vom Sommer 1917 den Widerstandswillen in der Heimat gebrochen. Gleichzeitig habe es in der Flotte und im Heer eine planmäßige Wühlarbeit gegeben, deshalb habe die militärische Niederlage unausweichlich ihren Lauf genommen. Der Autor hat nachgewiesen, dass die Niederlage durch die Aufnahme des Kampfes der US-Armee 1917 vorbestimmt war und die deutschen Armeen bis zum 11.11.18 keine Schlacht mehr gewinnen konnten. (Rückzugslinien) Wahr ist, dass die Fähigkeit Hindenburg äußerst begrenzt waren und er auf Ludendorff angewiesen war. 1918 war die deutsche Genaralität total überfordert und konnt nur noch die Schlachtbank bedienen. Soldaten zogen die Notbremse!


Die Freikorpsverbände

Folge des Versailler Vertrags und Begrenzug auf 100 000 Mann Heer

In den Freikorpsverbänden sammelte sich der Kern eines neuen, kämpferischen, antidemokratischen Nationalismus. Gestützt auf zwei solcher Freikorps, die sich der Auflösung, die sich der Auflösung durch die Regierung widersetzten, putschten am 13. März 1920 der Reichwehrgeneral Lüttwitz, der frühere ostpreußische Generallandschaftsdirektor Kapp, der Freikorpsführer Korvattenkapitän Ehrhard und andere Offiziere gegen die demokratische Republik.

Die Reichswehr,deren Aufgabe es gewesen wäre, die Republik zu schützen, weigerten sich gegen die Putschisten zu kämpfen (Waren sie nicht auf die Republik vereidigt?). Der General von Seeckt und die Reichswehrführung ließen die Regierung und damit das Volk im Stich, wo es galt zum ersten Mal gegen rechts aufzustehen und nicht wie bisher gegen links zu schützen. Die Reichsregierung mit Kanzler Bauer an der Spitze floh aus Berlin. Die Gewerkschaften, Arbeiter und Beamten, Parteien riefen zum Generalstreik gegen die Putschisten auf. Auch die Beamten in den Ministerien verweigerten der illegalen Putschregierung die Zusammenarbeit.

Der Putsch war gescheitert. Der anschließende weiße Terror übertraf den roten Terror an Brutalität und Intensität bei weitem. Die Regierung Müller setzte Kappisten gegen sie selber oder Kameraden ein, die nur gegen Verfassungsbrecher vorgehen wollten und wurden unter der Bedingung des Ausnahmezustandes vor allem von Militärgerichten hart bestraft, während das Strafgericht der Republik über die Feinde von rechts ausblieb.

Was nicht ausblieb ist die Reaktion der Arbeiterschaft bei der Reichstagswahl vom Juni 1920, sie stand ganz unter dem Eindruck des Kapp-Putsches und der nachfolgenden Arbeiteraufständen.. Ergebnis: Es fand ein Erdrutsch bei den Wahlergebnissen der MSPD, USPD, KPD, das Zentrum verlor durch die Abspaltung der Bayerischen Volkspartei 6,1 % (13,6 gegen 19,7%) während die DDP von 18,6 auf 8,2,% absackte. Die großen Gewinner waren die nationlliberale DVP von 4,4 % auf 13.9% und die rechtsaußen angesiedelte DNVP von 10,3 auf 15 %. Entgegen der Meinung von Otto Wels hatte sich der Kapp-Putsch nicht gegen die Rechte ausgewirkt. Im nächsten Kabinett gehörte kein SPD-Politiker mehr an.

Das zweite Kabinett Müller 1928 wurde am 20.Mai 1928 als große Koalition vereidigt, Koalitionspartner waren DDP, Zentrum, DVP und Bayerische Volkspartei. Sie zerbrach am 27. März 1930 an eine geplante Neuregelung der Arbeitslosenversicherung, eine Herabsetzung stimmt die SPD nicht zu.

Es Begann unter Gustav Brüning die erste Präsidialregierung

(wird überarbeigtegt und fortgesetzt)