Erinnerung an die Toten beider Weltkriege     Vorbemerkung

Die Toten des Ersten Weltkrieges sind nicht vergessen, da diese „Urkatastrophe“ des 20.Jahrhunderts auch heute noch wahrnehmbar ist. Die Kriege im Irak und Syrien sind Beispiele dafür. Einst Freiheit und Selbstbestimmung versprochen, nach dem Krieg zu Kolonien von Frankreich und England deklassiert und Diktatoren überlassen.

In Deutschland verweigerten Matrosen den sinnlosen Kampf (Seeschlacht) gegen die

gewaltige Übermacht der Engländer. Gefangennahme und Überstellung ins Gefängnis war die Folge. Verurteilung zur Todesstrafe wie schon ein Jahre zuvor geschehen, war zu erwarten.

Von Kiel aus begann die Revolution, die von den Matrosen angeführt wurde. Die Arbeiterschaft der Werften, die Bevölkerung und die Matrosen erzwangen ihre Freilassung und gründeten Arbeiter- und Soldatenräte, Die Soldaten wurden in ihre Heimatstädte beurlaubt und führten dort die Revolution an. Die Freikorpsverbände, die aus der regulären Armee rekrutierten, z.B. die Garde-Schützen-Division aus Kiel, wurden mit Auftrag von Friedrich Ebert, der wenig später Reichspräsident wurde und gewährleisten wollte, dass schnellstmöglich Reichstagswahlen durchgeführt werden können, die am 19.Januar 1919 stattfanden (SPD 37,9%; USPD 7,6 %, Zentrum und BVP 19,7 %; DNVP 10,3%; DVP 4.4 %; DDP seit 1930 DSP 18,5 %;)

SPD, USPD und Zentrum bilden die Weimarer Koalition.

(Dreiviertelmehrheit, 6.2. Eröffnung der Nationalversammlung in Weimar 1.2. Wahl Friedrich Eberts zum ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik, 13.2. Amtsantritt des Kabinetts Scheidemann aus Zentrum, SPD und DDP).

Februar bis Mai Unruhen, Streiks und Aufstände in vielen Teilen des Reiches. Gewaltsame Unterdrückung von Versuchen zur Bildung sozialistischer oder kommunistischer “Räterepubliken“ durch regierungsloyale Truppen. 30.6. Rücktritt des Kabinetts Scheidemann, der nicht den Friedensvertrag unterschreiben wolle. Übernahme des Kanzleramtes durch den Sozialdemokraten Gustav Bauer. 28.6.

Unterzeichnung des Friedensvertrages in Versailles durch den Reichsaußenminister und Sozialdemokraten Hermann Müller. 11.8. Inkrafttreten der Weimarer Verfassung.

18.11. Aussage General Paul von Hindenburg vor dem Untersuchungsausschuss und Propagierung der „Dolchstoßlegende“, die eine Lüge war. 13.7.bis 17.3. 1920 Kapp-Lüttwitz-Putsch. Blutige Niederschlagung der Aufstände durch Freikorps – und reguläre Reichswehrverbände. 6.6. Reichstagswahl mit schweren Verlusten der Regierungsparteien, gleichzeitige Stärkung der DNVP und DVP. Es folgten immer wieder Umsturzversuche von rechts, Hitler-Putsch 8./9.11. in München. 28.2. 1925 Tod Friedrich Eberts. 26.4.1925 Wahl des Generals a.D. Paul von Hindenburg zum Reichspräsidenten im zweiten Wahlgang mit knapper Mehrheit.

1930 trat Kanzler Müller zurück, weil er die erforderliche Mehrheit gegen eine Kürzung der Sozialversicherung nicht bekam. Es begannen die Präsidialkabinette am 19.3. 1930 mit Heinrich Brüning. 19.10. 1930 Beginn der sozialdemokratischen „Tolerierungspolitik“ und 1931 erreichte während der Weltwirtschaftskrise die Arbeitslosenzahl über 6,1 Millionen. Die NSDAP erlangte bei Landtagswahlen in Preußen, Bayern, Württemberg, Anhalt und Hamburg starke Gewinne. Nach Franz von Papen folgte Kurt von Schleichers Präsidialkabinett.

Adolf Hitler war der letzte Reichskanzler, der von Hindenburg am 30.1. 1933 ernannt wurde. Am 5.März erfolgten Reichstagswahlen, NSDAP erhielt 43,9 % der Stimmen. und anschließend das „Ermächtigungsgesetz“, so war die Diktatur perfekt.


Am 1.März 1925 wurde der Volkstrauertag Feiertag, um an die Opfer des Weltkrieges zu gedenken. Die „Gefallenengedenkstätte“ wie sie genannt wurde, war bis 1933 der Gedenkort für die Soldaten und Familien, die hier eine weihevollen Ort des Gedenkens vorfanden. Im Mittelpunkt der Ehrenhalle liegt in einem Grab der „Jüngling“, der „Gefallenene“, der vom Künstler Hans Sautter geschaffen wurde und sicher an die jugendlichen verführten Soldaten erinnern sollte. Bei ihm stand die Friedenssehnsucht der Soldaten im Vordergrund, deshalb liegt er dort in „Hab-Acht-Stellung“, halbnackt nur mit einem Leinentuch bedeckt und ohne Kriegssymbole. Ein Appell an die Menschen, die den Krieg zugelassen und finanziert haben. Ab 1934 wurde aus der Gefallenenen-Gedenkstätte ein Heldengedenktag, um die Stimmung für den Revanchekrieg aufrechtzuerhalten. 1938 wurde dann der „Gefallene“ abgedeckt, der den Machthabern nicht heroisch genug war und für den kommenden Krieg nicht zu gebrauchen war. Aber war es nicht das deutsche Volk, dass dem Reichskanzler Adolf Hitler gewähren ließ und bis zum bitteren Ende an den Sieg des Nationalsozialismus geglaubt hatte?



Einführung Vorgeschichte -Kriegergedächtnisstätte – Wie alles anfing – Teilnehmer -  heute Ehrenmal für die Gefallenen beider Weltkriege, Zivilisten, Kriegsgefangenen und Völkermord

1-12 Themen - Im Mittelpunkt stehen die Soldaten - Ehrenmal – der I. Weltkrieg


Das Buch beginnt damit, dass wir den Leser in die Vorgeschichte des Auehangs einführen und auch darauf hinweisen, dass Kassel drittgrößte deutsche Garnisonsstadt bis 1945 war. Dann folgt das Kapitel über die Kriegergedächtnisstätte, (Gefallenengedenkstatt, heute Ehrenmal) und eine Biografie von

Professor Hans Sautter, der bei der Suche nach einem geeigneten Ort, den ehemaligen Terrassengarten des Prinzen Georg ausgesucht hatte. Um deutlich zu machen, weshalb die Stadtverordnetenversammlung einstimmig dem Vorhaben zustimmte, muss man sich daran erinnern, dass nach dem Ersten Weltkrieg viele Kriegsversehrte das Straßenbild beherrschten. In jeder Familie waren Opfer des Krieges zu pflegen. Aber die zwei Millionen Gefallenen waren in Frankreich, Belgien und Russland begraben. Es gab also keine Stätte, wo die Hinterbliebene an sie gedenken konnte. Was sie erlebten wird beispielhaft in den Kapiteln „die Hölle von Verdun“ (für den Ersten Weltkrieg) und „Die Schlacht um Stalingrad (im Zweiten Weltkrieg) geschildert. Diese Schlachten spielten eine große Rolle und beeinflussten den weiteren Verlauf der Kriege. Die Gedenktafeln der kurhessischen Einheiten zeigen, dass Kassel eine große Garnisionsstadt war und geschlossen Anfang August 1914 in Belgien einmarschierte. Die Begeisterung bei den Soldaten und der Bevölkerung Kassels war groß. 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges ist das Leiden der Soldaten verblasst, besonders das Schicksal Stalingrads wird dargestellt, indem der Autor den Roman von Wassili Grossmann zur Unterstützung heranzieht, der russischer Kriegsreporter und ein großer Schriftsteller war und die Armee auch durch die Vernichtungslager begleitete und in „Leben und Schicksal“ ausführliche berichtete. Auf der ersten Ebene sind die Tafeln der Einheiten die im Zweiten Weltkriegs, besonders bei der Schlacht um Stalingrad teilnahmen, festgehalten. So stehen die Ehrentafeln nicht für sich allein, sondern werden durch die Berichte von der Front mit Tagebuchaufzeichnungen gefüllt. In diesen Berichten nimmt der Autor auch Stellung zu den Verbrechen der Soldaten, die im Gefolge des Vormarsches im Ost-wie im Westfeldzug ihr grauenvolles Werk, die Vernichtung der Juden vorantrieben.

Professor Hans Sautters „Der Gefallene“ nimmt den Höhepunkt der Berichte im Buch ein, ebenso die Abwehr der Versuche die „Gefallenengedenkstatt“ für nationalistische Zwecke zu missbrauchen.

Die Gefallenengedenkstatt wurde am 23. September 1928 offiziell durch Oberbürgermeister Stadler eingeweiht, der auch den Künstler Sautter würdigte.

Die Ehrentafeln werden aufgeführt, den einzelnen Ebenen zugewiesen und die Inhalte übersetzt, da die Verwitterung einige nicht mehr lesbar machten. Deshalb sind auch alle Tafeln abgebildet, um den Menschen auch in Zukunft einen Überblick zu gewähren und bei Veranstaltungen Hilfestellung zu geben. Nach der Zerstörung im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges wurde das nun benannte „Ehrenmal für die Opfer beider Weltkriege 1955 wieder eingeweiht und in den folgenden Jahren weitere Tafeln hinzugefügt.

Wie alles anfing

Eine Bürgerinitiative setzt sich für die Sanierung ein  (Sommer2018)

Wenn wir den Ersten Weltkrieg nicht verstehen, wird das ganze Jahrhundert uns ein Rätsel bleiben“

 

Teilnehmer des Forums

· Oberst a. D. Jürgen Damm, ehemals Kommandeur im Verteidigungsbezirk 44, Kassel;


· Karl-Hermann Wegner, Gesellschaft für Kultur und Denkmalpflege;

· Oberst d. R. Gerd Reinecker, Vors. Der 2. Panzergrenadierdivision e.V.;

· Oberstleutnant a. D. Peter Hoss;

· Oberleutnant d. R. Valentino Lipardi, Reservistenverband: stv. Vors. der Kreisgruppe

Kurhessen, Vors. der Reservistenkameradschaft Kassel und Stadtverordneter;

· Oberstleutnant d. R. Jörg Hildebrandt, Reservistenverband: stv. Landesvors. (Hessen) und

1.stv. Vors. der Kreisgruppe Kurhessen; Stadtverordneter;

· Obergefreiter d.R. Uwe Handke, Reservistenverband: Kreisgruppe Kurhessen (Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit)

· Frank Oberbrunner, ehem.Stadtverordneter;

· Christian Klobuczynki, Militärhistoriker und Stadtrat.

  • Heinz Körner, koordiniert das Forum der Stadtgesellschaft und wird je nach Fertigstellung

und Begehbarkeit des Ehrenmals zu Vorträgen und Besichtigungen einladen.

Ziel: Eine qualifizierte Führungsmannschaft zu etablieren, die nach der Fertigstellung Besichtigungen und Vorträg durchführen kann.

 Anmerkungen

Das Ehrenmal/die Gedenkstätte spricht aus sich selbst heraus und ist ein beeindruckendes bauliches Beispiel der Erinnerung(skultur)!

Die Gesamtanlage muss ansprechend renoviert/saniert werden, damit die Menschen sich ihr respektvoll nähern.

 1. Bedeutung des Ehrenmals

15.12.1920 Aussage in der Stadtverordnetenversammlung (Otto Voepel, damaliger SPD- Abgeordneter):

 „Es handelt sich hier um eine Anlage, wie sie wohl keine andere Stadt Deutschlands besitzt.“

Im Mittelpunkt der Ehrenhalle hebt Sautters Gefallener auf die todbringenden Folgen kriegerischen Handelns ab und schließt auch tendenziell nichtmilitärische Opfer mit ein. (siehe Hinweise)

2. Wiederherstellung der Anlage

Die Wiederherstellung der Anlage in den Zustand von 1928, einschließlich des Weges von der Affenallee zur Terrasse mit Brunnen, fand eine breite Mehrheit der Teinnehmer des Forums; TN-Zitat:„So führt unser Weg wieder in die Gedenkstätte hinein und nicht mehr an ihr vorbei: halten wir die Tore geöffnet, so verschließen wir uns die Gedenkstätte nicht.“

Stieleichen sollen gepflanzt sowie Seitenmauern mit Hecken und Efeu bepflanzt werden.

Um Besucher „einzuladen“, etwas länger am Ehrenmal zu verweilen, könnten im entsprechenden Abstand/ in der Nähe des Brunnes Parkbänke aufgestellt werden


3. Eingangs- und Erklärungstafeln

Eingangstafeln sollen im Stil des Denkmals erstellt und oben (Schöne Aussicht) und/oder unten an den Eingängen (Zugang Karlsaue) angebracht werden. 



4. Begleitbuch

Es soll von der Arbeitsgruppe ein Begleitbuch zum Ehrenmal erstellt werden. Darin sollen sich weiterführende Informationen und Erklärungen befinden, für die am Objekt selbst kein Platz mehr vorhanden ist. Dieses Buch soll dem Leser die eine zeitgeschichtliche Einordnung und das einfachere Verständnis der Anlage erlauben und gleichzeitig die Hintergründe zu Tafeln, Gesamtensemble und der Entstehungsgeschichte des Ehrenmals aufzeigen.

 Beispiele: für Buch



Stalingrad:

 Zusammenfassung Stalingrad von Heinz Schröter, Erlebnisberichte.

Verdun 1916: „Liebe Eltern und Geschwister, hier ist eine schlimme Kante. In fünf Tagen zwei Tote, 15 Verletzte.“ Zitatgeber hat am 15.3.1916 beim Sturm auf den Rabenwald einen Kopfschuss erlitten, an dem er am 1.4.1916 verstorben ist.


 Abiturklasse im Krieg: Berichte aus dem Grabenkämpfen

Martin Wickert, bei Arras (August 1918): „Ja, dieser Schlamassel bei Arras, Ja, so ist der Krieg, weiter nichts wie Mist, den können sie gar nicht mehr abfahren. Was war eigentlich noch einmal so toll, das ist ein Rätsel

 Kriegsfreiwilliger Abiturient Aug. 1914: „Mir ist ganz einerlei was daraus wird, wenn es nur Schluss wird, Wie das Leben doch nicht mehr, was doch einem Freude bringt. Nur auf später brauch ich nicht jetzt nicht zu zählen. Was man hier zu leiden hat -nichts zu essen, seit vier Tagen nichts mehr zu trinken. Ich sage Ihnen (sein ehemaliger Lehrer) die Zunge hängt wie ein Brett im Mund und dann noch Lust zu stürmen? Fertigmachen heißt es (um anzugreifen) und ich war nun kaputt.“

 16.8. 1918: „Das soll denn eine schöne Erinnerung sein, wenn wir im Massengrab den rosigen Weg der Gerechten gehen?“

Die Briefe von den Abiturienten hat Willi Pasche gesammelt, aber er hat nie erfahren, was aus ihnen geworden ist.


 10. „Der Gefallene“

Die Skulptur „Der Gefallene“ bleibt in ihrem jetzigen Zustand, soll jedoch gereinigt werden.  Es soll keine bauliche Vertiefung geben.


 11. Geschichte zur Einweihung des Denkmals

· Am 15.11.1920 wurde das Projekt „Kriegergedächtnisstätte“ einstimmig in

der Stadtverordnetenversammlung angenommen.

· 1923 konnten die Erinnerungstafeln angebracht werden.

· Eine Einweihungsfeier wurde zum Muttertag 1926 durchgeführt, jedoch ohne Magistrat und

Reichsbanner, nur rechtsgerichtete Parteien nahmen teil. Hans Sautter, so berichte

Harmsdorff, saß allein auf einer Treppe.

· Die offizielle Einweihung fand am 23. September 1928 satt. Zu diesem Zeitpunkt war das Denkmal auch fertiggestellt. Teilnehmer dieser Zeremonie waren auch der Magistrat sowie Vertreter des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold (Von SPD, Zentrumspartei und DDP 1924 gegründeter und 1933 verbotener Verband). Die Rede hielt Oberbürgermeister Stadler.

Mit Ausstellungen und Vorträgen begann die intensive Beschäftigung mit dem Ersten Weltkrieg

Ein großer Teil der „Arbeitsgruppe Gedenkstätte“ war schon bei der Jubiläumsveranstaltung zur 1100 Jahrfeier der Stadt Kassel 2013 integriert „Kassel als Garnisonsstadt“ und darüber hinaus ein Jahr später ebenfalls im Bürgersaal des Rathauses zur Ausstellung mit Vorträgen und Besichtigung des Ehrenmals zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1. August 2014. Dabei waren auch belgische Soldaten an der Spitze der Generalkonsul aus Köln, der als Ehrengast der Stadt Kassel empfangen wurde und einen lebhaften Vortrag über die Situation der Stadt und des Militärs nach 1945 hielt.


Wiederherstellung wie zur Einweihungsfeier 1928

- Stieleichen zwei auf jeder Ebene (Säuleneichen wie 1928)

- Öffentlichkeit herstellen,

- Steintafel reinigen und erhalten

- Begleitbuch als Zeichen bürgerschaftichen Engagements

- Prof. Hans Sautter und die Skulptur „Der Gefallene“

Wiederherstellung der Anlage wie zur offiziellen Einweihung 1928 (1955) mit Stileichen und Wiederherstellung der Steinplatten ist gewährleistet. Es wird geprüft,ob der Brunnen und der Weg zur „Straße an der Karlsaue“ wieder gebaut werden kann.

Da bei der Beantragung der Haushaltsmittel für die Sanierung des Ehrenmals die Bedeutung der Brunnenanlage nicht bekannt gewesen sei, wurden auch die Mittel für deren Wiederherstellung nicht mit einbezogen.


Die Stieleichen werden nach historischem Vorbild gepflanzt.


Öffentlichkeit sei der wichtigste Faktor für die Sicherheit. (Eberle)

Die Öffentlichkeit werde sich aber schon allein daraus ergeben, dass die Anlage dann neu sei und die Gustav-Mahler-Treppe im Zuge ihrer Sanierung gesperrt werde; wer dann von der Bellevue/Stadt Kassel zur Karlsaue gelangen wolle, müsse unweigerlich durch das Ehrenmal oder direkt am Ehrenmal vorbeilaufen.

Bei der Bearbeitung der Tafeln seien aber denkmalpflegerische Richtlinien einzuhalten; d.h. nicht mehr lesbare Tafeln können nicht ersetzt werden und nicht rekonstruierbare Tafeln können nicht mit QR-Code versehen werden. Dies sei ein zu großer Eingriff in die

Substanz und das Ensemble.Eingangs- und Erklärungstafeln sind grundsätzlich eine gute Idee.

Die genaue Ausgestaltung werde aber nach Rücksprache und in Absprache mit dem Land Hessen (Staatskanzlei) erfolgen, da man ein möglichst einheitliches Erscheinungsbild bei ähnlichen Anlagen in ganz Hessen erreichen möchte.

Die Steintafeln sollen außerdem so gestaltet werden, dass sie das Ensemble nicht stören. Welche Form dazu die geeignetste sei, müsse noch festgestellt werden, „aber sicher keine einfache Plastiktafel“. (Eberle)

Realitätsnahe Dokumentation über die Nordhessischen Regimenter im Ersten Weltkrieg

Es kam mir (Heinz Körner) darauf an, dass die Leiden im Grabenkampf dargestellt realitätsnah geschildert werden. Die Beschreibung auf den Steintafeln kann den Leidensweg der Soldaten wiedergeben und einen bezug zu Kassel als drittgrößte Garnisonsstadt Deutschlands herstellen. Die Garnison Kassel und ihr Schicksal wird verdeutlicht.

Es werden auch Einblicke über die Situation Kassels im Krieg angesprochen.

Zum Einstieg in das Thema kann das Buch des Autors „Historische Streifzüge durch Weinberg, Auehang und Südstadt“ dienen, darin sind auch Kriegstagebücher ausgewertet worden.

Die MHK gibt der Dokumentation absolute Priorität, denn sie besitzt einen hohen Stellenwert, der die Sanierung des historischen Denkmals unterstützt und vervollkommnet.

Diese solle dann auch unbedingt veröffentlicht werden. Gelder für die Veröffentlichung ließen sich beim Kulturamt der Stadt Kassel für solche Projekte beantragen.


Die Dokumentation ist für die MHK Zeichen des bürgerschaftlichen Engagements.


Die künstlerisch wertvollen Arbeiten von Prof. Hans Sautter, der die Skulptur „Der Gefallene“ in der Ehrenhalle geschaffen hat und auch 1954 das Mahnmal für die Vernichteten im Fürstengarten schuf. Beide Denkmale dienen der „Erinnerungskultur“, Gegen das Vergessen, um die Leiden der Verfolgten und Vernichteten Menschen während der Diktatur 1933-1945 zu erinnern. Es muss dieses Menschheitsverbrechen in den Köpfen der Enkel und Urenkel der Täter lebendig bleiben.

Die Würde des Menschen steht immer an erster Stelle.“

1943 wussten Millionen Deutsche vom Völkermord der Juden und dass sie nicht nur im Osten vergast werden.

Sofort beim Einmarch in Holland, Belgien und Frankreich sowie in Polen und Russland und im gesamgen Osten, wurden der Vernichtungskrieg „Der Jude wird ausgerottet“ eingeleitet und zur Vollkommenheit geführt. Wassili Grossmann schilderte die Vernichtung und Vergasung in seinem Buch „Leben und Schicksal“.


Die einzelnen Kapitel des Buches beschäftigen sich mit dem „Gesicht des Krieges“, Krieg in der Stadt, die neuen Massenvernichtungswaffen, Industriealisierung des Krieges und das Massensterben und behandeln auch den Gaskrieg und den Stellungskampf wie in Verdun oder im Zweiten Weltkrieg brutal in Stalingrad, wo die Vernichtung der 29. Artillerie und 15. Infanterie (6. Armee) sowie der Weg in die Gefangenschaft eine große Rolle spielt. Es werden auch an die Kriegsverbrechen und den Völkermord an den Juden erinnert, denn seit Beginn und Vormarsch der Armeen in Russland werden systematisch auch die über eine Millionen Juden gezielt mit Hilfe der Wehrmacht umgebracht.

Die Kapitel über den Kriegsschauplatz Verdun im Ersten Weltkrieg und Stalingrad im Zweiten Weltkrieg sind Beispiele für die Grausamkeit des Krieges und verdeutlicht die ebenso brutal geführten Kämpfe um die Stadt Stalingrad. So wird das Leiden der Soldaten im totalen Krieg extrem deutlich, was die Opferung der 6. Armee „Kampf bis zur letzten Patrone“,denn von über 250 000 Soldaten im Kessel Stalingrad kamen 1953 nur 5000 Soldaten zurück in die Heimat. Vom zerstörten Stalingrad in die nicht weniger zerstörte Stadt Kassel. Die Sinnlosigkeit des Krieges offenbart sich angesichts der zerstörten Städte und der Millionen gefallener Soldaten. Noch heute werden Stadtteile bei Bombenfunden evakuiert und so ist der Krieg noch lange Zeit lebendig.




Das historische Umfeld des „Ehrenmals“


Anlage, die zu Beginn des 19. Jhs. aus verschiedenen Einzelgebäuden unterschiedlicher Größe zusammengefügt wurde. Die Anlage lag vom Palais Bellevue bis zur Georgenstraße und Frankfurter Straße. Folgende Gebäude lagen darin: Palais des Prinzen Wilhelm, später Landgraf Wihelm VIII..

An diesem Haus wurde ein Anbau an der Fünffensterstraße errichtet, um dort seine wertvolle Gemäldesammlung unterzubringen. Nach einem weiteren Sohn Landgraf Karls erhielt das „Palais

des Prinzen Georg“ seinen Namen. Das Gebäude errichtete General von Seibelsdorf 1709 an der Ecke Schöne Aussicht/Georgenstraße . Nach dem Tod des Prinzen 1761 blieb es in landgräflichen Besitz. An der Hofseite dieses Palais ließ Kurfürst Wilhelm II 1825 durch seinen Hofarchitekte Bromeis einen Festsaal (Weißer Saal) anbauen. Dieser Saal wurde 1831 zur Beratung einer Verfassung genutzt. Zu diesem Anwesen gehörte auch ein Garten zum Abhang zur Karlsaue. Bis heute erhalten gebliebene Terrassen-anlage des Georgenpalais mit Treppenläufen in der Mittelachse wurde in den 1920er Jahren von Prof. Hans Sautter als „Kurhessische Kriegergedächtnisstätte“ umgestaltet. An der Hauptfront des Georgenpalais schlossen sich an der Schönen Aussicht zwei Häuser an, die ab 1740 zum „Palais des Prinzen Friedrich“ zusammengefügt wurden. In einem davon brachte man 1777 von Ldgf Friedrich II . gegründeter Kunstakademie unter.






Mieter und Eigentümer Bellevuestraße

Prinz Georg bekam das Recht auf dem Gelände des Bellevueschloss seine Residenz zu bauen und einzurichten. Stadtplan 1720, Abschnitt Bellevueschloss: Die Prinzen richten sich auf dem Gelände ein.

- Palais des Landgrafen Friedrich,

- Palais des Prinzen Georg.


Die Veränderungen am Bellevuegarten des Prinzen Georgs wurden vom Landgrafen 1830 angeordnet. Die Anordnungen der Horizontalterrassen unterhalb der Bellevuestraße blieb zum Situationsplan 30 Jahre früher gleich. Bis auf den Randstreifen entlang der Maillebahn stimmt der formale Obst-und Gemüsegarten im Tal überein. Unterhalb der Treppenanlage bleibt die Parterre mit dem Bassin bestehen, ebenso die nenachbarten Pflanzenquartiere. Künstlerisch anmuteten Beete bilden einen schönen Kontrast zu dem streng gegliederten Hangprofil. (Parkpflegewerk S.66)


Eigentümer und Mieter in der Bellevue (Auswahl)

Gräfin von Wartensleben, Maler Tischbein

1766, Direktoren, Gerichtsdirektoren, höhere fürstliche Beamte bei Hofe, Präsident der Finanzkammer, Offiziere, Chemiker Bunsen, Brüder Grimm (1824-1826).


Kommandobehörden und militärische Einrichtungen

Generalkommando, (Bellevue Nr.6)

Kriegsschule, (Friedrichsplatz)

Kommandantur (Obere Königsstraße, Opernplatz)



Die Kriegergedächtnisstätte


Die Gedenkstätte für die Gefallenen und Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges wird heugte als Ehrenmal bezeichnet und wurde auf die ehemaligen barocken Gartenanlagen des Prinzen Georgs errichtet unterhalb seines Schlosses an der Georgenstraße (1720 entstanden, heute Hugenottenstraße. 1919 wurde vom Kurhessischen Kriegerbund ein Antrag gestellt , eine Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs zu errichten. Prof. Hans Sautter schlug den Terrassengarten des Prinzen Georgs vor, 1919 ein verwildeter und verschlossener Garten des Generalkommandos, um hier das Ehrenmal gestalten zu können. Die einst nach weitgreifenden Plänen Landgraf Karls und von du Ry gebaute Anlage, wurde nun umgestaltet. Von der Affenalle aus führte ein breiter weg auf die Terrasse zu, erweiterte sich zu einem großen Rundplatz, dessen Mittelpunkt ein Springbrunnen darstellte. Weiter führte ein Weg zu den Terrassen, deren Wände mit Wein oider Efeu berangt waren. Der Gartensaal, der nach oben die Terrassenanlage krönte, wurde zu einer Rumeshalle umgestaltet. Das Ehrenmal ist in vier Ebenen unterteilt, die mit jeweils vier doppelläufigen, gewendeten und streng symmetrischen Treppen verbunden sind.




Der Gefallene“

In der Ehrenhalle ruht die Skulptur von Hans Sautter geschaffen: “Der Gefallene“, der von den nationalistisch patriotischen Vereinen und Parteien verungklimpft und nach der Machtübernahme abgedeckt wurde. Am 23. September 1928 von Oberbürgermeister Stadler enthüllt und feierlich mit dem Hinweis gegen einen neuen Krieg eingeweiht.


Würdigung 1928

„In einer niederen Gruft ruht im Fahnentuch die überlebensgroße Gestalt eines „Jünglings“ -

der unbekannte Soldat.

Es handelt sich um einen der dreißigtausend Gefallenen Kurhessen, sondern um den Gefallenen, um das Sinnbild des Blutopfers, das die hessische Heimat für das deutsche Vaterland gebracht hat.

Frei ruht er auf quadratischen Sockeln, frei

auch von jeder Berührung, die durch den

Abstand der ihn umgebenden Vertiefung

unmöglich gemacht ist, einen Abstand,

der nicht nur räumlich zu wirken bestimmt ist:

es ist der Abstand, der auch durch die

persönliche Beziehung zwischen Lebenden

und Toten nicht aufgehoben wird.“

(aus „Heimatfront Kassel und der Erste

Weltkrieg“, Werkstatt Geschichte

an der Albert- Schweitzer- Schule Kassel ,

Heft 9. Seite 246.

Über den Gefallenen wurden die Ehrentafeln der Regimenter Kurhessens angebracht.



Foto von 1929, die Wände der Terrassen waren mit Efeu berankt, In der Ehrenhalle und Terrassen brachte man Erinnerungstafeln für alle kurhessischen Truppenteile des Ersten Weltkriegs an. Die Halle hatten aus alten Zeiten einen unterirdischen Verbindungsgang zum Garten des Generalkommandos. Die Einweihungsfeier 1922 mißglückte, wenige waren anwesend und Prof. Hans Sautter saß klein und versteckt allein auf der Treppe und sah diese seltsame Feier aus gehöriger äußerer und innereer Distanz an. /Hermsdorf. Ein Blick zurück, Nr. 4. Das Bild zeigt die kurhessische Kriegergedächtnisstätte, wie sie damals genannt wurde 1929 anläßlich eines Volkstrauertages, oben links Bellevueschloßanlage, Palais Prinz Georg, rechts die heutige Hugenottenstraße.



Der Lehrer und Kommunalpolitiker Hans Sautter

Hans Sautter wurde am 5.5.1877in München geboren und starb am 15.12. 1961 in Kassel. Nach dem Studium an der Kunstakademie München war er ab 1906 als Lehrer in der Kunstgewerbeschule Kassel tätig. Vorstellungen von Kunst waren für ihn mit dem Menschen als sozialem Wesen verknüpft. Das zwang ihn auch politisch tätig zu sein. 1919 erfolgte die Ernennung zum Professor. 1924 – 1928 war er Stadtrat und leitete das Wohnungsamt in Kassel. Er gehörte zu den enflussreichsten Männern im Rathaus und steckte stets voller Pläne und Ideen. Für Wohnzwecke erwarb er für die Stadt u.a. Gebäude am Finkenherd, im vorderen Westen, die Domäne Fasanenhof. Wo er selbst nicht die Baupläne lieferte (Siedlung Fasanenhof, Rotes Kreuz, Rothenberg, Ysenburgstraße, Rammelsberg, Heerstraße u.a.) so war er zumindest Anreger und Mitverfasser, so beim Bau des städtischen Flussbades, der Hessenkampfbahn und der Jugendherberge. Sautters eigenes künstlerisches Schaffen richtete sich vorwiegend auf die Skulptur. Zur Stadtgarteneinweihung 1914 wurde ein Zierbrunnen an der Wand zum Konzertgarten enthüllt. Die Kalksteinfigur eines Jünglings in der Mittelnische hatte er geschaffen, sowie die Gefallenengedenkstatt mit Ruhmeshalle und Skulptur „Der Gefallene“. Noch als 74jähriger beeiligte er sich am Wettbewerb für ein Denkmal für die Opfer des Faschismus. Er trug massgeblich mit Anregungen und Plänen zur Stadtentwicklung bei. Am 31. April 1931 wurde er Direktor der Kunstgewerbeschule bis diese von den Nationalsozialisten in die Staatliche Meisterschule für das Deutsche Handwerk umgewandelt wurde. Als die amerikanische Militärführung sich für Willi Seidel als kommissarischen Oberbürgermeister entschieden und gleichzeitig verlangten, dass der Wiederaufbau an erster Stelle zu stehen hat, setzte Willi Seidel durch, dass die NS-belasteten engsten Mitarbeiter, Dr. Vosshage und Stadtbaurat Heinicke, vor der Entlassung aus städtischen Dienst bewahrt wurden. Er führte an, dass er sie dringend für die Wiederaufbauarbeit brauche. Prof. Hans Sautter bot seine Dienste als erfahrener Stadtentwickler ab 5.4. 1945 fast täglich an, wurde aber von Seidel abgelehnt, der sich lieber auf altgediente Mitarbeiter der NS-Stadtverwaltung verlassen wollte. Deutlich sagte er ihm, „das er keine Zeit für ihn habe, „dann war ich ihn los.“ (Auszug aus Tagebuchaufzeichnugen Seidels)



Der Kommunalpolitiker Hans Sautter

Das „Casseler Volksblatt“ berichtete am 14.12.1929 in einem Artikel über produktive Kommunalpolitik: Wir berichteten gestern über den Verzicht unseres Genossen Hans Sautter auf eine Wiederwahl als Stadtrat. In allen hiesigen Blättern wie dieser Schritt bedauert, denn jeder Unterrichtete weiss, welche vorbildliche und unermüdliche Arbeit Prof. Sautter im allemeinen Interesse geleistet hat. Mit dem neuen Kassel, seiner Formgebung und Baugestaltung, ist auch der Name unseres Genossen Sautter für immer verknüpft (…) Eine Friedhofsanlage wäre noch zu nennen, ein Entbidungsheim, solche sorgfältigen Lösungen sozialer Aufgaben werden überragt durch das Werk der Kriegergedächtnisstätte. Vergessene Terrassen des höfischen Gartens , die schon beinahe zum Steinbruch verwittert waren, sind von Prof. Hans Sautter, der auch sonst mit großer Hingabe und mit kultiviertem Geschmack mit ungewöhnlichem Verständnis für die sozialen Verpflichtungen der moderen Kommune und sicherem Takt für die besondere Übergangslage Kassels von Scheidemanns Zeiten an bis heue als Stadtrat und Künstler hier wirkt, neu entdeckt und auf eine ebenso verständige und gewinnende Weise ausgebaut worden.

Es dürfte in Deutschland kaum etwas ähnliches geben: ein gestaltetes, steigendes Podium für feierliche Aufzüge, für den Marsch von Fahnen und Fackeln, oben eine geräumige Halle mit dem menschgeformten Stein eines toten Kriegers. Auch diese Plastik, gestaltet aus der Würde des Friedens, wurde von Sautter geschaffen.

(Zuvor wurde seine Siedlungsarbeit Fasanenhof, Rotenberg, Rotes Kreuz gewürdigt und die große Anlage des Flussbades an der Fulda, von Ph. Scheidemann 1923 eingeweiht, wo im Sommer über 20 000 Besucher an heißen Tagen sich vergnügten.

(Bericht von Robert Breuer)

Nach dem I.Weltkrieg - Ort für die „Kriegergedächtnisstätte“ gefunden

Die Gedenkstätte für die Gefallenen und Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges wird auch als Ehrenmal bezeichnet und wurde auf die ehemaligen barocken Gartenanlagen des Prinzen Georgs errichtet unterhalb seines Schlosses an der Georgenstraße (1720 entstanden, heute Hugenottenstraße. 1919 wurde vom Kurhessischen Kriegerbund ein Antrag gestellt , eine Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs zu errichten. Prof. Hans Sautter schlug den Terrassengarten des Prinzen Georgs vor, 1919 ein verwildeter und verschlossener Garten des Generalkommandos, um hier das Ehrenmal gestalten zu können. Die einst nach weitgreifenden Plänen Landgraf Karls und von du Ry gebaute Anlage, wurde nun umgestaltet. Am 15.11.1920 befürwortete die Stadtversammlung das Projekt. „Es handelt sich hier um eine Anlage.wie sie wohl keine andere Stadt Deutschlands besitzt“, meinete der SPD – Stadtverordnete Otto Voepel. Die Finanzierung war geregelt, sodass der Bau ab 1920 begonnen werden konnte. Von der Affenalle aus führte ein breiter Weg auf die Terrasse zu, erweiterte sich zu einem großen Rundplatz, dessen Mittelpunkt ein Springbrunnen darstellte. Weiter führte ein Weg zu den Terrassen, deren Wände mit Wein oder Efeu berangt waren. Der Gartensaal, der nach oben die Terrassenanlage krönte, wurde zu einer Ehrenhalle umgestaltet, an den Wänden die Tafeln der Regimenter. Das Ehrenmal ist in vier Ebenen unterteilt, die mit jeweils vier doppelläufigen, gewendeten und streng symmetrischen Treppen verbunden sind.


Das Ehrenmal in der Karlsaue.

Sautter schuf für die Ruhmeshalle die Skulptur “ Der Gefallene” . Die nackte in einem Tuch halbverhüllte Figur, ohne Stahlhelm und Waffe, wurde unter den Nationalsozialisten abgedeckt. An den Wänden brachte man Gedenktafel für die Gefallenen verschiedener Regimenter des Ersten Weltkrieges an. Die Einweihung des schon früher fertig gestellten Ehrenmals wurde am Muttertag 1926 vorgenommen,jedoch ohne Oberbürgermeister und Stadtverordnete. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Ehrenmal zerstört. Der Wiederaufbau wurde 1955 abgeschlossen und weitere Gedenktafeln angebracht, wobei aller Opfer der beiden Weltkriege gedacht wurde. In der Stadtverordnetenversammlung 1920 “Es handelt sich hier um eine Anlage, wie sie wohl keine anderen Stadt in Deutschland besitzt., schwärmte am Montag den 15. November 1920 der sozialdemokratische Stadtverordnete und Dipl. Ing.Otto Voepel. Der Plan wurde einstimmig genehmigt. Bereits 1919 hatte der Kurhesssische Kriegerbund. Durch seinen Sprecher Mühlenbesitzer Heinrich Vogt den Antrag zur Schaffung einer Gedenkstätte gestellt. Vogt hatte einen Platz nahe dem Tiergarten vorgeschlagen, wurde aber von Professor Hans Sautter überzeugt, auf dem verwilderten und verschlossenen Garten des Generalkommandos, des früheren Palais des Prinzen Georg, die Gefallenen Gedenkstatt zu errichten. Prof. Sautter war seit 1921 Direktor der Kunstgewerbeschule und von 1924 bis 1928 Leiter des Wohnungsamtes, übernahm die künstlerische Leitung des Projektes, Vogt die gesamtbauliche. Von der “Affenallee” ausführte ein breiter Weg auf die Terrasse zu, erweiterte sich zu einem großen Rundplatz. Dessen Mittelpunkt ein Springbrunnen darstellte. Weiter führte der Weg zu den vier Terrassen, deren Wände mit Wein und Efeu berankt waren.

Die umstrittene Einweihung Im Jahr 1926 konnten nach Reinigung und bauliche Sanierung der Anlage, Ehrentafeln verschiedener Regimenter angebracht werden. Über die Gestaltung und Durchführung der Einweihung im Jahr 1926 gab es Auseinanderetzung zwischen dem Kurhessischen Kriegerbund als Eigentümer der Anlage und der Stadtverwaltung, wobei der Traditionsverband die Teilnahme des republikanischen und SPD.nahen Reichsbanners verhindern wollte. Der Magistrat verzichtete auf die Teilnahme und keine Vertreter der Kommune, außer wenigen rechtsgerichteten Stadtverordneten, waren anwesend.

Die Ehrenhalle

Von Prof. Sautter so konzipiert, dass die Besucher die Halle als Weihestätte empfinden mussten. An den Wänden die Tafeln der nordhessischen Regimenter, in der Mitte ein „Jüngling, „Der Gefallene“, ein Krieger“, der nur mit einem Fahnentuch halb bedeckt in einem Grab etwas tiefer gelegt, liegt. An den Wänden angebracht Fackeln, die ewig brennen. So kann man sich ehrfurchtsvoll den Gefallenen nähern, der in Frieden mahnend ruht. Ohne Waffen und Stahlhelm ist er engelsgleich erhoben.

Feierliche Einweihung am 23. September 1928

Erst am 23. September 1928 erfolgte die feierliche Einweihung durch Oberbürgermeister Stadler und die Enthüllung von Sautters Bildwerk „Der Gefallene“, unter Beteiligung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, Vertretern von Politik und Behörden. Unter Protest gegen eine solchermaßen demokratische Veranstaltung blieben Stahlhelm und Rotfront der Veranstaltung fern. Den früheren Gartensaal, den oberen Abschluss der Anlage, ließ Sautterzu einer Art Ruhmeshalle oder Weihehalle umgestalten. In der vom Krieg heimgesuchten Stadt konnten sich Krieger,- Traditions- oder Kameradschaftsverbände nicht durchsetzen, so dass es dort nur die Veranstaltungen oder Kranzniederlegungen zum Volkstrauertag gibt.



Die Skulptur: „Der Gefallene“ - Rede des Oberbürgermisters zur Einweihung 1928

Sautters Arbeit, so Oberbürgermeister Stadler, bei der offziellen Einweihung der Stadt nach Übergabe und Fertigstellung des Denkmals durch den Reichsbund im September 1928 verdeutlicht, dass die Kriegergedächtnisstätte Abschluss und Weihe durch Meister Hans Sautters ergreifendes Bildwerk des Gefallenen. Unsere toten Brüder, so Stadler weiter, die als deutsche Männer in Vaterlands Pflicht und Opfer ihr Höchstes, ihr Blut gegeben haben, damit Deutschland lebe, sind Mahnung und Vorbild (gewohnte retorische Formeln, wie sie auch zu den Vertretern von Traditionsverbänden gern hörten... ) und Stadler fährt fort, die Botschaft von Sautters Kunstwerk aufgreifend, „sie sind vestorben im festen Glauben an des Vaterlandes Größe und Einheit, aber auch nach der unsäglichen Sehnsucht nach Frieden im Herzen. Uns erwacht Pflicht und Aufgabe, ihr Vermächtnis wachzuhalten und ihnen nacheifernd in Treue, Opfersinn und Brüderlichkeit Kraft und Können einzusetzen für des Vaterlandes Erstarkung und Aufstieg, aber auch (ab hier im liberalen Kasseler Tageblatt fett hervorgehoben, A. L.) mitzubauen an den Dämmen, durch die der Sintflut eines neuen Krieges die stärke menschlicher Verbundenheit entgegengestemmt wird.“

Das war eine Botschaft ganz im Sinne des Künstlers Sautter, die aber Rechtskonservative und Revanchisten nicht zu akzeptieren bereit waren..Anders als die gemeinhin üblichen Kriegerdenkmäler war Sautters Werk nämlich nicht dazu angetan, vaterländisches Heldentum und nationalistische Euphorie zu preisen.


„Der Gefallene“

Da Hans Sautter aus München kam, kannte er sicher die Skulptur „Ruhender Krieger“ des Bildhauers Bernhard Bleeker in der Gedenkstätte vor dem Bayerischen Armeemuseum in München, die 1924 fertiggestellt wurde, aber er seinen toten Soldaten in Uniform und mit Stahlhelm ausführte. Also eine andere Aussage erhält als die von Sautter. Bei der offiziellen Einweihungsfeier im September 1928 führte Stadler auch aus „ die Botschaft von Sautters Kunstwerk ist, sie sind gestorben im festen Glauben an des Vaterlands Größe und Einheit, aber auch mit einer unsäglichen Sehnsucht nach Frieden im Herzen. Uns erwacht Pflicht und Aufgabe, ihr Vermächtnis wachzuhalten und ihnen Treue und Opfersinn, Brüderlichkeit, Kraft und Können einzusetzen für des Vaterlands Erstarkung und Aufstieg und mitzubauen an den Dämmen, durch die der Sintflut eines neuen Krieges die Stärke menschlicher Verbundenheit entgegengestemmt wird.“

Das war eine Botschaft ganz im Sinne des Künstlers Sautter, die aber Rechtskonservative und Revanchisten nicht zu akzeptierten bereit waren.




Die Gefallenengedenkstatt im Nationalsozialismus – Fürstengarten - Der Gehenkte


Gleich nach der Machtübernahme startete die Kurhessische Landeszeitung eine Kampagne gegen das verhasste Denkmal. Vor allem geriet Hans Sautter, als Direktor der Kunstgewerbeschule abgesetzt, in die Kritik. Sein Nachfolger im Amt des Schulleites, Dr. Georg Blaß, polemisierte gegen Sautters Werk: ...es drückt nicht den heldischen Gedanken aus, und wie könnte das auch sein, wenn er Marxist und Pazifist ist und zu einer Clique von Gott sei Dank jetzt endgültig beseitigten „Führern“ der vergangenen, unerfreulichen und schmachvollen Epoche gehörte.“ Und schließlich heißt es in einem Leserbrief eines „Pg. Kupfer“ ... „fort mit dem pazifistischen Dreck!“ 1938 ließen die Machthaber den „Gefallenen“ abdecken und die Gruft schließen.

Nach Kriegsschäden erfolgte die Sanierung 1951

Die Skulptur Sautters wurde 1951 wieder offen gelegt, Das Mahnmal wurde nach Beseitigung der Kriegsschäden am 14.11.1954 wieder eingeweiht.

Anders als die gemeinhin üblichen Kriegerdenkmäler war Sautters Werk nämlich nicht dazu angetan, vaterländisches Heldentum und nationalistische Euphorie zu preisen. Auch jetzt gab es wieder den Streit um die zentrale Frage: Heldenverehrung oder Trauer um die Opfer. Die Wogen schlugen hoch, als der Deutsche Gewerkschaftsbund am 23.02.1955 am Ehrenmal eine Kundgebung gegen die Wiederbewaffnung plante. Soldatenverbände und konservative Kräfte versuchten mit allen Mitteln die Veranstaltung zu verhindern, vergebens.



Soldaten als Deserteure zum Tode verurteilt., weil sie die NS.Gewaltherrschaft verweigerten und dafür verfolgt und getötet wurden, aufzustellen. Die Tafel wurde im Mai 1987 am Ehrenmal in der Karlsaue in Anwesenheit des Oberbürgermeisters eingeweiht. Voraussetzung war eine Dokumentation von Prof. Jörg Kammler über Kasseler Soldaten zwischen Verweigerung und Widerstand. Die deutsche Militärjustiz verhängte im Zweiten Weltkrieg mehr als 22 000 Todesur-teile. Der 20 Jahre junge Kasseler Marienfunker Alfred Gail wurde wegen schwerer Fahnenflucht am 10. Mai 1945 hingerichtet. Nach der Kapitulation hatte er sich mit anderen Kameraden auf den Weg nach Hause gemacht, um die Gefangennahme durch die Engländer zu entgehen.


Mahnmal für die Verfolgten und Vernichteten der NS-Diktatur“

Die Lebenden Rufe Ich – DIE TOTEN BEKLAGE ICH“

Am 8.1.1951 schreibt der Magistrat einen beschränkten Wettbewerb zur Gestaltung eines Mahnmals unter den Mitgliedern des Kasseler Berufsverbandes Bildender Künstler aus. 16 weitere Bildhauer werden zur Teilnahme aufgefordert. Zum Einsendeschluß am 30.April liegen 32 Entwürfe von 20 Teilnehmern vor. Das Preisgericht aus Fachleuten und Vertretern der Stadt kürt am 20.6.1951 den Entwurf des 75jährigen Bildhauers Prof. Hans Sautter aus Kassel, eines im Dritten Reich verfolgten Künstlers, als Sieger. Die Bildhauer Wilhelm Hugues (2. Preis und 2. Ankauf), Paul Halbhuber 3. Preis) und Paul Häßler (1. Ankauf) erhalten die weiteren Prämien. Ab 29.6.1951 werden die Arbeiten für 14 Tage im Stadtkrankenhaus Wilhelmshöhe öffentlich zur Diskussion gestellt. Die Stadtverordneten schließen sich der Entscheidung der Jury an, so daß noch im Herbst 1951 mit dem Bau begonnen werden kann. Am 6.12.1953 wird das Denkmal eingeweiht. Sautters Entwurf hebt sich bereits in seiner Standortwahl und - behandlung deutlich von den übrigen Einsendungen ab. Entgegen der Ausschreibung, die eine dreieckige Grünfläche vor der Murhard-Bibliothek vorsah, wählt der Bildhauer das „sehr einsame” Gelände des nordöstlichen Fürstengartens hinter dem Gebäude für sein Denkmal aus. Im Jahr 1953 wird er die Standortsuche rückblickend so beschreiben: „Ich suchte damals einen Platz, der für eine solche Mahnstätte geeignet war. Er sollte der breiten Öffentlichkeit zugänglich sein, zugleich aber auch zum Verweilen, zur Besinnung, zur Vertiefung der Erkenntnis auffordern.” Anders als die übrigen Bildhauer, die sich ganz auf skulpturale Entwürfe verlegen, schlägt Sautter die Errichtung eines architektonisch geprägten Denkmals vor. Ein nach oben offener Rundbau soll sich anstelle eines bestehenden, vermutlich als Aussichtsplattform angelegten Rondells, bastionsartig aus einem Geländerücken des Parkes erheben. Der Mauerring (Höhe 7 m) aus grob bossierten Sandsteinquadern markiert heute die Innenkurve der später angelegten Straße „Am Weinberg“ Zum Straßenraum wehrhaft geschlossen und abweisend, istds Denkmal deutlich der Parkseite zugewendet. Eine kurze, rampenartig aufgeschüttete Allee führt axial zu seinem Eingang hin. Ein kleiner Vorplatz ist dem Eingang vorgelagert. Das architektonisch geprägte Denkmal wird durch zwei stelenartige Skulpturen flankiert, die die Titel „Trauer” und „Hoffnung” tragen. Die trauernde (vollkommen in ein Tuch gehüllte) und die hoffende (flehend die Hände erhebende) Gestalt, die eine zeitgenössische Kritik „im Geist des frühen Mittelalters” geschaffen sieht, sind in ihrer Darstellungsweise auf kubische, anthropomorph-abstrahierende Körperformen reduziert. Der Eindruck des Bedrückenden, der von den grob behauenen Skulpturen ausgeht, wird durch lastende, über den Köpfen weit vorkragende Deckplatten

noch verstärkt.

Der Besucher tritt in einen engen, schleusenartigen Vorhof. Der von groben Bruchsteinplatten belegte Hof leitet schließlich in einen engen, lastenden Durchgang über. Hier ist die bereits genannte Widmung des Mahnmals über einem Zitat Schillers angebracht, das die Intention der Trauer zaghaft mit mahnenden Forderungen verknüpft: „Die Lebenden rufe ich, die Toten beklage ich”, liest der Ankommende, während ihn vier Stufen zum tiefer liegenden Innern des Rondells führen.

Das Wehrhaft-Abweisende der äußeren Form findet hier, im Innern des ringförmigen Bauwerks, ihr logisches Pendant im Eindruck des Geschützt- oder (je nach Empfindung) des Eingeschlossenseins. Alles in diesem von der Außenwelt abgeschlossenen, zum Himmel geöffneten Raum strebt dem Mittelpunkt zu, den eine bereits seit Beschreiten des Zugangsweges sichtbare, bronzene Dornenkrone einnimmt. Die am Boden liegende Skulptur zeigt das symbolische Dornengeflecht in monumentalisierter Größe und Gestalt. Radiale Strukturen der Natursteinplatten am Boden führen zusätzlich zu diesem Zentrum hin. Ein Band aus blauen Blumen, in denen Sautter ein Zeichen der Treue sehen möchte, zieht sich um das Mauerrund. Auf einer ringförmigen Natursteinbank sollen 100 Menschen Platz nehmen können. An der Mauer sind zwei längere Zitate (Hebbel und Hölderlin) und sechs Kranzhalter zu finden. Sautter legt dem Denkmal ein kontemplatives Erfahrungsmuster zugrunde: Ein vom Stadtgeschehen abgewendeter, landschaftlicher Standort; die architektonische Abgrenzung eines vom „fernen Großstadtgetriebe völlig entrückten” Gedenkraumes; die Inszenierung seines Zuganges durch aufeinanderfolgende, schleusenartige Tor- und Hofsituationen. Der runde Ehrenhof schließlich bringt mit seiner Konzentration auf das Zentrum, seiner Verweil-Aufforderung durch eine ringförmige Ruhebank und seine ausführlichen literarischen Zitate das Motiv der Verinnerlichung zum Höhepunkt. Sautter, der auf dem Gebiet der Memorialkunst Erfahrungen besaß, entwirft für die Opfer des Faschismus eine Anlage, die sich nur durch ihre textlichen Attribute von den herkömmlichen Vorbildern der Kriegerehrung unterscheidet. So sind die Parallelen dieser wehrhaften Memorialarchitektur zum diskreditierten Motiv der „Totenburgen” des VDK unübersehbar; sie reichen von der kreisförmigen Elementarform über die Verwendung „echter Baustoffe in gediegener Verarbeitung” im Innen- und des im Außenbereich dominierenden rauhen Mauerwerks, über die schwellenartige Betonung der Eingangssituationen zwischen Außenwelt und „geweihtem” Innenbezirk bis hin zur Absenkung bestimmter Raumsituationen für kontemplative Zwecke. Andere Interpretationen führen die Gestalt stärker auf konkrete stadthistorische Bezüge - das Denkmal befindet sich am Standort eines bestehendes Rondells - und das räumliche Einfühlungsvermögen eines Bildhauers zurück, der in den zwanziger Jahren städtebaulich tätig war. Einzigartig ist zweifellos das zentrale Motiv der Dornenkrone, die Interpretationen zulässt. Sautter verwendet das christliche Symbol des Opfertodes Christi ungeachtet der Tatsache, daß es nicht alle NS-Opfer repräsentieren kann. Insbesondere die Juden, die die zentrale Widmung von den „Vernichteten” gilt, werden mit diesem ebenfalls eingeschlossen. Als Sautter in seinem Wettbewerbsbeitrag von einem „dornenkranz der deutschen” spricht, sind wohl zweifelos die Täter gemeint.

Das Denkmal hat im Laufe der Jahre nur wenige Änderungen erfahren. Die erhabenen Bronzebuchstaben der zentralen Widmungen sind inzwischen (wohl der besseren Lesbarkeit wegen) auf hellen Grundplatten angebracht. Im Ringbeet wurde ausdauernder Steinbrech gepflanzt. Das Denkmal konnte im Laufe der Jahre wenig Beachtung und öffentliche Wirksamkeit erlangen. Dafür mag einerseits der Standort in einer Parkanlage verantwortlich sein, dessen Abgeschiedenheit durch die Lage des Einganges noch verstärkt wird.

Mahnstätte der Besinnung. In: Kasseler Post v. 2.12.1953.


1933 - 1945

Die Lebenden rufe ich

DieToten Beklage ich


Im Innenraum an der Wand:

Wir sahen nur nieder ins Grab - Ob er gleich uns zur Vollendung führt aus den Höllen der Nacht hinüber in der Erkenntnisse Land.



Skulptur „Den Opfern der Gewalt“ von Vadim Sidur auf dem Friedrichsplatz gegenüber der Kirche St. Elisabeth in Kassel Eine Bürgerinitiative brachte 1974 Geld auf, damit der kleinformatige Entwurf realisiert werden konnte. Sie wurde am 29.April 2006 aufgestellt.



Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden.

Warum? Und immer an die Lage der Menschen, der Gesellschaft, von 1918/1919

denken, dann kann Zeitgeschichte in uns wirken!


Zwei Millionen Gefallene, 8 Millionen Verwundete und Kriegsversehrte erschütterten das deutsche Volk und somit auch Kassels Bürger, die ihre Väter, Ehemänner und Familienangehörige ehren wollten.

Die Stadtverordnetenversamlung kam diesen Wunsch nach.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. wurde am 16. Dezember 1919 als gemeinnützige Organisation aus der Not heraus in Kassel gegründet. Und kümmert sich im Auftrage der Bundesregierung um die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland. Die neue Reichsregierung war weder politisch noch wirtschaftlich in der Lage, sich um die Gräber der Gefallenen zu kümmern. Diese Aufgabe übernahm der Volksbund, der sich als eine vom ganzen Volk getragene Bürgerinitiative verstand. Der Volksbund bewahrt mit der Anlage und Erhaltung der Friedhöfe das Gedenken an die Kriegstoten. Die riesigen Grabfelder erinnern die Lebenden an die Vergangenheit und konfrontieren sie mit den Folgen von Krieg und Gewalt. (Volksbundbroschüre).



Kriegsbegeisterung in Kassel


Oberprimaner – Schule 1914. Kriegsfreiwillige können ein Notabitur ablegen.

Allgemeine Kriegsbegeisterung aufgrund der schulischen Erziehung zu Kaisertreue, Nationalismus und Militarismus.

In der Öffentlichkeit wurden die Nachrichten von dem deutschen Volke aufgezwungenen Krieg geglaubt und die Reaktionen der Menschen als Massenphänomen und für eine „Kriegsbegeisterung“ interpretiert. Es schien kein anderes Thema mehr zu geben, als Krieg und nochmals Krieg. Extrablätter waren schnell verkauft, Musikkapellen spielten auf und patriotische Gruppen stimmten vaterländische Lieder ein. Insgesamt beobachtete man eine Art Kriegsfieber unter den Einfluss einer Massensuggestion, die man seit Jahrzehnten nicht mehr beobachtet hat. Aber daraus eine breite Begeisterung für den Krieg zu folgern, ist wohl eine wohldurchdachte Pressekampagne zuzurechnen und gibt nicht die wirkliche Stimmung des Volkes wieder.

Ursachen:

- das militärisch und nationalistische Denken vor allem der bürgerlichen Gesellschaft

- der Kasseler Oberbürgermeister Erich Koch - Weser schrieb in seinem Tagebuch von einem Gefühl der Benachteiligung Deutschlands: „ Dass die drei Gegner selbst überall in der Welt Beute gemacht haben, Deutschland aber nie ein kleines Stück gegönnt haben, und dass es deshalb einmal dazu kommen musste, dass sich unser wachsendes Volk der Erdrosselung erwehre.“

- Auch die Sozialdemokratie wollte die Freiheit des deutschen Volkes verteidigen, doch „ unser Herz weiß nichts von Kriegsbegeisterung.“

- Die ausziehenden Soldaten wurden unter Hurrarufen zum Bahnhof begleitet.

- Auch das Casseler Volksblatt betonte: „Die Stimmung ist: Unser muss der Sieg sein!“

- Koch – Weser über die Haltung der Eingezogenen, ruhig und entschlossen, keine Prahlerei, kein umherstolzieren… und über die Freiwilligen:: „ Alle Schichten des intelligenten Bürgertums wetteifern in dieser Gesinnung.“

- Die Presse dient der vaterländischen und nationalistischen Sache und keine differenzierte und hinterfragende Berichterstattung war zu beobachten.


1934 zum 20. Jahrestag des Kriegsbeginns:

Die Kasseler Post sprach im Zusammenhang mit dem Auszug der Truppen von einem „Leuchten“ , dass die Züge der Krieger“ verkläre und am 5. August 1934 wurde in der selben Zeitung verkündet, dass „ die Begeisterung keine Grenzen gekannt habe“

Die Kasseler Zeitungen, die dem Denken der NSDAP verhaftet waren, nutzen die Berichterstattung über die ersten Tage des August 1914 deutlich in eigener Sache. Die gemeinschaftliche völkische Solidarität diente schließlich der nationalsozialistischen Propaganda.

Eine Kriegsbegeisterung immer wieder mit den Fotos zu begründen, hält wohl einer genaueren Untersuchung nicht stand. Das Lachen kann auch ganz andere Gründe haben: der Freundin, der Frau oder den Eltern zuzuwinken;


Oberbürgermeister Koch-Weser

(Auszug aus den Tagebüchern von Koch-Weser)

Die Ereignisse im August 1914 veranlasste Koch-Weser ein Tagebuch zu führen, um die Ereignisse aus persönlicher Perspektive festzuhalten.

Er stand sechs Jahre an der Spitze der Deutschen Demokratischen Partei (DDP)

und deren Reichstagsfraktion, der als Innenminister und Justizminister in insgesamt vier Kabinetten der Weimarer Repubik angehörte. Seit 1927 wurde er offiziell Koch-Weser im Reichstag genannt,um Verwechselungen zu vermeiden.

Der ging 1909 für vier Jahre als Stadtdirektor nach Bremerhaven, bevor er am 12. September 1913 auf 12 Jahre zum Oberbürgermeister der 150 000 Einwohner zählenden Stadt Kassel gewählt wurde.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges galt er als Experte auf dem Gebiet des staatlich organisierten Ernährungs- und Versorgungswesens /Fachmann auf dem Gebiet der Lebensmittelversorgung.

Am 4. August 1914 bewunderte er die entschlossene Gesinnung und auch die Haltung der eingezogenen.

.

Die Situation in Kassel bereitete Koch-Weser in den Revolutionstagen wenig Sorgen. Das gute Verhältnis zu den Arbeiterführern seiner Stadt in den vergangenen Jahren gepflegt hatte, erwies sich als hilfreich, um die Gefahr einer chaotischen Umbruchsituatiin zu mindern. Und es gelang ihm, den Kommandeuren der Kasseler Garnison von unbedachen Vorgehen abzuhalten.

Er erklärte in der Stadthalle am 2. Januar 1919. „in die Demokratische Partei dürfe niemand aufgenommen werden, der während des Krieges noch Gegner des gleichen und allgemeinen Wahlrechts gewesen sei. Zur Demokratie wie auch zur Zusammenarbeit mit der SPD könne es keine Alternative geben. „ Die enge Zusammenarbeit mit der SPD wurde nun endgültig zu einem Fixpunkt seines politischen Programms, weil seiner Ansicht nach allein daraus ein tragfähiges Fundament für die neue Regierung erwachsen konnte.“




Die Kriegsjahre waren gekennzeichnet zwischen einer Burgfriedenspolitik und der Sehnsucht nach Frieden.

April 1917 USPD wird gegründet, die Einheit der Sozialdemokratie zerstört.

Georg Thöne war Vertreter einer Kriegszielpolitik, die auch Annexionen nicht ausschloss. Die Kasseler SPD verurteilte jede Ablehnung weiterer Kriegskredite und verurteilte alle Abweichler in der Reichstagsfraktion scharf. 8.8.1916 große Friedenskundgebung mit 9000 Teilnehmern im Stadtpark. Stimmungsbericht des Landrates des Kreises Melsungen vom 15. Oktober 1916:

Die Stimmung in der Bevölkerung war von Verärgerung, Unzufriedenheit, Unsicherheit und Sorge und Kummer gekennzeichnet, So dass eine zunehmende Ermüdung, ein Nachlassen der Widerstandskraft bemerkbar wird.“ Der Hungerwinter 1916/17 verschlechtete die Stimmung in der Bevölkerung.

Im April 1917 kam es in Teilen des Reiches zu Streiks.

Streiks schafft kein Brot. Wir müssen durchhalten bis zum siegreichen Ende.“

Der Magistrat sprach zu gleichen Zeit von einer schlechten Stimmung, stellte aber fest: „ dass die Führer der hiesigen Gewerkschaften in jeder Weise dazu beigetragen haben,das Volk zu beruhigen.“

Dass Deutschland den Krieg verlieren würde, war aufgrund letzter erfolgloser Offensiven und schwerer Niederlagen spätestens im August 1918 klar. Die OHL bestimmte durch Zensur die Presse und liess die Parteien über die wirkliche Lage im Unklaren. Zwang die neue Reichsregierung dann zu einem Friedensangebot an Wilson und spielte damit den schwarzen Peter den unliebsamen Parlamentariern zu – die Saat zur „Dolchstoßlegende“ wurde gelegt.


Urlaubsswelle mit Breitenwirkung

200 beurlaubte Soldaten treffen am 9. November in Kassel ein. Ihr Eintreffen löste eine Welle von Ereignissen aus. Am 9.11. wurde vor tausenden von Menschen auf dem Friedrichsplatz der Unmut der Menschen laut, die über die kriegsbedingte politische, wirtschaftliche und soziale Lage protestierten.

Die offen zutage tretenden Unzufriedenheit der Soldaten begegneten die Sozialdemokraten mit dem Versuch aufkeimenden Aktivismus zu kanalisieren.




Der Wendepunkt des Ersten Weltkriegs an der Westfront war die zweite Schlacht an der Marne. Am 18. Juli 1918 führten die Franzosen und Amerikaner einen Gegenangriff, der das Ende des Ersten Weltkrieges einleitete.

Die deutschen Truppen waren um diese Zeit schon abgekämpft und schlecht versorgt und überrascht. Sie gaben ihre Position vor der Marne auf und zogen sich hinter die Marne nach Norden zurück. Die eroberten Gebiete vom Mai und Juni mussten aufgegeben werden. Der 18.Juli wurde zur Schicksalswende des Krieges.


Wie fing der Vormarsch über Luxemburg und Belgien an?

Die deutsche Armee beginnt mit dem Gaseinsatz!

Der Gaskrieg (Einsatz von Chorgas) am 22.April 1915) brachte eine grausame und verheerende

Verletzungssituation für die Soldaten. Das Chlorgas wurde aus Behältern bei geeigneter Windrichtung abgeblasen. Es fielen bis zu 5000 Menschen einem deutschen Chloreinsatz zum Opfer. Das war der eigentliche Beginn der chemischen Kriegsführung. Am 31.Mai kam bei einem deutschen Angriff erstmals Grünkreuz und damit Phosgen zu Einsatz. Die Chemiker entwickelten anschließend Kontaktginte wie Senfgas. Alle Anwendungen führten zu Verätzungen von Haut, Augen und Bronchien sowie ihrer Exposition zum Tod. Der ersten Abgriff in Ypern mit dem neuen chemischen Kampfmittel in der Nacht vom 13. Juli 1917 wurde mit 50 000 Granaten geführt. Verletzungen wie oben und 14.200 Verletzte, 489 Tote. Der Tod trat bei nahezu vollem Bewußtsein ein. Im Krieg wurden insgesamt 112 000 Tonnen Giftgas eingesetzt, davon von Deutschland 52.000 Tonnen. Schätzungen gehen an der Westfront von 500.000 Verletzten und 20.000 Toten aus.


Der Krieg hinterließ dramatische Lücken in der Demografie Deutschlands und erzeugte eine noch nicht gekannte soziale Not bei Kriegswaisen und – witwen. Unter den Verwundeten befnden sich zahlreiche mitunter bs zur Unkenntlichkeit entstellte Invaliden, die mit unbekannten Gesichtentstellungen und Amputationen in ein Zivilleben entlassen wurden. Unzählige ehemalige Weltkriegssoldaten starben an den Folgen der Verletzungen.


Beim Vormarsch in Belgien erlebten deutsche Soldaten die verbrecherische Seite des Krieges und die barbarischen Methoden, welche Deutschland in der Durchführung des Krieges angewandt hat.

(Bericht im Buch: „Streifzüge durch Weinberg,Auehang und Südstadt“).


Der Stellungs- und Grabenkrieg brachte psychische Belastungen der Frontsoldaten und Durchhalteparolen, die letztlich auch zum Umdenken der Soldaten führten, die sich nur nach Frieden sehnten.


In der Heimat wieder angekommen , wurde ihnen die Reparationszahlungen von 226 Milliarden Goldmark präsentiert. später auf 132 Milliarden Goldmark reduziert, jährlich 2 Milliarden. Die letzte Zahlung wurde am 3. Oktober 2010 beglichen.

Der Gaskrieg (Einsatz von Chorgas) am 22.April 1915) brachte eine grausame und verheerende Verletzungen für die Soldaten. Das Chlorgas wurde aus Behältern bei geeigneter Windrichtung abgeblasen. Es fielen bis zu 5000 Menschen einem deutschen Chloreinsatz zum Opfer. Das war der eigentliche Beginn der chemischen Kriegsführung. Am 31.Mai kam bei einem deutschen Angriff erstmals Grünkreuz und damit Phosgen zu Einsatz. Die Chemiker entwickelten anschließend Kontaktginte wie Senfgas. Alle Anwendungen führten zu Verätzungen von Haut, Augen und Bronchien sowie ihrer Exposition zum Tod. Der ersten Abgriff in Ypern mit dem neuen chemischen Kampfmittel in der Nacht vom 13. Juli 1917 wurde mit 50 000 Granaten geführt. Verletzungen wie oben und 14.200 Verletzte, 489 Tote. Der Tod trat bei nahezu vollem Bewußtsein ein. Im Krieg wurden insgesamt 112 000 Tonnen Giftgas eingesetzt, davon von Deutschland 52.000 Tonnen. Schätzungen gehen an der Westfront von 500.000 Verletzten und 20.000 Toten aus.


Der Krieg hinterließ dramatische Lücken in der Demografie Deutschlands und erzeugte eine noch nicht gekannte soziale Not bei Kriegswaisen und -witwen. Unter den Verwundeten befnden sich zahlreiche mitunter bs zur Unkenntlichkeit entstellte Invaliden, die mit unbekannten Gesichtentstellungen und Amputationen in ein Zivilleben entlassen wurden. Unzählige ehemalige Weltkriegssoldaten starben an den Folgen der Verletzungen.



Im Mittelpunkt stehen die Soldaten

Der Erste Weltkrieg als Schöpfungsakt für Europa

Nationalismus führt zum Krieg, Und der Erste Weltkrieg hatte einen schöpferischen, vorausweisenden Charakter, der bahnbrechende Gründungsereigneisse des 20.Jh. mit einer Weltrevolution und politischen Veränderungen und das Ende des Fürstentums in Deuschland einleitete. Im Herbst 1918 kam der Krieg zum Stillstand, aber nun begannen eine Vielzahl von Umstürzen, Bürgerkriegen,Grenzkriegen und Invasionen,Hungerkatastrophen und Seuchen. Eswar eine wahrhaftige „Menschheitsdämmerung“:

Der Krieg begann für das Husarenregiment Landgraf Friedrich II. Von Hessen Homburg, 2. Kurhessisches, Nr. 14 am 7. Oktober 1914. Als erster Truppenteil rückte Regiment nach schweren Kämpfen mit Engländern in Ypern ein. Dann ging es weiter bis vor Calais und Dünkirchen. 1915 wurde es auf den Schlachtfeldern im Kurland, Wilna eingesetzt, 1916/1917 unter Feldmarschall Mackensen in Rumänien, 1918 kämpfte es in der Ukraine.

Die Train-Abteilung Nr.11 nahmen an den zahlreichen Gefechten seit 1914 teil. Von der Kurhessischen Trainabteilung starben 1914 bis 1918 1538 Angehörigen. Die Tradition fand in der Reichswehrzeit bei der 3. Eskadron der 5. Fahr – Abteilung, später bei der Panzerabwehrabteilung Kassel.

Infanterieregiment von Wittich (3. Kurhessisches) Nr. 83

Am 1. August traf der Mobilmachungsbefehl beim Regiment ein. Am 2. August ging es nach Lüttich.

Ers.-Rekr bei Ers.-Abt des kurhessischen Feldartillerie-Regiment Nr. 11, Cassel (E-Felda oder F.A.R. 11, Felda 203 II. (Italien/Tirol. Wilhelm Gerth - Ypern, Kemmel, Flandern, Aisne.

Kriegsfreiwilliger Musketier Heinrich Wilke, geb. 25.Mai 1895, Düsseldorf, Eintritt nach der Mobilmachung 5.8.1914 zum 1. Rekr. Dep. Ers.Batl.Inf. Regt 83. Am 28.8. zur 3. Komp. Res. Inf.Regt. 234, 11.1.1915 z. 5. Komp. Ers. Batl. Inf Regt. 167.: 18.-23.10. 1914 Schlacht an der Yser.

Georg Krieger, aktiver Soldat 1912 bis 1918, bei der 83er Artillerie und ging am 4. August nach Flandern. Sein Kamerad Justus fiel in Belgien im August 1914


Da die Gedenkstätte im II. Weltkrieg durch Bomben stark beschädigt wurde, setzte sich Stadtrat Heinrich Pfennig für den Erhalt und Umgestaltung des Ehrenmals ein. So konnte die Gedächtnisstätte 1955 erneut eingeweiht werden. „Es handelt sich um eine Anlage,wie sie wohl keine andere Stadt Deutschlands besitzt.“ meinte der SPD-Stadtverordnete Otto Voepel, beim Einbringen des Antrages in der Stadtverordnetenversammlung am 15.11.1920. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.


SOLDATEN DES ERSTEN WELTKRIEGES BERICHTEN


Karl Schumann berichtet:

Mein Vater Eduard Schumann meldete sich als Kriegsfreiwilliger 1916 und wurde dem Kasseler Inf.-Regiment Nr. 167 zugeteilt. In der Militärstammrolle sind folgende Kriegseinsätze für ihn festgehalten:

30.12.1916 – 21.4.1917: Stellungskrieg in Ost-Galizien.

22.2.1917: Teilnahme an einer Kampfpatroille und Auszeichnung

mit Eisernem Kreuz II. Klasse.

27.4.1917-25.5.1917: Kämpfer an der Yser (Belgien).

27.5.-21.7.1917: Schlacht in Flandern;

23.7.-3..10.1917: Kämpfe in der Siegfriedstellung;

4.10.-7.10.1917: Schlacht in Flandern;

7.10.1917: westlich Paschendaele schwer verwundet.

Durch Regimentsbefehl der

12. Komp.Inf.Regmt Nr. 233 wegen Tapferkeit vor dem Feind

zum etatmäßigen Gefreiten ernannt.

15.8.1918: Das Verwundetenabzeichen verliehen.

Letzter Dienstgrad Unteroffizier.

Den großen Wunsch meines Vaters, noch einmal, die Kirche in Paschendaele zu besuchen in der er zwei Tage allein schwer verwundet gelegen hat, habe ich ihm mit meiner Mutter erfüllt.


Karl Schweitzer, 1. Oberelsässisches Infanterieregiment Nr. 167,, wurde am 24.11.1896 in Wehlheiden als fünftes und jüngstes Kind der Eheleute Hellmuth und Elisabeth Schweitzer, geb. Frey, geboren. Sein Vater kam um 1880 als Küfer aus Zerbst in Anhalt nach Wehlheiden und arbeitete dort bei der ehemaligen Aktien-Brauerei in der Wilhelmshöher Allee/ Ziegelstraße/Adolfstraße (heute befindet sich dort ein Teil der Universität Kassel). Am 29.07. 1884 heiratete er Elisabeth Frey, einziges Kind der Eheleute Georg Alois Frey und Amalie, geb. Frickmann. Schweitzers hatten fünf Kinder – 2 Mädchen und 3 Jungen. Der jüngste Sohn ist der hier genannte Karl. Nach der Volksschule erlernte Karl den Beruf des Elekromonteurs bei einer Firma in Kassel. Bevor er Ende 1915 zum Infanterieregiment 167 zum Wehrdienst eingezogen wurde, war er von März bis Mai 1915 als Elektromonteur bei einer Privatfirma auf dem Truppenübungsplatz Neuhammer a/Q (nordöstlich von Görlitz im heutigen Polen) tätig. 1916 in Frankreich eingesetzt kam er noch im gleichen Jahr nach Ungarn (damals K. u. K. Österreich-Ungarn, wo er mit deutschen und K.u K- Soldaten in einem Elektrozug des K. u. K. Schützenregiments 13 eingesetzt war. Über seine Verletzung

und Tod hat sein damaliger Unteroffizier (Kolbe aus Coburg) Karls Eltern berichtet. Karl musste in der Nacht vom 28. auf den 29. Juli 1917 nach Artilleriebeschuss an der Front, eine neue Elektroleitung verlegen. Dabei wurde er durch einen Brustschuss so schwer verletzt, dass er noch in der Nacht am 29. Juli auf dem Verbandsplatz des 1. Bat. Des K.u.K. Schützenregiments 13 verstarb. Er wurde auf dem Soldatenfriedhof in Chwajna beigesetzt.


Wilhelm Gerth – Militärlaufbahn:

1.9.1914: Eintritt Rekrut (Ersatz-Abteilung der Feldartillerie Nr.11;

5.5.1916: etatmäßiger Gefreiter;

13.4-1917: Unteroffizier bei der Gebirgs-Batterie 18;

2.10. 1918: serbische Gefangenschaft

28.10.1919: Durchgangslager Lechfeld nach Kassel entlassen.

Beurlaubungen:

19.4. – 10.5.1917, am 21.4. erfolgte Pocken-Impfung in Plattling.

4-26.12.1917.

Verwundungen:

Tirol: erste leichtere Verwundung als Kopf-Streifschuss, linke Schläfe;

Cschilit-pass, schwere Verwundung (Brustkorb und Oberschenkel), danach

Vom 24.2. bis 3.6.1918 im sächsischen Feldartillerielazarett Nr. 314 in Dunja, Mazedonien.

Auszeichnungen:

Orden und Ehrenzeichen im I. Weltkrieg:

1. EK II am 10,1,1917; 2. Verwundeten Abzeichen (schwer) 2w1.8.1918;

3. EK I m 31.3.1920; 4. Ehren EK 1935/Hindenburg

5. Gedenkmedaille 1915/18 des Bulg. Königs, 1938; 6.

Kriegsdienst-Kreuz II 1939

Erich Wendland, Eintritt ins IR 83 von Wittich, Weiterverwendung im 11.Jägerbataillon nördlich von Verdun, gest. 1.4.1916 im Feldlazarett 25 in Sivry: „Liebe Eltern und Geschwister. Hier ist eine schlimme Kante. In fünf Tagen 2 Tote und ca. 15 Verletzte. (1915) 7.3.1916 beim Sturm auf den Rabenwald durch eine Gewehrkugel ein Kopfschuss erlitten. Transport in die Heimat ausgeschlossen. Am 1.4.1916 verstorben. Erich Wendland, Eintritt ins IR 83 von Wittich, Weiterverwendung im 11.Jägerbataillon nördlich von Verdun, gest. 1.4.1916 im Feldlazarett 25 in Sivry: „Liebe Eltern und Geschwister. Hier ist eine schlimme Kante. In fünf Tagen 2 Tote und ca. 15 Verletzte. (1915) 7.3.1916 beim Sturm auf den Rabenwald durch eine Gewehrkugel ein Kopfschuss erlitten. Transport in die Heimat ausgeschlossen. Am 1.4.1916 verstorben im Feldlazarett 25.

Hessische XVIII. AK (von Schenck)

Einsatz in Verdun und beim französischen Großangriff Ende Oktober/November 1916.

Stellungen zwischen Maas und der Woevre-Ebene.

Mitte Dezember 1916 stehen an der Maas das deutsche VII.RH, das XIV. AK und das XVIII RK mit 8 Divisionen, eine kam von der Somme, völlige Erschöpfung der deutschen Trppen. Sie konnten keinen Widerstand mehr aufbringen.

Im Buch „Streifzüge..“ sind folgende Ehentafeln abgebildet:

· Gedenktafel Res. Inf. Rgt. Nr. 235;

· 1. Oberelsässiches Inf. Rgt Nr.167 ,

· Husarenregiment Landgraf Friedrich von Hessen – Homburg,

2. Kurhessisches Nr. 14;

1.Kurhessisches Feldartillerieregiment Nr. 11 und Tochterverbände

87. Infanterie-Division

Thüringsches Fußartillerie Regiment Nr. 18;

Infanterieregiment von Wittich. 3-Kurhessisches Nr. 83;

Soldat Schumann Infanterieregiment Nr. 167

Karl und Walter Schweitzer gefallen am 28.7.1917 in der Ukraine Seth

Soldat Poppenhäger Nr. 83

Soldat Krieger, geb 1923, 1944 in Russland gefallen, Eltern Helmut

und Katharina Kriegshochzeit 1917.

Georg Meister, geb 1896, gest. 1916, Eintritt 1915

ins Res.Inf. Regiment 228, 2. Batterie, 5. Kompanie, Unteroffizier,

gefallen/vermisst 1.Januar 1916


Soldat Gruber, preußisches Feldartillerie Nr.203 und 204

Wilhelm Gerth, Eintritt 1.9.1914, Feldartillerie Nr.11

Erich Benssell,geb 5.4.1895, Train Abt Nr. 11, 1.Eskatron, ebernso Max Müller

Albert Gans und Gustav Gans, beide 1914 an der Yser gefallen, die Mutter starb an Herzeleid 1922.


Hermann Nagel, 3.3.1894, am 1.5.1915 eingezogen als Kriegsfreiwilliger, Feldartillerie-Regiment Nr. 11


Beinhauer, vier Brüder ziehen in den Krieg und kehren heil zurück, Thüringsches , Infanterieregiment Nr.32 und Inf. Rgt 167, Heinrich Beinhauer wurde 100 Jahre alt.

OB Lauritz Lauritzten überbrachte Glükwünsche.


Soldat Mette, Einritt 2.10.1914, Gefr, Rekrut bei dem VI. Rekruten Depots, 1.Ers.Batt.IR 82.



Willi Pasche - Auszug aus Feldpostbriefe der Abiturienten aus Kassel

Er sammelte die Feldpostbriefe seiner ehemaligen Schulfreunde und Lehrer, z.B. Soldat Martin Wickert. Die Briefe zeigen wie schon im August 1914 der anfängliche Hurra-Patriotisnus in Todesangst umschlug. Es wird ihm über die Gräuel des Krieges berichtet. Ein Briefwechsel zeigt, wie ein Kamerad versucht, seinen Freund davon abzuhalten sich freiwillig zu melden: „Lass die Finger davon, Soldat zu werden, das rat ich dir.“

Zwischen ehemaligen Gymnasiasten und Kriegsfreiwilligen und Schulfreunde des Obere Realschule, heute Goethegymnasium.. 24.7.1918 vom Schulfreund Hesse „...Zwar möchte ich nicht noch einmal in meinem Leben tauschen. Hier bei mir ist doch bedeutend aufregender als das Pennelerleben. Wir exerzieren hier tüchtig, schießen schon mit Exerzierpatronen. Letzten Freitag sind wir vereidigt worden, der Tag dienstfrei und abends gingen wir Baden im Main. Alles Tipp - Topp.

Von F. Wichert, Grenadier Rgtm. 5. F-Batt. 1. Kompanie. Lieber Willi, Bei mir hat sich sehr viel geändert. Mir fehlt nur die Lust dazu, Ihnen das zu schreiben. Theater und Kino macht uns jetzt der Franzmann vor. Aber ein Theater, dass einem Hören und sehen vergeht. In der Marneschlacht waren wir aufgerieben, dann festgesetzt...Eine Divison wurde in unserem aufgelöst. Dann zehn Tage Ruhe.

Dann in diesem Schlamassel bei Arras. O,....Ja, so ist unser Krieg, weiter nichts wie Mist. Und diesen Haufen Mist können sie gar nicht mehr abfahren. Was war eigentlich noch einmal toll, das ist ein Rätsel. Mir ist ganz einerlei was daraus wird, wenn es nur Schluss wird, das Leben ist doch nicht mehr, was einem Freude bringt. Nur auf später brauch ich jetzt nicht zu zählen. Was man hier zu leiden hat – nicht zu essen, nichts zu trinken, seit vier Tagen nichts mehr zu trinken. Ich sage Ihnen, die Zunge hängt wie ein Brett im Mund und dann noch Lust zu stürmen? Fertig machen heißt es und ich war schon kaputt ( ... ).

16.8. Was soll denn eine schöne Erinnerung sein, wenn wir im Massengrab den rosigen Weg ins Massengrab der Gerechten gehen? 24.8. Also dir gefällt es nicht mehr in den Ferien. Mensch, sei so ruhig, denn du bist doch der Schlaueste von uns. Meinst du hier draußen wäre es besser? Alter Freund, hier geht es „Dienst mit Kaffeeschlag.“ Viele meiner Kameraden sind schon tot. Lothar Dithmann verwundet, Ritz Gollmann (Olli) hat Gasvergiftung und da sind nur Leiden an der Front. Lass die Finger davon (Soldat zu werden), das rat ich Dir.

31.8.18 an den Schulfreund: „...Ich sage jedoch, dass du keine Vernunft annehmen willst – Gut – Geh und werde Soldat. Eines sage ich Dir aber, Du bereust es sehr. Hier ist es ziemlich lebensgefährlich, das lass Dir gesagt sein. Heil und Sieg! Ich gäbe sonst was drum, könnt‘ ich jetzt auch auf die Uni gehen. Du willst eben nicht. Du weißt es eben nicht, wie gut Du es hast.... Liebe Grüße Dein alter Fritze.

21.9.:… und Du musst am 27. zur Musterung. Alter Junge, informiere dich KV I ist dir sicher..Flamig ist Flieger. Der hat furchtbaren Dussel gehabt. 7. Jan. 1918 - Lieber Willi, Wir haben Tauwetter, Heute waren wir durchnäßt bis auf die Knochen, so hat man uns getrillt, Noch schlimmer als in Friedenszeiten, das macht viel nur in „Ruhe“ liegen (Ruhestellung). Lieber dauernd da, wo man den Franzmann vor Augen hat, aber nie in der sogenannen „Ruhe“. Es sind schon die Vorübungen für den Vorstoß, der wohl nicht allzufern ist. Wir werden sicher als Stoß- oder Sturmbataillon eingesetzt. Nun, so wie es kommt, so wird es genommen! Denn anders läßt sich nichts aussuchen.. Es wird ja allerhand angestellt, um uns das Leben angenehm zu machen. Theater und sonstige Veranstaltungen werden angeboten. Hier gibt es Französinnen, mit denen wir bis spät abends sitzen. Das es besonders schwer ist, mit den Damen fertig zu werden, gebe ich ganz gern zu. Aber immer ruhig weiter..Nur das nun ist schwer aufs Gemüt gegangen, dass hier sehr viel Friedenshoffnungen ist – sind wir gleich mit den Sachen in der Heimat. Wir werden kämpfen hier, nur die Pflicht ruft dabei, sonst könnte man verzweifeln ...Der Mensch soll nicht hoffen – so kurz ist das Leben, er soll wenn er gekränkt wird, von Herzen vergeben! Wir haben auf Erden den Krieg den Krieg erklärt und machen Frieden tief unter der Erde. Mit freundlichen Grüßen Martin Wickert. 13.2.1918 Lieber Willi, gestern ist die Meldung über den Frieden mit Russland durch gekommen. Hoffentlich kommen die anderen bald nach. Einige werden sich wohl darüber ärgern was?....Sonst geht es mir gut...Martin Wickert. 1918: An Willi Pasche, Frankfurter Straße 3: Auch Sie haben jetzt starke Hoffnungen auf Frieden. Der Wunsch nach Frieden wird bei mir immer stärker. Wenn nicht noch unsere Wünsche und Hoffnungen zu Essig werden. Sonst alles beim Alten... Rußland, den 9.11. 1918 – erhalten am 4. Februar 1919. A. Geyer, Inf Rgtm 252 an Willi Pasche. Hoffentlich können wir bald alle gesund nach Hause. Ich schließe mich Deinen Wünschen an, dass der Krieg bald vorbei ist – voll und ganz! Es geht mir noch gut. Hoffentlich sehen wir uns bald gesund und munter wieder. Es grüßt sich Dein Artur.“

Für den Kaiser kämpften jetzt die wenigsten. Jetzt galt das persönliche Überleben, heil aus diesem Krieg zu kommen. Für den Kaiser ging keiner nach dem 9. November auf die Straße.


Patriotische Postkarten dienten während des Krieges in Deutschland und velen anderen europäischen Ländern dazu, die Verbundenheit mit den Fürstenhäusern sowie mit dem eigenen Militär auszudrücken. Sie wurden im Dienst der Propaganda gestellt und hatten die Funktion, den Durchhaltewillen in der Bevölkerung und an der Front mit markigen Sprüchen und heroischen Gedichten - oft unter bezugnahme auf Gott - zu stärken. Geburtstags- und Festagswünsche wurden mit Fahnen, Eisernen Kreuzen oder lustigen Darstellungen in die Heimat oder an die Front geschickt. Andere Motive verharmlosten das furchtbare Sterben und die entsetzlichen Todesängste durch heldenhafte Posen. Immer wieder vermittelten die millionenfach hergestellten und weit verbreiteten Karten die Gewissheit, dass es ehrenvoll sei, für das Vaterland zu sterben. Vor allem in den ersten Monaten herrschte eine weit verbreitete Kriegseuphorie, die von den scheinbar unaufhaltsamen Vormarsch und siegreichen Schlachten getragen war. Immer wiederkehrende Motive waren die Familie, das Liebesglück der Getrennten und die Hoffnung auf eine glückliche Heimkehr. Oft wurden auch Kinder in niedlichen oder pseudomilitärischen Posen gezeigt, die den Eindruck der Harmlosigkeit des Krieges erweckten. Auch die Angst vor Greultaten der Feinde wurden geschürt. Das alles diente der psychologischen Kriegsführung.


Wenn wir den Ersten Weltkrieg nicht verstehen, wird uns das ganze 20 Jahrhundedrt ein Rätsel bleiben.“

(Buchfeld, Jürgen, „Ein Krieg alle gegen alle—“In . Der Erste Weltkrieg, Reinbek, März 2006,S 7-10, S.7)

Die Gefallenen sind nicht vergessen Es sind die Einzelschicksale, die besonders bewegen. bei Cambrai, 20. - 29.Nov 1917.

Die Schlachten in Frankreich

Die große Schlacht von Frankreich vom 21.März bis 6. April 1918.

Die Schlacht bei Saissons und Reims vom 27. Mai bis 13. Juni 1918

Marne-Champagne Offensive, Befehle 14.6. - 8.8.1918

Schwarzer Tag des Deutschen Heeres, englisch-französischer Angriff bei Amiens. 8 .- 20. August.

26.9. : Auf der ganzen Front erfolgt ein Generalangriff von Marschall Foch zwischen Flandern und Maas.

27.9. Angriff auf die Siegfried Front die durchbrochen wird. Zurückweichen in die Hermann-

Stellung, Rückzug bei Ypern, die Küste wird geräumt - Das Ende naht.

Nach dem Krieg Verzweiflung und Entäuschung der Soldaten. Das Volk bezahlt die Kriegsschulden, Vertreibungen durch Gebietsverluste. Nach dem Ersten Weltkrieg konnte jeder sehen,was der Krieg aus den Menschen machte .Es ist die die Geschichte von Menschen in einer unmenschlichen Zeit.

Verdun

300 000 französische und deutsche Soldaten starben, dreimal höher war die Zahl der Verwundeten. Jeden Tag ging eine personell voll aufgefüllte Division durch Tod und Verwundung verloren. 16.000 Kreuze vor dem Qsiuare de Donaumont geben die Vorstellung der Opfer an einem Kampftag wieder. Die anfängliche Begeisterung mit den Ruf zu den Waffen, folgte ein immer stärker werdendes Gefühl der Ernüchterung und Verzweiflung. Die ungeheuere Brutalität des Krieges mache die überkommenden Werte, wie Sieg, Heldentum, Ruhm und Ehre zunichte. Entlang der Westfront, inmitten von Schützengräben und schlammiger, verwüsteter Erde, Stacheldrahtverhauen, die mit Granateinschlägen und verwesenden Leichen übersät war, ein erbitteter Krieg geführt, sinnloser als die bisherigen. Ganze Regimenterfielen den Garben der MG-Kompanien oder im Feuer der Artillerie und Granatwerfer zum Opfer.

Gefallene in

Verdun

233.000 Deutsche,

260.000 Franzosen,

in der Somme-Schlacht

125.000 Deutsche

70.000 Franzosen,

200.000 Briten

:Die Zahlen schwankten zwischen zwischen 20.000 und 30.000 Gefallenen binnen eines Vormittags.

„Das Gemetzel das die deutschen Verteidiger anrichteten, ekelte sie schließlich an. Als sie erkannten. dass ihr Leben nicht mehr in Gefahr war, stellten sie vielfach das Feuer ein, damit die nur leicht Verwundeten Briten zu ihren eigenen Linien zurückhumpeln oder kriechen konnten.“


Durch die amerikanischen

Truppen wurde die deutsche Front südöstlich

von Verdun am 30. Aug. 1918 um mehrere

Kilometer eingedrückt. In der anschließenden

Meuse-Argonne-Offensive, wurden die deutsche Armee in den Argonnen zurückgedrängt.


Am 11. November trat der Waffenstillstand in Kraft.


An meinen Sohn: „Seit dem Du Deine Augen geschlossen hast, haben die Meinen nicht mehr aufgehört zu weinen.“

(Gedenktafel in der Mauer von Fort Vaux nahe Verdun und Ausdruck für den tiefen Schmerz der Mütter, Väter, Frauen und Kinder in Europa. Mehr als zehn Millionen Soldaten sind gefallen und weitere Millionen wurden schwer verwundet. Für sie und die, die noch leben, kam der Frieden zu spät.





In Flanders Fields’

Auf Flanderns Feldern blüht der Mohn

Zwischen den Kreuzen, Reihe um Reihe,

Die unseren Platz markieren; und am Himmel

Fliegen die Lerchen noch immer tapfer singend

Unten zwischen den Kanonen kaum gehört.


Wir sind die Toten. Vor wenigen Tagen noch

Lebten wir, fühlten den Morgen und sahen den leuchtenden Sonnenuntergang,

Liebten und wurden geliebt, und nun liegen wir

Auf Flanderns Feldern.


Nehmt auf unseren Streit mit dem Feind:

Aus sinkender Hand werfen wir Euch

Die Fackel zu, die Eure sei, sie hoch zu halten.

Brecht Ihr den Bund mit uns, die wir sterben

So werden wir nicht schlafen, obgleich Mohn wächst

Auf Flanderns Feldern. „In Flanders Fields“ wurde zum populärsten Gedicht der damaligen Zeit, aber McCrae hat es nicht mehr erlebt wie sein Gedicht zu einem internationalen Symbol des Erinnerns wurde.


Briefe und Tagebücher legen Zeugnisse ab. Frankreich sieht sich gewabnet gegen einen Angriff der deutschen Armeen. Der Boden Frankreichs muss mit allen Mitteln verteidigt werden. Das deutsche Heer greift mit fast einer Million Soldaten an. Nach wenigen Tagen war die Front festgefahren. Die Forts um Verdun Douamont und Vaux fielen an die deutschen Angreifer. Die letzten Hügel von

Verdun Froideterre-Thiamont-Souvil -Le-Quatre Cheminees wurden erbittert umkämpft. Die Leiden und Heldentum der Soldaten beider Lager, ihre Opferbereitschaft und Pflichtbewusssein war sogroß, dass ihr Andenken noch heutean diesen denkwürdigen Orten fortlebt. Der Kampf um Verdun wurde beendet, weil die Schlacht an der Somme alle Kräfte benötigte.


Stimmungen – Verzweiflung – Sehnsucht nach dem Tod

Zuerst kommt die Propaganda,um auf den Krieg einzustimmen, dann die Barbarei. Tod dem, der sich der öffentlichen Meinung widersetzt.

Die Soldaten träumen sich in den Schlafstellen zu ihren Frauen und Bräute.

Margarete war meine Sonne.“


Eine Tochter: „Ich werde meinen Vater nie verzeihen, dass er sich freiwillig in den Krieg verpflichtet hat und sich nicht von mir verabschiedete.“

Sie stellten sich den Krieg wie im Kino vor. „Wir alle brennen darauf, es ist Januar eine Frage von Monaten. Weihnachten sind wir wieder zu Hause.“

Dann zum Bahnhof, in Marschkolonnen zur Front, kleine Portionen an Verpflegung, Trill und Kommandoton und marschieren, marschieren, marschieren.“

Was sehen die Neuen? Soldaten kommen abgekämpft, zerlumpt und verwundet von der Front.


Schlafen heißt vergessen“ oder ein Prister: „Dieser Krieg ist eine heiligmachende Prüfung!“

Wir sind Teil eines großen nationalen Gemetzelts und keiner scheint bescheid zu wissen.

Gedanken im Graben:

Die Gräben sind voll Wasser, links und rechts an den Grabenwänden liegen tote Kameraden.

Flammenwerfer sind im Einsatz und verbrennen die Soldaten im Stehen. Einer fleht

voller Qualen: „ töte mich, töte mich! Bitte!“


Bei jedem Schritt stoßen wir auf Leichen, Kameraden, die morgens noch lächelten,

finden wir abends krepiert wie einfaches Vieh.


Nach Monaten des Wartens, sind wir mit ganzem Herzen dabei, den Boden des Vaterlandes zu befreien“. Und dann: „Der Graben war blau (Farbe der franz. Uniformen) bedeckt mit französichen Soldaten, sein Gesicht war friedlich, wie eines schlafenden Kindes.


Ende Stimuungen


Die Amerikaner entscheiden den Weltkrieg


Die junge amerikanische Armee des General Pershing zeichnete sich insbesondere an der Maas aus und 1918 im Gebiet von Chateau Thierry im Bos Belleau, aber erst in Saint Mihiel und in den Argonnen konnten sie mit 550 000 Mann in die Schlacht eingreifen. Am 12. September 41918 stürmten die amerikansichen Divisionen mit der Unterstützung des franz. Kolonialkorps Saint Mihiel. Innerhalb von drei Tagen besetzen die Amerikaner diesen neuralgischen Punkt, nehmen 16 000 Mann in Gefangenschaft und bemächtigen sich 44o Kanonen. Am 26. September stösst Pershing mit 1.200.000 Männern, 2.500 Kanonen und 235 Panzer zwischen Maas und den Argonnen auf einer Front von 24 Kilometern im Rahmen einer Großoffensive entlang einer Front zwischen Verdun und Ypres vor. Am 7. November marschieren die Amerikaner in Sedan ein. (Gefallene in der Schlacht von Mihiel 4.152. Schlacht der Maas und Argonnen 14.246 Gräber. In Montfaucon erhebt sich ein 58 m hoher Turm, auf dem eine Freiheitsstatue angebracht ist zu Ehren der Soldaten des Staates Pennsylvanien.


Die Schlachten

Die militärische Niederlage

Januar 1918 Wilsons 14 Punkte Plan

Am 2. März 1918 wurde der Friedensschluss in Brest Litowsk mit Russland geschlossen. Hoffnung auch für die Westfront?

Dieser Siegfrieden sollte nun auch im Westen erreichbar sein.

21. März bis 14.6. Frühjahrsoffensive

die keinen Durchbruch brachte.

15. - 17.7. letzte deutsche West Offensive

18.7. Gegenoffensive der Alliierten

Am 8. August greifen bei Armiens englische Armeen mit der neuen Panzerwaffe an und es gelingt ihnen einen tiefen Einbruch in die deutschen Linien.

Schwarzer Tag, den 8. August, des Deutschen Heeres

Die militärische Lage war hoffnunglos!

10.10. Entlassung Ludendorffs

Dieses erkannten auch die Verbündeten Österreich-Ungarn, Türkei und Bulgarien und boten Ende September den Alliierten Friedensverhandlungen an.

29.9. Letzte Konferenz in Spa: Drängen der OHL auf den Friedensschluss

9.9. Waffenstillstand mit Bulgarien und Entente

9.10. Waffenstillstand mit Türkei – Entente

3.11. mit Österreich – Ungarn

9.11. Abdankung Wilhelm II.

11.11. Waffenstillstand Deutschland mit Entente

Hindenburg und Ludendorff forderten die deutsche zivile Reichsregierung, die seit Jahren über die tatsächliche Lage im Unklaren gelassen wurde, zu Waffenstillstandsverhandlungen auf.

Ziel war es ein erträglichen Frieden auszuhandeln.

23.Oktober erfolgte eine Note Wilsons u.a.

vollständige militärische Kapitulation und Abdankung des Kaisers.

In Deutschland wurde die neue Lage mit Entsetzen aufgenommen, denn die vierjährige Siegespropaganda zeigte Wirkung, das deutsche Volk war auf einen Siegfrieden eingestellt, so wie des die OHL immer progadierte. Die Presse stand unter Zensur.

Jetzt war der Wunsch nach einem schnellen Frieden unüberhörbar.





Ypern - am Rande der Altstadt sind 55 000 Namen toter Soldaten eingeritzt, die zeigen wie heftig in der westbelgischen Privinzstadt der Erste Weltkrieg getobt hat. Vier Jahre lang vom Herbst 1914 bis zum Herbst 1918 waren die Äcker und Wälder rund um die Tuchhandelstadt eine schlammrige Todeszone in jedem Kriegsjahr tobte hier eine Flandernschlacht. Vor allem von der britischen Armee wurde diese Front mit französischen und belgischen Einheiten und Unterstützung von kanadischen Verbänden gehalten. Im April 1918 kämpfte sogar das portugisische Expetitionkorps in Flandern, das zum größten Teil aufgerieben wurde. Die Engländer setzten auch Schotten und Waliser, sondern auch zehntausende Kriegstote Iren, Kanadier, Neuseeländer, Inder und Südafrikaner ein, Untertanen Ihrer Majestät. Der jüngste Soldat, der im Ersten Weltkrieg fiel, war ein Ire, John Condon, er soll erst 14 Jahre gewesen sein, als er sich freiwillig zum Kriegsdienst meldete. Mit 14 starb er am 24. Mai 1915 in Ypern. In Ypern setzten die deutschen im April 1915 Chlorgas ein. Zwei Jahre später kam an der Front in Ypern von den deutschen Senfgas zum Einsatz. In Passchendaele kamen zehntausende Soldaten im Morast und Schlamm um. Der Klatschmohn ist für Großbritanien das Symbol zur Erinnerung an die Opfer des Krieges.


Verdun: Das Schlachtfeld wurde binnen weniger Wochen aufgrund massiven Einsatzes von Geschützen in eine Kraterlandschaft verwandelt. Nur Baumstümpfe verblieben. Zeitweilig wurden über 4000 Geschütze in einem kleinen Kampfgebiet eingesetzt. Durchschnittlich 10 000 Granaten und Minen gingen stündlich vor Verdun nieder und erzeugten eine ohrenbeteubende Gräuschkulisse.Beim Explodieren schleuderten sie eine Unmenge Erde hoch, die zahlreiche Soldagen bei lebendigen Leibe begruben. Aufgrund des starken Feuers von Geschützen und Maschinengewehren mussten viele Tote und Verletzte zwischen den Fronten liegen gelassen werden, weshalb besonders in den Sommermonaten ein schwerer Leichengestank über dem Schlachtfeld hing. Ablösung war nicht möglich.Bereits auf dem Wege zur vordersten Linie verloren zahlreiche Einheiten weit über die Hälfte iher Männer. Kaum ein Soldat, der in der „Hölle von Verdun“ eingesetzt war, überstand unverwundet die Schlacht. Soldaen mussten häufig stundenkag ihr Gasmasken tragen und mehrere Tage ohne Nahrung auskommen. Der Durst trieb viele dazu, verseuchtes Regenwasser oder ihren Urin zu trinken. Soldaten graute es vor einem Einsatz in Verdun. Bei Regen glich das Kampfgebiet einem Schlammfeld, wodurch jede Truppenbewegung erschwert wurde.



An der Front kamen Meldereiter zum Einsatz, teilweise verkündeten sie den Waffenstillstand mit Trompeten. Aber konnten die Soldaten dem Signal glauben? In den Funkstationen war die Sache klar. Das Waffenstillstandsabkommen war geprägt von der Angst, Deutschland könnte den Kampf wieder aufnehmen. Das blieb bis zur Unterzeichnung des Versailler Vertrages ein Thema, aber Ludendorff macht immer wieder klar, dass keine Kampfbereitschaft in den Armeen vorhanden war.

Im Osten stand jetzt auch der Diktatfrieden von Brest-Litowsk mit Russland zur Überprüfung an.

In den europäischen Städten wurde das Ende des Krieges mit Erleichterung aufgenommen. In Paris, im Staatsgebäude „Jardin du Luxembourg“ kann man noch heute die Artilleriegeschosseinschäge sehen. Und in Deutschland formierten sich die rechten Politiker und Parteien um die Dolchstoßlegende, die von Generalfeldmarschall Hindenburg während einer Anhörung vorgetragen wurde. In der Welt bestimmten jetzt zwei konkurrierende Utopien die Stimmungslage und Hoffnungen für die Menschen. Lenin Weltrevolution und Wilsons Demokratie. Der Begriff nationale Selbstbestimmung wurde im Kontext der Oktoberrevolution aufgebracht und Präsident Wilson reagiert mit seinem 14 Punkte-Programm im Januar 1918. Aber die Selbstbestimmung der Völker sollte nur für die Weißen Länder gelten nicht für Kolonien und für Afrikaner, Inder, Asiaten und im Orient. Selbstbestimmung konnte man sich für Polen und Tschechen und Südslaven vorstellen, aber nicht in Afrika oder Asien. Diese Staaten, die Kontingente nach Frankreich entsandten, wurden bitter enttäuscht.

Der Erste Weltkrieg war nicht nur ein Krieg der Artillerie, sondern ein Krieg der Planungsstäbe, der Eisenbahn- und Infrastrukturexperten., was auch im Buch „historiche Strreifzüge durch Weinberg, Auehang und Südstadt“ deutlich wird, wo Kompanien und Bataillone von der West- zur Ostfront mehrmals „verschickt“ wurden. Ein Soldat berichtete, dass sie wochenlang in den Zügen verbracht haben. Bei der Entgennahme des Vertragsentwurfs blieb der deutsche Außenminister sitzen, was von den französischen Zeitung als Zeichen so gedeuteet wurde: „Die Deutschen hätten nicht verstanden, dass sie den Krieg verloren haben“. Dieses Reizthema blieb permannent während der 1920er Jahre vorhanden. Die Unzufriedenheit Frankreichs führte 1923 zur Ruhrbesetzung, während die Ameriakáner zur Normalität zurückkehren wollten, die Briten waren mit ihrem Empie beschäftigt, aber sie erkennen auch bald die Notwendigkeit, die den Deutschen auferlegten finanziellen Lasten zu verringern. Es gab immer Möglichkeiten, die Demokratie, die Weimarer Republik, wenn man wollte, zu erhalten, aber die führenden politischen und wirschaftlichen Eliten wollten mit aller Macht ihr Ende. (Jörn Leonhard, Der überforderte Frieden,Versailles und die Welt 1918 – 1923)


Der AuSRat übernahm am 5. November die Macht in Kiel. Die Militärführung in Kiel beschloss mit Gustav Noske, die Soldaten zu beurlauben, um die Situation zu entschärfen. Der Kriegshafen Kiel stand im Mittelpunkt des Matrosenaustandes, die ihre wegen Meuterei inhaftierten Kameraden befreien wollten.

33 ooo Werftarbeiter solidarisieren sich mit ihnen. Sie hatten ein ausgeprägtes politisches Bewusstsein und sie marschierten zum Gefängnis und befreiten die 40 Soldaten. Eine Amnestie wurde ausgesprochen. Ziel war es den Krieg, der über zwei Millionen Tote gefordert hatte, zu beenden, die hungernde Bevölkerung zu versorgen, Rücktritt des Kaisers und das Dreiklassenwahlrecht aufzuheben und ein freies, gleiches Wahlrecht einzuführen. Zu Beginn des Krieges waren sie noch für den Krieg, aber sie sahen auch wie die Söhne des Volkes in den Schlachten unmenschliches ertragen mussten. Die starren Regeln im militärischen Allta der Matrosen machten sie zu Menschen dritter Klasse. Unterschiede in der Verpflegung und Besoldung waren für sie sichtbar und sie erhielten Pfennig, Unteroffiziere etwas mehr und Offiziere das 50fache.

Sie kämpften auch für Freiheit und Gerechtigkeit. Reichswehrminister Noske (nach Kiel entsandt) wurde Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates und vereinbarte mit dem Gouverneur eine Amnestie für die Soldaten, während die militärische Führung die Soldaten beurlaubte.

Matrosen schreiben Weltgeschichte

200 beurlaubter Soldaten treffen am 9.November in Kassel ein. Ihr Eintreffen löste eine Welle von Ereignissen aus. Am 9.11. wurde vor tausenden von Menschen auf dem Friedrichsplatz der Unmut der Menschen laut, die über die kriegsbedingte politische, wirtschaftliche und soziale Lage protestierten. Die offen zutage tretenden Unzufriedenheit der Soldaten begegneten die Sozialdemokraten mit dem Versuch aufkeimenden Aktivismus zu kanalisieren und Ruhe und Ordnung zu gewährleisten.Die Sozialdemokraten setzten sich an die Spitze der Bewegung in Kassel und Nordhessen. Formell unterwarfen sich die zivilen und militärischen Behörden ausnahmslos seiner Weisungsgewalt, dennoch behinderten sie ihn bei seiner Arbeit.

Die Vollversammlung bildeten 300 Arbeiterdelegierte, die von Funktionären bestehender Partei. und Betriebsgremien gestellt wurden. Hinzu kamen300 in den Garnisonen gewählte Delegierte der Soldaten. Die Exekutive setzte sich zunächst paritätisch aus vier Vertretern der beiden sozialdemokratischen Parteien zusammen. Die Soldatenexekutive bestand aus neun Soldaten, die überwiegend der MSPD angehörten. Der AuSRat verstand sich als „höchste Behörde in jeder Beziehung.“

Der Kasseler AuSRat beschäftigte sich zunächst mit folgenden Problemen:

- schätzungsweise 20 000 Soldaten auf der Durchreise im HBH zu verpflegen. Ein Patrouillemdienst wurde eingerichtet, um ein Eindringen der Soldaten in die Stadt zu verhindern, Soldaten zu entwaffnen und geraubten Besitz sicherzustellen. Beschlagnahme von für die Versorgung wichtigen Gütern.

Ein von den Arbeitgebern gegründeter Demobilisierungsausschuss übernahm die Funktion.

Rückführung der deutschen Truppen. Geregelten Ablauf hinsichtlich der Heimreise von ca. 40 000 Kriegsgefangenen, die im Kriegsgefangenenlager Niederzwehren untergebracht waren.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt war zu bewältigen,

Massenarbeitslosigkeit trotz Umstellung von Kriegs- auf Friedensproduktion zu verhindern.

Er ordnete die Schließung der Munitionsfabrik auf dem Forstfeld an, die Produktion wurde im Januar 1919 eingestellt.

Für die Demobilmachung war von großer Bedeutung die reichsweite Rückführung des Feldheeres zu koordinieren, die am 14. November erfolgte mit der Verlegung der Obersten Heeresleitung nach Kassel .mit Lebensmitteln eingesetzt. Er sorgte für dieVereinheitlichung bestehender Lebensmittelvorräte. Der weiter zunehmende Schleichhandel war nicht mehr zu kontriolliern, Der AuSRat gab diese Arbeit auf.

Seine Tätigkeit endete schrittweise bis zum April 1920. Ende November kündigte Richard Hauschild als Vertreter des Rats seine Auflösung an. Er war stets von der MSPD dominiert und zeichnete sich durch eine moderate und prakmatische Grundhaltung aus (Lit.: Höpken, Arbeiterbewegung)


Der Arbeiter- und Soldatenrat

wurde provisorisch um den 9.11. gebildet, dem die MSPD-Führer Georg Thöne, Richard Hauschild und Albert Grzesinski -zugleich für die Gewerkschaften – von der USPD Wilhem Winter und Karl Eybel und von den Soldaten Leutnant d.R. Kuhnert und Landsturmmann Hubenthal angehörten.

Von der Vollversammlung auf dem Friedrichsplatz vor mehreren tausend Menschen wurde der Vorstand bestätigt: Grzesinski wurde Vorsitzender des AuSRates, Hauschild sein Stellvertreter. Auch das stellvertretende Generalkommando war bereit mitzuarbeiten und mit ihm den öffentlichen Sicherheitsdienst zu leiten. Am 11.11. 1918 ergänzte sich der AuSRat um weitere Vertreter der USPD sowie vier Soldaten und erklärte sich zum Zentral-AuSRat für den Militärbereich des XI Armeekorps und für den Regierungsbezirk Kassel. Der Regierungspräsident wies sofort die Landräte des Bezirks an, den Anordnungen des ZAuSRats und der Kreis-AuSRäte Folge zu leisten.


Im Dezember wurde auf Vorschlag der Arbeiter- und Soldatenräte eine Stadtwehr geschaffen, die am 1.1.1919 ihr Arbeit aufnahmen. Sie lösten Mitte Januar schon 450 militärische Posten ab. Am 2. Dezember 1920 löste sich die Stadtwehr auf.

Auszug aus : Walter Mühhausen, Gerhard Papke (Hrsg) „Kommunalpolitik im Ersten Weltkrieg, Die Tagebücher Erich Koch-Weser 1914- 1918.



Verbindung zum preußischen, antidemokratischen Militarismus

Vom Programm her kann man die MSDP und die USPD so einstufen, aber an der Macht gelangt, wollten sie keine Revolution machen. Sie schafft es nicht mit ihrfen Räte-Modell die Massen zu begeistern. Bei diesem Modell haben die Arbeiter und Soldaten ein Wahlrecht, die Räte üben kein freies Mandant aus, sondern sind den Wählern unmittelbar rechenschaftspflichtig, die Gewaltenteilung wäre aufgehoben. Eine solche klassenmäßige Beschränkung des Wahlrechts ist unvereinbar mit der Demokratie, so die SPD.

Mit der Gründung der USPD 1917, die keine Kriegskredite mehr an den Kaiser gewähren will, beginnt die Spaltungsgeschichte der deutschen Arbeiterbewegung Aus der USPD geht noch die radikalere Spartakusgruppe hervor und daraus schließlich die KPD Gründung. Es beginnt ein Kampf dieser drei linken Gruppen. Zuerst nur mit Worten, dann auch mit Gewalt.

Ende Dezember scheidet die USPD aus dem Rat der Volksbeauftragten aus. Grund ist einer Machtprobe, welche die revolutionstreue Volksmarinedivision, die am 9. November zum Schutze des Regierungsviertels im Sinne im Schloss einquartiert ist. Friedrich Ebert holt Hilfe von seinem Partner von der Obersten Heeresleitung (OHL) Wilhelm Groener, der sich nach dem 9. November der Regierung angedient mit dm Versprechen, nur die Truppen könnten die bolschewistische Gefahr beseitigen. Im Gegenzug läßt Ebert die Strukturen des preußischen Militarismus weitgehend unangetastet. Aber die Ziele der OHL sind anders: Sie wartet nur auf die Gelegenheit zum Putsch.

Am 24. Dezember kommt es zur Konfrontation mit der Marinedivision, Ebert läßt auf seine eigene Truppen schießen und gerät völlig in Abhängigkeit von Groener. Doch Ebert verliert, weil tausende Arbeiter aus den Fabriken eilen und die OHL.Soldaten daran hindern, weiter auf die Volksmarinedivision zu feuern. Aus Protest gegen die Militäraktion treten die USPD-Politiker zurück. Die SPD besetzt nun alle Posten im Rat der Volksbeauftragten. Noske und die OHL beginnen mit dem Aufbau von Freiwilligenverbänden, die zum Schutze der Revolutionserrungen-schaften vor allem in Innern eingesetztwerden sollen. In diesern Freikorps befinden sich aber kaum Demokragten, sondern vor allem nationalisitsche, monarchistische und antirevolutionäe Soldaten, die nur ihren Offizieren dienen, gewiss nicht der Republik. Sie haben Lust den Bolschewismus zu bekämpfen und dazu kann sie Noske gebrauchen. Die Entlassung eines USPD Mannes, der bei den Weihnachtskämpfen loyal zur USPD und revolutionäre Obleute stand, entfachten eine revolutioäre Situation, das Zeitungviertel wurde besetzt. Die Regierungstruppen eroberten die besetzten Häuser wieder zurück,unzählige Tote werden gezählt, Aufständige und Unbeteiligte werden willkürlich erschossen, andere misshandelt. Noske behauptete.“Damt sei die bolschewistische Gefahr vorbei.“ Für die Freikorpsleute ist klar, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht müssen weg. Berlin wird systmatisch nach Waffen durchsucht.

Dabei ist auch die Garde-Kavallerie-Schützen-Division unter dem Ersten Generalstabsoffizier Waldemar Papst im Einsatz. Sie ist als die einzigste Einheit des kaiserlichen Heeres mobil geblieben und der Kern der Truppe Noskes. Papst sucht nicht nach Waffen. Er sucht nach Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, die am 15. Januar aufgegriffen und standrechtlich im Tiergarten erschossen wurden.

Die Sozialdemokraten und die Militärs fanden sich in einem neuen Raum der Gemeinsamkeiten zusammen, in dem von da an alles, was regierunngstreue Soldaten taten, um jeden Preis gerechtfertigt und verteidigt wurde. Ganz gleich welche Greul sie sich dabei zu schulden kommen ließen. Der Ebert-Groener-Pakt war jetzt mit Blut besiegelt. Das große Sterben wird aber erst noch kommen. Vom 9. Novemer bs zum Ende des Januarstreiks zählt Historiker Mark Jones 250 Tote und bei den folgenden Aufständen kommen noch weitere tausend Tote hinzu, verantwortet vom „Bluthund“ Noske. Der weiße Terror nach der Niederschlagung der Münchener Räterepublik im April/Mai 1919 wird erneut über tausend Todesopfer fordern. Die SPD ist nun selbst Opfer ihrer eigenen blutigen Terrortaktik geworden. Dass jetzt die Garde-Kavallerie-Schützendivision die Macht in Berlin ausübt, eine durch und durch konterrevolutionäre Truppe, ist der Regierung unangenehm. Das ein Bürgerkrieg von rechts droht, will sie nicht erkennen.

Zehntausende feiern den Toten bei der Beisetzung auf dem Zentalfriedhof Friedrichstraße als „Vorkämpfer der Menschheitsideale“ Die Sozialdemokratie, so behaupten die deutschen Kommunisten bis heute, haben seit 1914 den Klassenkampf verraten, 1918 dann die revolutionären Massen und schließlich die Revolution in Blut erstickt. Ist wirklich, wie die SPD behauptet, in der Hauptstadt und Deutschland Ruhe eingekehrt, steht die Revolution auf sicheren Beinen, wie sie glaubt? Während der gesamten Weimarer Republik und der Reichstagswahlen wird das Gegenenteil sichtbar und schließlich durch die Präsidialkabinette einschließlich Adolf Hitler widerlegt. In der Fehlentscheidung die alten monarchistischen und republikanischen Militaristen die Revolution verteidigen zu lassen, war die größte politische Fehlentscheidung des 20. Jahrhunderts. Die gesamte Arbeiterschaft musste diese Entscheidung in der Folgezeit mit ihrem Leben bezahlen (auf der Schlachtbank des Ersten Weltkrieges) und durch den Ost-West-Konflikt wurden die Vergangenheit und der Erste Weltkrieg vergessen. Heute wird der Erste Weltkrieg und die Verhaltensweisen der Politiker durch die Verbrechen der Nationalsozialisten verdrängt.










Der russische Sieg in Stalingrad leitete eine psychologische Wende des Krieges ein. Die Russische Armee zeigte, dass die Deutschen zu besiegen waren. An allen Fronten wuchs der Wunsch nach Freiheit.

Das Menschheitsverbrechen, der Vernichtungskrieg gegen die Juden, war im Osten und Westen überall sichtbar.

„Der Jude wird ausgerottet“ oder „Juden kaputt“ schrien die Soldaten beim Durchmarsch durch ein Dorf nach den Erschießungen. 1943 wussten Millionen Deutsche, dass Juden vergast werden.

Da die Massen der eingesammelten jüdische Bevölkerung in den eroberten und besetzten Gebieten in die Millionen

gingen, musste die Wehrmacht aushelfen und wurde zu Massenerschießungen eingeteilt. So wurde auch die Mutter des Dichters Wassili Großmann aus dem Dorf Berditschew geholt und vor dem ausgehobenen Massengrab erschossen.


Großmann schildert den Todesgang ins Klematorium in allen Einzelheiten auch den March in die Gaskammer, wo die Menschen durch ein Guckloch beobachtet werden konnten und Zeuge wurden, wie die sie durch Gas zu Tode gebracht wurden, besonders nahm er sich dem kleinen David an, der den Todeskampf schneller als die Erwachsenen erlegen war.


Sofja Ossipowna begleitete den Jungen durch die Gaskammer. David sah, wie sich die Tür schloss. David bemerkte, dass sich im oberen Teil der Wand hinter einem quardratischen Drahtnetz was bewegte. Man hatte den Ventilator eingeschaltet. Ein schwacher Geruch breitete sich aus. Das Schlurfen der Schritte war verstummt, nur hin und wieder hörte man undeutliche Worte, Stöhnen, kurze Aufschreie. Die Bewegungen von Davids Kopf und Hals weckten in Sofja nicht mehr den Wunsch, dorthin zu blicken, wohin ein anderes Lebewesen blickt. Sie atmete, doch das Atmen wurde zur Schwerstarbeit und kostet sie ihre ganze Kraft. Der halbtote Junge atmete noch, doch die Luft, welche man ihm spendete, verlängerte sein Leben nicht, sondern verscheuchte es. Sein Kopf drehte sich hin und her, er wollte noch immer schauen. Er sah die, die sich hingesetzt hatten, sah offene zahnlose Münder, Münder mit weißen und goldenen Zähnen, sah einen dünnen Blutstrahl aus den Nasenlöchern rinnen. Er sah neugierige Augen durch die Guckfenster in die Kammer blicken. Die ganze Zeit hielten ihn kräftige weiße Hände umschlugen, David begriff nicht, dass es dunkel wurde in seinen Augen, dass es im Herzen zu dröhnen begann, das sein Gehirn stumpf wurde und blind. Man hatte ihn getötet.

Sofja Ossipowna spürt wie der Körper des Jungen in ihren Armen zusammensackte. So war der Junge mit dem kleinen Körper von ihr gegangen. „Ich bin Mutter geworden“, dachte sie. Es war ihr letzter Gedanke. Aber in ihrem Herzen war noch Leben: Es zog sich zusammen, scherzte und bedauerte alle, Lebende und Tote. Brechreiz stieg in ihr auf, Sofja Ossipowna drückte David an sich, eine Puppe. Und war nun auch tot, eine Puppe. Die anderen klammerten sich bis zu den letzten Zuckungen aneinander. Hinterher machte man sich keine Mühe mehr diese Umklammerung zu lösen.


Grossmans Bericht aus dem Vernichtungslager Treblika wurde als Beweismittel beim Nürnberger Gericht vorgelegt.


Auszug aus Wassili Grossmans Roman, „Leben und Schicksal“ Seite 670 ff.

Eine wahre Geschichte zu den Ehrentafeln aus Heinz Schröters „Stalingrad“.

( Sie starben für Freiheit – Gerechtigkeit – Frieden )


Das eigentliche Stalingrad kann man nicht erfassen und nicht schreiben, es kann nur gebetet werden!“


Die Artillerie ist Gott des Krieges!

Die71.Infanteriedivision griff von allen Seiten die Getreidelage in Stalingrad an, die von sowjetischen Soldaten verteidigt wurden.Nach drei Tagen funkten die Verteidiger zu ihrer Befehlsstelle im „Tennisschläger“: Was sollen wir machen? Denkt an die Russen vom Silo, die ebenfalls vor ein paar Tagen gefunkt hatten:

„Wir haben hier nichts mehr zu essen“: die Antwort lautete:“kämpft, dann vergeßt ihr den Hunger.“

Nach drei Tagen funkten sie wieder: „Wir haben nichts mehr zu trinken, was sollen wir machen?.“

Antwort:“Jetzt kommt die Zeit, Genossen, da ihr vom Verstande und eurer Munition leben müßt.“

Die Verteidiger warteten zwei Tage, dann schickten sie den letzten Funkspruch: „Wir haben nichts mehr zu schießen.“ Dann kam die Antwort. „Die Sowjetunion dankt euch, euer Leben hat einen Zweck gehabt.“

Als die Sonne aufging, meldete sich aus dem Befehlsstand 506 niemand mehr, aber Deutschland dankte ihnen nicht und auch der Zweck ihres Tode war nicht erwiesen.

(Bericht aus Stalingrad von Heinz Schröter; S. 228)


Hier soll dem Krieg kein Denkmal gesetzt werden, sondern seinenToten.

Stalingrad. Die 76 Tage und Näche vom 19. November 1942 bis zum 2. Februar 1943 werden noch ange mit dem Schicksalort Stalingrad belstet und erschüttert sein. Die Geschichte der 22. Division, die nicht wiederkam.

Für Goebbels war klar, den Untergang der Division kann man dem deutschen Volk nicht zumuten. „Untragbar für das deutsche Volk.“ 123.000 mussten den Weg in die Gefangenschaft antreten, stolperten in sechs Marschsäulen über Dobowka, Kieseljakow, Perepolni und Gumvak nach Beketowka und von dort in verlorene Jahre ihres Lebenes.

Von den 123 000 Soldaten kehren 1953 nur ca. 6000 zurück. Die 6. Armee hatte ausmarschiert.

Die Miltitärführung traf am 9. November1942 die falsche Entscheidung,, ein Fehler der Obersten Militärführung, denn Stalingrad zu erobern war keine militärische Notwendigkeit. Jedoch ein Kampf Stalin gegen Hitler.

Stalingrad beinhaltet die Myhten Treue, Ruhm, Ehre, Heldentod, Tapferkeit, Gehorsam, Vaterlandsliebe, Manneszucht zu erfassen. Die Vereidigung auf den Führer war eine Verpflichtung und dann das große Leid und Not erträglich zu machen, denn man kämpft für den Kameraden, für Deutschlands Größe und Ruhm.


Wenn der Gefallene in Stalingrad zur großen Ruhe ging, dem wird, wenn er vor dem Lächeln Gottes tritt, viel von der Schwere seines letzten Erdenlebens und der Qual seines Todes genommen.

Wenn man sich nicht mehr wehren kann, soll man Schluss machen. Sie konnten sich nicht mehr wehren, also....“dass sie vorher tapfer waren, soll man ihnen hoch anrechnen.“

Die 22. Panzer-Division hat vom ersten Tag im Kampf gestanden. Damals war sie mit dem XLVIII Panzerkorps nach Süden ausgebrochen und hatte immer wieder die Lücken geschlossen oder die Flucht gedeckt. In der Schlacht um Stalingrad ist die Division bis zum letzten Mann verblutet. Kampfgruppen und Eingreifbataillone gingen nacheinander verloren. Von ihren Regimentern blieb nichts. Von jede Kompanie blieb vielleicht ein Mann übrig. Die nicht unter dem Schnee lagen, flüchteten über den Donez, um als „Kampfgruppe“ noch bis zum 27. Februar zu existieren. Nur dem Namen nach war noch die Rede von einer ehemaligen Panzer-Division. So erreichte denn auch diese Division genau wie die 27. Panzer-Division, ihr Schicksal. Sie wurde aus der Front gezogen und am 15. April durch Führerbefehl aufgelöst. Es hieß darin: „Die Division hat die in sie gesetzten Erwartungen im Kampf um Stalingrad nicht erfüllt.“


Ich hatte einen Kameraden!“


Willi Pasche - Auszug aus Feldpostbriefe der Abiturienten aus Kassel

Er sammelte die Feldpostbriefe seiner ehemaligen Schulfreunde und Lehrer, z.B. Soldat Martin Wickert. Die Briefe zeigen wie schon im August 1914 der anfängliche Hurra-Patriotisnus in Todesangst umschlug. Es wird ihm über die Gräuel des Krieges berichtet. Ein Briefwechsel zeigt, wie ein Kamerad versucht, seinen Freund davon abzuhalten sich freiwillig zu melden: „Lass die Finger davon, Soldat zu werden, das rat ich dir.“

Zwischen ehemaligen Gymnasiasten und Kriegsfreiwilligen und Schulfreunde des Obere Realschule, heute Goethegymnasium. 24.7.1918 vom Schulfreund Hesse „...Zwar möchte ich nicht noch einmal in meinem Leben tauschen. Hier bei mir ist doch bedeutend aufregender als das Pennelerleben. Wir exerzieren hier tüchtig, schießen schon mit Exerzierpatronen. Letzten Freitag sind wir vereidigt worden, der Tag dienstfrei und abends gingen wir Baden im Main. Alles Tipp - Topp.

Von F. Wichert, Grenadier Rgtm. 5. F-Batt. 1. Kompanie. Lieber Willi, Bei mir hat sich sehr viel geändert. Mir fehlt nur die Lust dazu, Ihnen das zu schreiben. Theater und Kino macht uns jetzt der Franzmann vor. Aber ein Theater, dass einem Hören und sehen vergeht. In der Marneschlacht waren wir aufgerieben, dann festgesetzt...Eine Divison wurde in unserem aufgelöst. Dann zehn Tage Ruhe.

Dann in diesem Schlamassel bei Arras. O,....Ja, so ist unser Krieg, weiter nichts wie Mist. Und diesen Haufen Mist können sie gar nicht mehr abfahren. Was war eigentlich noch einmal toll, das ist ein Rätsel. Mir ist ganz einerlei was daraus wird, wenn es nur Schluss wird, das Leben ist doch nicht mehr, was einem Freude bringt. Nur auf später brauch ich jetzt nicht zu zählen. Was man hier zu leiden hat – nicht zu essen, nichts zu trinken, seit vier Tagen nichts mehr zu trinken. Ich sage Ihnen, die Zunge hängt wie ein Brett im Mund und dann noch Lust zu stürmen? Fertig machen heißt es und ich war schon kaputt ( ... ).

16.8. Was soll denn eine schöne Erinnerung sein, wenn wir im Massengrab den rosigen Weg ins Massengrab der Gerechten gehen? 24.8. Also dir gefällt es nicht mehr in den Ferien. Mensch, sei so ruhig, denn du bist doch der Schlaueste von uns. Meinst du hier draußen wäre es besser? Alter Freund, hier geht es „Dienst mit Kaffeeschlag.“ Viele meiner Kameraden sind schon tot. Lothar Dithmann verwundet, Ritz Gollmann (Olli) hat Gasvergiftung und da sind nur Leiden an der Front. Lass die Finger davon (Soldat zu werden), das rat ich Dir.

31.8.18 an den Schulfreund: „...Ich sage jedoch, dass du keine Vernunft annehmen willst – Gut – Geh und werde Soldat. Eines sage ich Dir aber, Du bereust es sehr. Hier ist es ziemlich lebensgefährlich, das lass Dir gesagt sein. Heil und Sieg! Ich gäbe sonst was drum, könnt‘ ich jetzt auch auf die Uni gehen. Du willst eben nicht. Du weißt es eben nicht, wie gut Du es hast.... Liebe Grüße Dein alter Fritze.

21.9.:… und Du musst am 27. zur Musterung. Alter Junge, informiere dich KV I ist dir sicher..Flamig ist Flieger. Der hat furchtbaren Dussel gehabt. 7. Jan. 1918 - Lieber Willi, Wir haben Tauwetter, Heute waren wir durchnäßt bis auf die Knochen, so hat man uns getrillt, Noch schlimmer als in Friedenszeiten, das macht viel nur in „Ruhe“ liegen (Ruhestellung). Lieber dauernd da, wo man den Franzmann vor Augen hat, aber nie in der sogenannen „Ruhe“. Es sind schon die Vorübungen für den Vorstoß, der wohl nicht allzufern ist. Wir werden sicher als Stoß- oder Sturmbataillon eingesetzt. Nun, so wie es kommt, so wird es genommen! Denn anders läßt sich nichts aussuchen.. Es wird ja allerhand angestellt, um uns das Leben angenehm zu machen. Theater und sonstige Veranstaltungen werden angeboten. Hier gibt es Französinnen, mit denen wirbis spät abends sitzen. Das es besonders schwer ist, mit den Damen fertig zu werden, gebe ich ganz gern zu. Aber immer ruhig weiter..Nur das nun ist schwer aufs Gemüt gegangen, dass hier sehr viel Friedenshoffnungen ist – sind wir gleich mit den Sachen in der Heimat. Wir werden kämpfen hier, nur die Pflicht ruft dabei, sonst könnte man eln ...Der Mensch soll nicht hoffen – so kurz ist das Leben, er soll wenn er gekränkt wird, von Herzen vergeben! Wir haben auf Erden den Krieg den Krieg erklärt und machen Frieden tief unter der Erde. Mit freundlichen Grüßen Martin Wickert. 13.2.1918 Lieber Willi, gestern ist die Meldung über den Frieden mit Russland durch gekommen. Hoffentlich kommen die anderen bald nach. Einige werden sich wohl darüber ärgern was?....Sonst geht es mir gut...Martin Wickert. 1918: An Willi Pasche, Frankfurter Straße 3: Auch Sie haben jetzt starke Hoffnungen auf Frieden. Der Wunsch nach Frieden wird bei mir immer stärker. Wenn nicht noch unsere Wünsche und Hoffnungen zu Essig werden. Sonst alles beim Alten... Rußland, den 9.11. 1918 – erhalten am 4. Februar 1919. A. Geyer, Inf Rgtm 252 an Willi Pasche. Hoffentlich können wir bald alle gesund nach Hause. Ich schließe mich Deinen Wünschen an, dass der Krieg bald vorbei ist – voll und ganz! Es geht mir noch gut. Hoffentlich sehen wir uns bald gesund und munter wieder. Es grüßt sich Dein Artur.“

Für den Kaiser kämpften jetzt die wenigsten. Jetzt galt das persönliche Überleben, heil aus diesem Krieg zu kommen. Für den Kaiser ging keiner nach dem 9. November auf die Straße.


Patriotische Postkarten dienten während des Krieges in Deutschland und velen anderen europäischen Ländern dazu, die Verbundenheit mit den Fürstenhäusern sowie mit dem eigenen Militär auszudrücken. Sie wurden im Dienst der Propaganda gestellt und hatten die Funktion, den Durchhaltewillen in der Bevölkerung und an der Front mit markigen Sprüchen und heroischen Gedichten - oft unter bezugnahme auf Gott - zu stärken. Geburtstags- und Festagswünsche wurden mit Fahnen, Eisernen Kreuzen oder lustigen Darstellungen in die Heimat oder an die Front geschickt. Andere Motive verharmlosten das furchtbare Sterben und die entsetzlichen Todesängste durch heldenhafte Posen. Immer wieder vermittelten die millionenfach hergestellten und weit verbreiteten Karten die Gewissheit, dass es ehrenvoll sei, für das Vaterland zu sterben. Vor allem in den ersten Monaten herrschte eine weit verbreitete Kriegseuphorie, die von den scheinbar unaufhaltsamen Vormarsch und siegreichen Schlachten getragen war. Immer wiederkehrende Motive waren die Familie, das Liebesglück der Getrennten und die Hoffnung auf eine glückliche Heimkehr. Oft wurden auch Kinder in niedlichen oder pseudomilitärischen Posen gezeigt, die den Eindruck der Harmlosigkeit des Krieges erweckten. Auch die Angst vor Greultaten der Feinde wurden geschürt. Das alles diente der psychologischen Kriegsführung.


Zwischen 1914 und 1918 wurden insgesamt 105 deutsche und 88 französische Divisionen vor Verdun eingesetzt. Bei einer durchschnittlichen Divisionsstärke von 12.000 bis 15.000 Mann waren dies etwa 2,5 Millionen Soldaten. Alleine auf deutscher Seite wurden fast 1.200.000 Mann durch die „Hölle von Verdun“ geschickt; bei den Franzosen verhielt es sich ähnlich, allerdings wurden dort die Truppen schneller durch ein Rotationssystem abgelöst. Bei diesem System war jede Division nur drei Wochen am Stück bei Verdun eingesetzt (eine Woche erste Linie – eine Woche zweite Linie – eine Woche in Ruhe).

Die Zahlen durch Tod oder Verwundung durch Gas erschien als besonders grausam, während das massenhafte Niederrmähen von Soldaten durch Artillerie und Maschinengeswehrfeuer als „gewöhnlich“ galt. Gerade die Eeignisse des 1. Juli 1916, als die britischen Truppen anch siebentägigen Vorberfeitungsfeuers aus den Gräben an der Somme stiegen,und danach den größen Stundenblutzoll der britischen Militärgeschichte entrichteten, zeigt wie absurd diese Abstufung ist.

Die Zahl der Toten war hierbei Nebensache und interessierte kaum. Den offiziellen Zahlen widersprechen die verschiedenen Schätzungen einiger Historiker.

Die Toten in der Somme-Schlacht und Verdun, inbegriff des Grauens

So geben die deutschen Quellen die Zahl der Gefallenen zwischen Beginn der Offensive und Juni 1916 mit etwas mehr als 41.000 an. Verglichen mit dem ersten Tag in der Schlacht an der Somme, an dem allein auf britischer Seite 20.000 Soldaten fielen und 40.000 verwundet wurden, erscheint diese Zahl in den Maßstäben des Ersten Weltkrieges maßlos untertrieben. Denn dem gegenüber steht die Zahl von über 240.000 Verwundeten im gleichen Zeitraum. Normalerweise wird das Verhältnis von Tod zu Verwundung mit 1:3 angenommen, hier liegt es bei etwa 1:6. Kalkuliert man dieses Zahlenverhältnis bis zum Ende der Schlacht im Dezember 1916, so kann man annehmen, dass auf beiden Seiten jeweils etwa 100.000 Mann gefallen sind.

Diese Zahlen stehen aber für tödliche Direktverluste, also ohne Berücksichtigung der Soldaten, die im späteren Verlauf und nicht an der Front in Verdun ihren Verwundungen erlegen sind. Nach Berechnungen des Historikers Niall Ferguson

Die Zahlen schwankten zwischen zwischen 20.000 und 30.000 Gefallenen binnen eines Vormittags.

„Das Gemetzel das die deutschen Verteidiger anrichteten, ekelte sie schließlich an. Als sie erkannten. dass ihr Leben nicht mehr in Gefahr war, stellten sie vielfach das Feuer ein, damit die nur leicht Verwundeten Briten zu ihren eigenen Linien zurückhumpeln oder kriechen konnten.“



Der Aufbau des Grabensystems

Ein sorgfälltiges ausgebautes Netz von Gräben erstrechte sich entlang der ganzen Westfront . Die Schützengräben wurden zu einem befestigten Verteidigungssystem ausgebaut, bestehend aus mehreren paralellen Grabenlinien mit Verbindungsgräben für Meldegänger, Betonbunkern, Unterständen, Geschützstellungen, fast endlosen unterirdischen Stollen und Minenschächten. Die vordersten Linien waren durch Stacheldrahtverhaue geschützt. Zwischen den Stellungen erstreckte sich ein verwüsteter und mit Granattrichtern übersäter Streifen Niemandsland. Auch unter der Erde wurde ein verbitteter Kampf geführt, weil beide Seiten versuchten, über Stollen in das gegnerische Lager vorzustoßen. 1 Nachschubgraben, 2 Schienenwagen zum Abtrasport von Material, 3 Infanterieunterstand, 4. Lüftungsschacht, 5 Kommandostand für den Pionieroffizier, 6 Unterstand für die Pioniere, 7 Pioniere beim Anbringen von unterirdischen Sprengladungen, 8. Abwehrstollen gegen Vorstöße des Gegners, 9 Beobachtungsposen, 10 Maschinengewehrbunker, 11 Munitionslager, 12 Giftgasbunker, 13 Frontverlauf, 14 Stacheldrahtverhau, 15 Senkrechter Graben als Ausgangspunkt für einen Angriff oder zur Vorverlegung an die Front.

Grün: Englische Stellungen, blau deutsche Stellungen. Tiefe von 5 - 17 Metern.


Friedensverhandlungen im Frühjar 1919

Der Friede von Brest-Litowsk mit harten Bedingungen für Russland, wurde von den Aliierten nicht übersehen. Die innenpolitische Situation in den alliierten Staaten musste in Rechnung gestellt werden., besonders Frankreich, das hohe Opfer und Sach- und Gebietsschäden beklagte, wollte entschädigt werden.


Und die Waffenstillstandsbedingungen vom 11. November 1918 hatten für Deutschland wenig Hoffnung vorgezeichnet. Die Waffenstillstandsbedingungen wurden vom Zentrumspolitiker Erzberger im Namen der damaligen Regierung gezeichnet.

Deutschland musste sämtliche Gebiete im Westen und Osten räumen, alliierte Truppen sollten das linksrheinische Gebiet besetzen und bei Köln, Mainz und Koblenz Brückenköpfe zum Reichsinnern bilden.

Weiter mussten umfassend Kriegsgerät abgeliefert werden.

Alle alliierten Kriegsgefangene waren zu enlassen.

Die See- und Wirtschaftsblockade sollte auf unabsehbare Zeit fortbestehen.


Diese Kapitulationsbedingungen bezwecken, dass Reich außer Stande zu setzen, den Krieg wieder aufzunehmen, wie es im Spätherbst 1918 einige hohe Militärs um General Ludendorff zwischenzeitlich ernsthaft erwogen hatten.

Der Vasailler Vertrag

Das Vertragswerk umfasst 440 Artikel

Hauptbestimmungen, Gebietsfragen, den Bereich der militärischen Entwaffnung, wirtschaftliche und finanziele Wiedergutmachungsleistungen, Deutschland verlor 1/7 seiner Fläche, 1/10 seiner Bevölkerung, sämtliche Übersee Kolonialbesitzungen, Gebietsabtretungen im Osten, Posen und der größe Teil Westpreußens sollten an Polen fallen, sowie Teile Ostpreußens usw..

Saargebiet ging zur Nutzung Frankreichs auf 15 Jahre.

Berufsarmee von 100 000 Mann wurde verpflichtend, Entmilitarisierte Zone rechts und links des Rheins.

Schweres Gerät untersagt, Waffen, Panzer, Flugzeuge, Unterseeboote und größere Kriegsschiffe.

Kriegsschuldartikel 231, für alle Verluste und Schäden verantwortlich gemacht.

Das Wort Siegerdiktat beherrschte die Presse in Deutschland.

Regierung Scheidemann trat zurück – Gustav Bauer übernahm das Amt des Kanzlers. Einmarsch der Alliierte verhindern.

Keine Alternative für den Kanzler.

Eine militärische Aktion war nach Aussagen Hindenburgs und Gröner, Nachfolger von Ludendorff, aussichtslos

Siegerstaaten bestanden auf vorbehaltlose Annahme aller Bedingungen, sonst Wiederaufnahme der Kampfhandlungen. So stimmten die Abgeordneten am 23. Juni zu.

Für die Annahme stimmten MSPD, USPS, Teile der DDP, Mehrheit des Zentrums mit Erzberger, Reichsfinanzminister als einer der einflussreichsten politischen Befürworter der Unterzeichnung.

Am 28. Juni kam es zur Unterzeichnung im Spiegelsaal von Versailles.

Für die Reichsregierung unterschrieben SPD Außenminister Bauer, Hermann Müller, Reichsverkehrsminiser Johannes Bell von der Zentrumspartei.

Als Verräter wurden verunglimpft:

Reichspräsident Ebert, Zentrumspolitiker Erzberger. Sündenböcke für alles, was mit dem Untergang des Kaiserreiches an Last und Kränkungen auf die Deutschen zugekommen war, die Niederlage im Weltkrieg, fortdauernde wirtschaftliche Misere, die Teuerung und eben die tiefe Demütigung durch Versailles.



Der AuSRat übernahm am 5. November die Macht in Kiel. Die Militärführung in Kiel beschloss mit Gustav Noske, die Soldaten zu beurlauben, um die Situation zu entschärfen. Der Kriegshafen Kiel stand im Mittelpunkt des Matrosenaustandes, die ihre wegen Meuterei inhaftierten Kameraden befreien wollten.

33 ooo Werftarbeiter solidarisieren sich mit ihnen. Sie hatten ein ausgeprägtes politisches Bewusstsein und sie marschierten zum Gefängnis und befreiten die 40 Soldaten. Eine Amnestie wurde ausgesprochen. Ziel war es den Krieg, der über zwei Millionen Tote gefordert hatte, zu beenden, die hungernde Bevölkerung zu versorgen, Rücktritt des Kaisers und das Dreiklassenwahlrecht aufzuheben und ein freies, gleiches Wahlrecht einzuführen. Zu Beginn des Krieges waren sie noch für den Krieg, aber sie sahen auch wie die Söhne des Volkes in den Schlachten unmenschliches ertragen mussten. Die starren Regeln im militärischen Allta der Matrosen machten sie zu Menschen dritter Klasse. Unterschiede in der Verpflegung und Besoldung waren für sie sichtbar und sie erhielten Pfennig, Unteroffiziere etwas mehr und Offiziere das 50fache.

Sie kämpften auch für Freiheit und Gerechtigkeit. Reichswehrminister Noske (nach Kiel entsandt) wurde Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates und vereinbarte mit dem Gouverneur eine Amnestie für die Soldaten, während die militärische Führung die Soldaten beurlaubte.

Matrosen schreiben Weltgeschichte

200 beurlaubter Soldaten treffen am 9.November in Kassel ein. Ihr Eintreffen löste eine Welle von Ereignissen aus. Am 9.11. wurde vor tausenden von Menschen auf dem Friedrichsplatz der Unmut der Menschen laut, die über die kriegsbedingte politische, wirtschaftliche und soziale Lage protestierten. Die offen zutage tretenden Unzufriedenheit der Soldaten begegneten die Sozialdemokraten mit dem Versuch aufkeimenden Aktivismus zu kanalisieren und Ruhe und Ordnung zu gewährleisten.

Die Sozialdemokraten setzten sich an die Spitze der Bewegung in Kassel und Nordhessen. Formell unterwarfen sich die zivilen und militärischen Behörden ausnahmslos seiner Weisungsgewalt, dennoch behinderten sie ihn bei seiner Arbeit.

Die Vollversammlung bildeten 300 Arbeiterdelegierte, die von Funktionären bestehender Partei. und Betriebsgremien gestellt wurden. Hinzu kamen300 in den Garnisonen gewählte Delegierte der Soldaten. Die Exekutive setzte sich zunächst paritätisch aus vier Vertretern der beiden sozialdemokratischen Parteien zusammen. Die Soldatenexekutive bestand aus neun Soldaten, die überwiegend der MSPD angehörten. Der AuSRat verstand sich als „höchste Behörde in jeder Beziehung.“

Der Kasseler AuSRat beschäftigte sich zunächst mit folgenden Problemen:

- schätzungsweise 20 000 Soldaten auf der Durchreise im HBH zu verpflegen. Ein Patrouillemdienst wurde eingerichtet, um ein Eindringen der Soldaten in die Stadt zu verhindern, Soldaten zu entwaffnen und geraubten Besitz sicherzustellen. Beschlagnahme von für die Versorgung wichtigen Gütern.

Ein von den Arbeitgebern gegründeter Demobilisierungsausschuss übernahm die Funktion.

Rückführung der deutschen Truppen. Geregelten Ablauf hinsichtlich der Heimreise von ca. 40 000 Kriegsgefangenen, die im Kriegsgefangenenlager Niederzwehren untergebracht waren.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt war zu bewältigen,

Massenarbeitslosigkeit trotz Umstellung von Kriegs- auf Friedensproduktion zu verhindern.

Er ordnete die Schließung der Munitionsfabrik auf dem Forstfeld an, die Produktion wurde im Januar 1919 eingestellt.

Für die Demobilmachung war von großer Bedeutung die reichsweite Rückführung des Feldheeres zu koordinieren, die am 14. November erfolgte mit der Verlegung der Obersten Heeresleitung nach Kassel .mit Lebensmitteln eingesetzt. Er sorgte für dieVereinheitlichung bestehender Lebensmittelvorräte. Der weiter zunehmende Schleichhandel war nicht mehr zu kontriolliern, Der AuSRat gab diese Arbeit auf.

Seine Tätigkeit endete schrittweise bis zum April 1920. Ende November kündigte Richard Hauschild als Vertreter des Rats seine Auflösung an. Er war stets von der MSPD dominiert und zeichnete sich durch eine moderate und prakmatische Grundhaltung aus (Lit.: Höpken, Arbeiterbewegung)


Der Arbeiter- und Soldatenrat

wurde provisorisch um den 9.11. gebildet, dem die MSPD-Führer Georg Thöne, Richard Hauschild und Albert Grzesinski -zugleich für die Gewerkschaften – von der USPD Wilhem Winter und Karl Eybel und von den Soldaten Leutnant d.R. Kuhnert und Landsturmmann Hubenthal angehörten.

Von der Vollversammlung auf dem Friedrichsplatz vor mehreren tausend Menschen wurde der Vorstand bestätigt: Grzesinski wurde Vorsitzender des AuSRates, Hauschild sein Stellvertreter. Auch das stellvertretende Generalkommando war bereit mitzuarbeiten und mit ihm den öffentlichen Sicherheitsdienst zu leiten. Am 11.11. 1918 ergänzte sich der AuSRat um weitere Vertreter der USPD sowie vier Soldaten und erklärte sich zum Zentral-AuSRat für den Militärbereich des XI Armeekorps und für den Regierungsbezirk Kassel. Der Regierungspräsident wies sofort die Landräte des Bezirks an, den Anordnungen des ZAuSRats und der Kreis-AuSRäte Folge zu leisten.

Im Dezember wurde auf Vorschlag der Arbeiter- und Soldatenräte eine Stadtwehr geschaffen, die am 1.1.1919 ihr Arbeit aufnahmen. Sie lösten Mitte Januar schon 450 militärische Posten ab. Am 2. Dezember 1920 löste sich die Stadtwehr auf.

Auszug aus : Walter Mühhausen, Gerhard Papke (Hrsg) „Kommunalpolitik im Ersten Weltkrieg, Die Tagebücher Erich Koch-Weser 1914- 1918.



Verbindung zum preußischen, antidemokratischen Militarismus

Vom Programm her kann man die MSDP und die USPD so einstufen, aber an der Macht gelangt, wollten sie keine Revolution machen. Sie schafft es nicht mit ihrfen Räte-Modell die Massen zu begeistern. Bei diesem Modell haben die Arbeiter und Soldaten ein Wahlrecht, die Räte üben kein freies Mandant aus, sondern sind den Wählern unmittelbar rechenschaftspflichtig, die Gewaltenteilung wäre aufgehoben. Eine solche klassenmäßige Beschränkung des Wahlrechts ist unvereinbar mit der Demokratie, so die SPD.

Mit der Gründung der USPD 1917, die keine Kriegskredite mehr an den Kaiser gewähren will, beginnt die Spaltungsgeschichte der deutschen Arbeiterbewegung Aus der USPD geht noch die radikalere Spartakusgruppe hervor und daraus schließlich die KPD Gründung. Es beginnt ein Kampf dieser drei linken Gruppen. Zuerst nur mit Worten, dann auch mit Gewalt.

Ende Dezember scheidet die USPD aus dem Rat der Volksbeauftragten aus. Grund ist einer Machtprobe, welche die revolutionstreue Volksmarinedivision, die am 9. November zum Schutze des Regierungsviertels im Sinne im Schloss einquartiert ist. Friedrich Ebert holt Hilfe von seinem Partner von der Obersten Heeresleitung (OHL) Wilhelm Groener, der sich nach dem 9. November der Regierung angedient mit dm Versprechen, nur die Truppen könnten die bolschewistische Gefahr beseitigen. Im Gegenzug läßt Ebert die Strukturen des preußischen Militarismus weitgehend unangetastet. Aber die Ziele der OHL sind anders: Sie wartet nur auf die Gelegenheit zum Putsch.

Am 24. Dezember kommt es zur Konfrontation mit der Marinedivision, Ebert läßt auf seine eigene Truppen schießen und gerät völlig in Abhängigkeit von Groener. Doch Ebert verliert, weil tausende Arbeiter aus den Fabriken eilen und die OHL.Soldaten daran hindern, weiter auf die Volksmarinedivision zu feuern. Aus Protest gegen die Militäraktion treten die USPD-Politiker zurück. Die SPD besetzt nun alle Posten im Rat der Volksbeauftragten. Noske und die OHL beginnen mit dem Aufbau von Freiwilligenverbänden, die zum Schutze der Revolutionserrungen-schaften vor allem in Innern eingesetztwerden sollen. In diesern Freikorps befinden sich aber kaum Demokragten, sondern vor allem nationalisitsche, monarchistische und antirevolutionäe Soldaten, die nur ihren Offizieren dienen, gewiss nicht der Republik. Sie haben Lust den Bolschewismus zu bekämpfen und dazu kann sie Noske gebrauchen. Die Entlassung eines USPD Mannes, der bei den Weihnachtskämpfen loyal zur USPD und revolutionäre Obleute stand, entfachten eine revolutioäre Situation, das Zeitungviertel wurde besetzt. Die Regierungstruppen roberten die besetzten Häuser wieder zurück,unzählige Tote werden gezählt, Aufständige und Unbeteiligte werden willkürlich erschossen, andere misshandelt. Noske behauptete.“Damt sei die bolschewistische Gefahr vorbei.“ Für die Freikorpsleute ist klar, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht müssen weg. Berlin wird systmatisch nach Waffen durchsucht.

Dabei ist auch die Garde-Kavallerie-Schützen-Division unter dem Ersten Generalstabsoffizier Waldemar Papst im Einsatz. Sie ist als die einzigste Einheit des kaiserlichen Heeres mobil geblieben und der Kern der Truppe Noskes. Papst sucht nicht nach Waffen. Er sucht nach Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, die am 15. Januar aufgegriffen und standrechtlich im Tiergarten erschossen wurden.

Die Sozialdemokraten und die Militärs fanden sich in einem neuen Raum der Gemeinsamkeiten zusammen, in dem von da an alles, was regierunngstreue Soldaten taten, um jeden Preis gerechtfertigt und verteidigt wurde. Ganz gleich welche Greul sie sich dabei zu schulden kommen ließen. Der Ebert-Groener-Pakt war jetzt mit Blut besiegelt. Das große Sterben wird aber erst noch kommen. Vom 9. Novemer bs zum Ende des Januarstreiks zählt Historiker Mark Jones 250 Tote und bei den folgenden Aufständen kommen noch weitere tausend Tote hinzu, verantwortet vom „Bluthund“ Noske. Der weiße Terror nach der Niederschlagung der Münchener Räterepublik im April/Mai 1919 wird erneut über tausend Todesopfer fordern. Die SPD ist nun selbst Opfer ihrer eigenen blutigen Terrortaktik geworden. Dass jetzt die Garde-Kavallerie-Schützendivision die Macht in Berlin ausübt, eine durch und durch konterrevolutionäre Truppe, ist der Regierung unangenehm. Das ein Bürgerkrieg von rechts droht, will sie nicht erkennen.

Zehntausende feiern den Toten bei der Beisetzung auf dem Zentalfriedhof Friedrichstraße als „Vorkämpfer der Menschheitsideale“ Die Sozialdemokratie, so behaupten die deutschen Kommunisten bis heute, haben seit 1914 den Klassenkampf verraten, 1918 dann die revolutionären Massen und schließlich die Revolution in Blut erstickt. Ist wirklich, wie die SPD behauptet, in der Hauptstadt und Deutschland Ruhe eingekehrt, steht die Revolution auf sicheren Beinen, wie sie glaubt? Während der gesamten Weimarer Republik und der Reichstagswahlen wird das Gegenenteil sichtbar und schließlich durch die Präsidialkabinette einschließlich Adolf Hitler widerlegt. In der Fehlentscheidung die alten monarchistischen und republikanischen Militaristen die Revolution verteidigen zu lassen, war die größte politische Fehlentscheidung des 20. Jahrhunderts. Die gesamte Arbeiterschaft musste diese Entscheidung in der Folgezeit mit ihrem Leben bezahlen (auf der Schlachtbank des Ersten Weltkrieges) und durch den Ost-West-Konflikt wurden die Vergangenheit und der Erste Weltkrieg vergessen. Heute wird der Erste Weltkrieg und die Verhaltensweisen der Politiker durch die Verbrechen der Nationalsozialisten verdrängt.





Der russische Sieg in Stalingrad leitete eine psychologische Wende des Krieges ein. Die Russische Armee zeigte, dass die Deutschen zu besiegen waren. An allen Fronten wuchs der Wunsch nach Freiheit.

Das Menschheitsverbrechen, der Vernichtungskrieg gegen die Juden, war im Osten und Westen überall sichtbar.

„Der Jude wird ausgerottet“ oder „Juden kaputt“ schrien die Soldaten beim Durchmarsch durch ein Dorf nach den Erschießungen. 1943 wussten Millionen Deutsche, dass Juden vergast werden.

Da die Massen der eingesammelten jüdische Bevölkerung in den eroberten und besetzten Gebieten in die Millionen

gingen, musste die Wehrmacht aushelfen und wurde zu Massenerschießungen eingeteilt. So wurde auch die Mutter des Dichters Wassili Großmann aus dem Dorf Berditschew geholt und vor dem ausgehobenen Massengrab erschossen.


Großmann schildert den Todesgang ins Klematorium in allen Einzelheiten auch den March in die Gaskammer, wo die Menschen durch ein Guckloch beobachtet werden konnten und Zeuge wurden, wie die sie durch Gas zu Tode gebracht wurden, besonders nahm er sich dem kleinen David an, der den Todeskampf schneller als die Erwachsenen erlegen war.


Sofja Ossipowna begleitete den Jungen durch die Gaskammer. David sah, wie sich die Tür schloss. David bemerkte, dass sich im oberen Teil der Wand hinter einem quardratischen Drahtnetz was bewegte. Man hatte den Ventilator eingeschaltet. Ein schwacher Geruch breitete sich aus. Das Schlurfen der Schritte war verstummt, nur hin und wieder hörte man undeutliche Worte, Stöhnen, kurze Aufschreie. Die Bewegungen von Davids Kopf und Hals weckten in Sofja nicht mehr den Wunsch, dorthin zu blicken, wohin ein anderes Lebewesen blickt. Sie atmete, doch das Atmen wurde zur Schwerstarbeit und kostet sie ihre ganze Kraft. Der halbtote Junge atmete noch, doch die Luft, welche man ihm spendete, verlängerte sein Leben nicht, sondern verscheuchte es. Sein Kopf drehte sich hin und her, er wollte noch immer schauen. Er sah die, die sich hingesetzt hatten, sah offene zahnlose Münder, Münder mit weißen und goldenen Zähnen, sah einen dünnen Blutstrahl aus den Nasenlöchern rinnen. Er sah neugierige Augen durch die Guckfenster in die Kammer blicken. Die ganze Zeit hielten ihn kräftige weiße Hände umschlugen, David begriff nicht, dass es dunkel wurde in seinen Augen, dass es im Herzen zu dröhnen begann, das sein Gehirn stumpf wurde und blind. Man hatte ihn getötet.

Sofja Ossipowna spürt wie der Körper des Jungen in ihren Armen zusammensackte. So war der Junge mit dem kleinen Körper von ihr gegangen. „Ich bin Mutter geworden“, dachte sie. Es war ihr letzter Gedanke. Aber in ihrem Herzen war noch Leben: Es zog sich zusammen, scherzte und bedauerte alle, Lebende und Tote. Brechreiz stieg in ihr auf, Sofja Ossipowna drückte David an sich, eine Puppe. Und war nun auch tot, eine Puppe. Die anderen klammerten sich bis zu den letzten Zuckungen aneinander. Hinterher machte man sich keine Mühe mehr diese Umklammerung zu lösen.


Grossmans Bericht aus dem Vernichtungslager Treblika wurde als Beweismittel beim Nürnberger Gericht vorgelegt.


Auszug aus Wassili Grossmans Roman, „Leben und Schicksal“ Seite 670 ff.



Eine wahre Geschichte zu den Ehrentafeln aus Heinz Schröters „Stalingrad“.

( Sie starben für Freiheit – Gerechtigkeit – Frieden )


Das eigentliche Stalingrad kann man nicht erfassen und nicht schreiben, es kann nur gebetet werden!“


Die Artillerie ist Gott des Krieges!

Die71.Infanteriedivision griff von allen Seiten die Getreidelage in Stalingrad an, die von sowjetischen Soldaten verteidigt wurden.Nach drei Tagen funkten die Verteidiger zu ihrer Befehlsstelle im „Tennisschläger“: Was sollen wir machen? Denkt an die Russen vom Silo, die ebenfalls vor ein paar Tagen gefunkt hatten:

„Wir haben hier nichts mehr zu essen“: die Antwort lautete:“kämpft, dann vergeßt ihr den Hunger.“

Nach drei Tagen funkten sie wieder: „Wir haben nichts mehr zu trinken, was sollen wir machen?.“

Antwort:“Jetzt kommt die Zeit, Genossen, da ihr vom Verstande und eurer Munition leben müßt.“

Die Verteidiger warteten zwei Tage, dann schickten sie den letzten Funkspruch: „Wir haben nichts mehr zu schießen.“ Dann kam die Antwort. „Die Sowjetunion dankt euch, euer Leben hat einen Zweck gehabt.“

Als die Sonne aufging, meldete sich aus dem Befehlsstand 506 niemand mehr, aber Deutschland dankte ihnen nicht und auch der Zweck ihres Tode war nicht erwiesen.

(Bericht aus Stalingrad von Heinz Schröter; S. 228)

Hier soll dem Krieg kein Denkmal gesetzt werden, sondern seinenToten.

Stalingrad. Die 76 Tage und Näche vom 19. November 1942 bis zum 2. Februar 1943 werden noch ange mit dem Schicksalort Stalingrad belstet und erschüttert sein. Die Geschichte der 22. Division, die nicht wiederkam.

Für Goebbels war klar, den Untergang der Division kann man dem deutschen Volk nicht zumuten. „Untragbar für das deutsche Volk.“ 123.000 mussten den Weg in die Gefangenschaft antreten, stolperten in sechs Marschsäulen über Dobowka, Kieseljakow, Perepolni und Gumvak nach Beketowka und von dort in verlorene Jahre ihres Lebenes.

Von den 123 000 Soldaten kehren 1953 nur ca. 6000 zurück. Die 6. Armee hatte ausmarschiert.

Die Miltitärführung traf am 9. November1942 die falsche Entscheidung,, ein Fehler der Obersten Militärführung, denn Stalingrad zu erobern war keine militärische Notwendigkeit. Jedoch ein Kampf Stalin gegen Hitler.

Stalingrad beinhaltet die Myhten Treue, Ruhm, Ehre, Heldentod, Tapferkeit, Gehorsam, Vaterlandsliebe, Manneszucht zu erfassen. Die Vereidigung auf den Führer war eine Verpflichtung und dann das große Leid und Not erträglich zu machen, denn man kämpft für den Kameraden, für Deutschlands Größe und Ruhm.


Wenn der Gefallene in Stalingrad zur großen Ruhe ging, dem wird, wenn er vor dem Lächeln Gottes tritt, viel von der Schwere seines letzten Erdenlebens und der Qual seines Todes genommen.

Wenn man sich nicht mehr wehren kann, soll man Schluss machen. Sie konnten sich nicht mehr wehren, also....“dass sie vorher tapfer waren, soll man ihnen hoch anrechnen.“

ie 22. Panzer-Division hat vom ersten Tag im Kampf gestanden. Damals war sie mit dem XLVIII Panzerkorps nach Süden ausgebrochen und hatte immer wieder die Lücken geschlossen oder die Flucht gedeckt. In der Schlacht um Stalingrad ist die Division bis zum letzten Mann verblutet. Kampfgruppen und Eingreifbataillone gingen nacheinander verloren. Von ihren Regimentern blieb nichts. Von jede Kompanie blieb vielleicht ein Mann übrig. Die nicht unter dem Schnee lagen, flüchteten über den Donez, um als „Kampfgruppe“ noch bis zum 27. Februar zu existieren. Nur dem Namen nach war noch die Rede von einer ehemaligen Panzer-Division. So erreichte denn auch diese Division genau wie die 27. Panzer-Division, ihr Schicksal. Sie wurde aus der Front gezogen und am 15. April durch Führerbefehl aufgelöst. Es hieß darin: „Die Division hat die in sie gesetzten Erwartungen im Kampf um Stalingrad nicht erfüllt.“


wurde am 1. Oktober 1936 in Erfurt, im Wehrkreis IX aufgestellt. Im Herbst 1937 wurde die Division motorisiert und danach als 29. Infanterie-Division (motorisiert) bezeichnet. Am 24. August 1939 wurde die Division mobil gemacht. Im Januar 1943 wurde die Division in Stalingrad vernichtet. Die Wiederaufstellung  der 29. Infanterie-Division (motorisiert) erfolgte am 1. März 1943 in Frankreich. Die neue Division wurde gemäß Befehl des OKH Chef H Rüst und BdE AHA Ia(I) Nr. 720/43 g.Kdos vom 11. Februar 1943 zum 1. März 1943 durch Umbenennung aus die 345. Infanterie - Division gebildet. Am 23. Juni 1943 wurde die Division zur 29. Infanterie-Division umgebildet.

Ich hatte einen Kameraden!“ Seite 104

Infanterie-Regiment (motorisiert) 15 I. Terrasse links

Seite 105

Infanterieregiment 15 - Infanterieregiment 15 mot. - Panzergrenadierregiment 15

Bei der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht am 16.März 1935 wurde in Kassel das neue Infanterieregiment Nr.15 ins Leben gerufen, indem sein wesentlicher Bestandteil das Jägerbataillon wurde. Die in Gießen und Weimar-Eisenach und Marburg stehenden Teile verloren die Nr. 15 und bildeten weitere neue Regimenter.

Schon im Herbst 1934 wurden in Kassel ein II.Bataillon aufgestellt aus Teilen der 15.Kompanie/A-Bataillon IR 15 Marburg, ergänzt durch ein Jahr dienende Freiwillige.Das III. Bataillon war mit der 13. (Minenwerfer) Kompanie in Kassel, 5. Kompanie: 2. Thüringsches Infanteriefregiment Nr. 32; 6. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 95 und 3. Thüringisches Infanterie Regiment N. 71, 5. Thüringisches Infanterie Regiment Nr. 94, „Großherzog von Sachsen“ und Nr. 96; von Wittich Nr. Nr. 83; 10.Kompanie: 1. Kurhess. Inf. Reg. ; „Landgraf Friedrich I von Hessen Cassel Nr. 81; 5. Großherzoglisch-Hess.-Inf. Rgt Nr. 168; 12.Kompanie: Kurh. Füsilier-Rgt Nr. 80 „von Gersdorff; 13. Kompanie 1. Oberelsässisches Inf.Rgt Nr 167; 16. Kompanie Kurhess. Jägerbataillon Nr. 11. Umbenennungen am 1. Oktober 134 in Infanterieregiment Kassel, Infanterieregiment 15, danach Infanterieregiment (mot) 15.


Die Zerstörung Kassels

Die Bombenangriffe auf Kassel zerstörten die Alt-und Obere Neustadt zu 78 Prozent. Auch der Auehang und das Ehrenmal waren davon betroffen. Bis zur Bundesgartenschau 1955 sollte die Karlsaue und somit auch der Auehang wieder hergestellt sein. Auf dem Foto aus 1956 können wir die Wiederaufbaubemühungen Kassels erkennen. Am Friedrichsplatz und an der „Schönen Ausscht“ sind noch Lücken zu erkennen. In der Bildmitte entsthet das die AOK Gebäude ist und die Nr.9 bis zum Bellevueschloss noch erbaut werden muss. Auch die Neue Galerie wird erst in en 1970er Jahren fertiggestellt. Die Terrassenanlage der Gefallenen-Gedenkstatt (Ehrenmal) ist ebenfalls errichtet, darüber wird die Hugenottenstraße zur Karlskirche führen.


Die Ehrentafeln ab Seite 111

Was sagen die Inschriften aus? Anzahl der Gefallenen in den Regimentern und Divisionen;

Kampfgebiete im Westen und Osten, Kriegsschauplätze.







Kameradschaft als soldatische Pflicht

Besondere Bedeutung hat die Kameradschaft in der soldatischen Gemeinschaft. Insbesondere bedeutet dies die Pflicht jedes Soldaten, seinem Kameraden unter allen Umständen – auch unter Lebensgefahr – beizustehen. Das besondere an der soldatischen Kameradschaft ist, dass sie nicht an persönliche Verbundenheit im Sinne von Freundschaft, Kumpanei o. ä. gebunden ist, sondern von jedem Soldaten als Dienstpflicht gefordert wird. Dies ergibt sich aus § 12 Soldatengesetz (SG). Ihre Regelungsbedürftigkeit ergibt sich daraus, dass sie sozial in einem Spannungsverhältnis zu einer anderen soldatischen Pflicht stehen kann, der des „Gehorsams“. Die Kameradschaft verpflichtet alle Soldaten, die Würde, die Ehre und die Rechte des Kameraden zu achten und ihm in Not und Gefahr beizustehen. Die Pflicht zur Kameradschaft schließt gegenseitige Anerkennung, Rücksicht und Achtung fremder Anschauungen ein. Kameraden mit entsprechenden Rechten und Pflichten können nur Soldaten im Sinne des Soldatengesetzes sein.

Kameradschaft ist nicht etwas, was sich der Soldat aussuchen kann – sie ist dem Soldaten befohlen. Sie vollzieht sich nicht nur horizontal, sondern auch vertikal – nicht nur von unten nach oben, sondern auch von oben nach unten.“

Vertreter des Bürgertums feierten die Verkündung des Kriegszustands und der militärischen Mobilmachung Anfang August 1914.Sie beriefen sich nicht auf die Armee oder den Kaiser sondern ganz auf das Volk und die Nation, ein Neuanfang nationaler Gemeinschaftsbildung begünstigt die Bildung einer politischen Kultur, in der eine Bewegung wie der Nationalsozialismus gedeihen konnte.

Nicht das abstrakte Ideal nevellierender Gleichheit, sondern die organisatorische Ordnung militärischer Kameradschftlichkeit diente als optimal politisch der Vergesellschaftung, später kam der Begriff „Volksgemeinschaft „ hinzu.

Als verfassungsrechliche Rahmen ist das Volk als Souverän erklärt, darüber stnd der Volkswille, Repräsentation des Volkes, eine Nation zu bilden, die den Klassenkampf überwinden und gesellschaftliche Konflikte aufheben würde.

Von der Frontgemeinschaft zum Kameradschafsmythos, der aber millieu- und generationsübergreifend vom Zusammenhalt einer von Männlichkeit, Tapferkeit, Aufopferung, Ehre und Harmonie geprägte Frontgemeinschaft.

(Thomas Kühne, Kameradschaft,Göttingen 2006.) Verdichtete Voksgemeinschaft im Luftschutzbunker.

Hitler: Das geknechtete Deutschland kann nur das wieder auferstehen, wenn es sich vom Marxismus und den Juden befreie.“

Die Begriffe – Texte der Erinnerungstafeln

Vaterland

Die Ursprungsbedeutung ist die Bezeichnung für des Vaters Land, das dem Vater gehört. Herkunftsland, Zugehörigkeitsgebiet von Menschen,Mensch verwurzelt fühlt, aus Menschen oder auch Familien Heimatgefühl entwickelt.

Ehre ist eine verdiente Achtungswürdigkeit oder Anspruch einer Person. Darin sind Begriffe wie Anerkennung, Ansehen, Wohlgefallen oder guter Ruf. Enthalten.

Die Ehre ist auch an sittliche Mindestanforderungen verbunden.vor allen die persönliche Tapferkeit.

Ehre im NS-Staat

Im Wertesystem der nationalistischen Ideologie nahm die Ehre eine besondere Stellung ein Leitspruch der SS: „Meine Ehre heißt Treue“. Rassenzugehörigkeit: Ehre ist bedingt durch die Art, durch das Blut. Die Rechtsprechung in der NS-Gesetzgebung spiegelt sich das wider. „Die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte nach § 3 StGB könnte nur dann einen Sinn und Zweck haben, wenn der Angeklagte die...Rechte tatsächlich besitzen würde. Dies ist aber bei einem Juden nicht der Fall...Ein Jude...besitzt nach der Überzeugung des ganzen deutschen Volkes überhaupt keine Ehre“.

Heimat

Der Begriff Heimat wird im Ersten Weltkrieg häufig benutzt. Hier zogen die Soldaten

singend für ihre Heimat in den Krieg. Zuerst war der Begriff vielstimmig, pluralistisch und mit breitem politischen Spektrum benutzt. In der nationalsozialistischen Zeit trat das völkische Denken in den Vordergrund und bediente eine biologische und rassistische Ideologie. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die Sehnsucht der Deutschen nach ihrer alten Heimat durch (Vertriebenen).

Soldatenlied: „Treue Grenzwacht steht bereit in des Reiches Osten/für der Heimat Hof und Herd steht jeder auf dem Posten“.



Soldaten in Zeiten des Nationalismus und Militarismus


!914-1918 im Ersten Weltkrieg

nach dem Ersten Weltkrieg in der deutschen Revolution /AuSRat

1919-1920 in der Revolutionszeit

bei der Beseitigung der Münchener Räterepublik


18 Nov. 1919 Die Dolchstoßlüge: Generalmajor a. D. Paul von Hindenburg

(Vortragender vor dem Untersuchungsausschuss der National-

versammlung) und General Ludendorff (Verfasser).

Die nationalistische Rechte war die Weimarer Republik immer ein Schandfleck und so inszenierten ihre Gruppen politische Morde gegen die Republkianer. Jedes Jahr am 11. August rief Philipp Scheidemann zum Jahrstag der Gründung der Republik zu Demonstrationen auf. Die bekannesten Opfer waren Rosa Luxemburg unf Karl Liebknecht am 15. Januar 1919. Es folgten unter dem Denkmantel:

Tödlich verunglückt“ 184

Willkürlich erschossen“ 80

Auf der Flucht erschossen“ 30

Angeblich Standrecht 12

Im Gefängnis gelyncht 7

Bei Beschießung einer offenen

Stadt gefallen 5

—————————————————————————

Summe der von Rechtsstehenden 318

Ermordeten

Als Repressalie erschossen 10

Willkürlich erschossen 5

Angebliches Standrecht 1

Summe der Linksstehenden Ermordeten_______________ 16

Insgesamt kommt in den Jahren 1919 und 1920 beinahe jeden zweiten Tag ein

ungesühnter politischer Mord von rechts.

Vorausgegangen war die Behauptung vom „Dolchstoß“. Es dauerte nicht lange, dass die nationalistische Presse und Parteien diese Lüge verbreiteten, um die Republikaner zu brandmarken. Diese nicht wiederlegte Behauptung vergiftete die Atmosphäre der Republik. Sie seien der kämpfenden Truppe aus der Heimat in den Rücken gefallen.

Hindenburg:“Die Mehrheitsparteien des alten Reichstages hätten durch ihre Friedensinitiative vom Sommer 1917 den Widerstandswillen in der Heimat gebrochen. Gleichzeitig habe es in der Flotte und im Heer eine planmäßige Wühlarbeit gegeben, deshalb habe die militärische Niederlage unausweichlich ihren Lauf genommen. Der Autor hat nachgewiesen, dass die Niederlage durch die Aufnahme des Kampfes der US-Armee 1917 vorbestimmt war und die deutschen Armeen bis zum 11.11.18 keine Schlacht mehr gewinnen konnten. (Rückzugslinien) Wahr ist, dass die Fähigkeit Hindenburg äußerst begrenzt waren und er auf Ludendorff angewiesen war. 1918 war die deutsche Genaralität total überfordert und konnt nur noch die Schlachtbank bedienen. Soldaten zogen die Notbremse!


Die Freikorpsverbände - Soldaten gegen die Republik

Folge des Versailler Vertrags und Begrenzug auf 100 000 Mann Heer

In den Freikorpsverbänden sammelte sich der Kern eines neuen, kämpferischen, antidemokratischen Nationalismus. Gestützt auf zwei solcher Freikorps, die sich der Auflösung, die sich der Auflösung durch die Regierung widersetzten, putschten am 13. März 1920 der Reichwehrgeneral Lüttwitz, der frühere ostpreußische Generallandschaftsdirektor Kapp, der Freikorpsführer Korvattenkapitän Ehrhard und andere Offiziere gegen die demokratische Republik.

Die Reichswehr,deren Aufgabe es gewesen wäre, die Republik zu schützen, weigerten sich gegen die Putschisten zu kämpfen (Waren sie nicht auf die Republik vereidigt?). Der General von Seeckt und die Reichswehrführung ließen die Regierung und damit das Volk im Stich, wo es galt zum ersten Mal gegen rechts aufzustehen und nicht wie bisher gegen links zu schützen. Die Reichsregierung mit Kanzler Bauer an der Spitze floh aus Berlin. Die Gewerkschaften, Arbeiter und Beamten, Parteien riefen zum Generalstreik gegen die Putschisten auf. Auch die Beamten in den Ministerien verweigerten der illegalen Putschregierung die Zusammenarbeit.

Der Putsch war gescheitert. Der anschließende weiße Terror übertraf den roten Terror an Brutalität und Intensität bei weitem. Die Regierung Müller setzte Kappisten gegen sie selber oder Kameraden ein, die nur gegen Verfassungsbrecher vorgehen wollten und wurden unter der Bedingung des Ausnahmezustandes vor allem von Militärgerichten hart bestraft, während das Strafgericht der Republik über die Feinde von rechts ausblieb.

Was nicht ausblieb ist die Reaktion der Arbeiterschaft bei der Reichstagswahl vom Juni 1920, sie stand ganz unter dem Eindruck des Kapp-Putsches und der nachfolgenden Arbeiteraufständen.. Ergebnis: Es fand ein Erdrutsch bei den Wahlergebnissen der MSPD, USPD, KPD, das Zentrum verlor durch die Abspaltung der Bayerischen Volkspartei 6,1 % (13,6 gegen 19,7%) während die DDP von 18,6 auf 8,2,% absackte. Die großen Gewinner waren die nationlliberale DVP von 4,4 % auf 13.9% und die rechtsaußen angesiedelte DNVP von 10,3 auf 15 %. Entgegen der Meinung von Otto Wels hatte sich der Kapp-Putsch nicht gegen die Rechte ausgewirkt. Im nächsten Kabinett gehörte kein SPD-Politiker mehr an.

Das zweite Kabinett Müller 1928 wurde am 20.Mai 1928 als große Koalition vereidigt, Koalitionspartner waren DDP, Zentrum, DVP und Bayerische Volkspartei. Sie zerbrach am 27. März 1930 an eine geplante Neuregelung der Arbeitstlosenversicherung, eine Herabsetzung stimmt die SPD nicht zu.

Es Begann unter Gustav Brünig die erste Präsidialregierung



Vom Programm her kann man die MSDP und die USPD so einstufen, aber an der Macht gelangt, wollten sie keine Revolution machen. Sie schafft es nicht mit ihrfen Räte-Modell die Massen zu begeistern. Bei diesem Modell haben die Arbeiter und Soldaten ein Wahlrecht, die Räte üben kein freies Mandant aus, sondern sind den Wahählrn unmittelbar rechenschaftspflichtig., die Gewaltenteilung wäre aufgehoben. Eine solche klassenmäßige Beschränkung des Wahlrechts ist unvereinbar mit der Demokratie, so die SPD.


Mit der Gründung der USPD 1917, die keine Kriegskredite mehr an den Kaiser gewähren will, beginnt die Spaltungsgeschichte der deutschen Arbeiterbewegung Aus der USPD geht noch die radikalere Spartakusgruppe hervor und daraus schließlich die KPD Gründung. Es beginnt ein Kampf dieser drei linken Gruppen. Zuerst nur mit Worten, dann auch mit Gewalt.

Ende Dezember scheidet die USPD aus dem Rat der Volksbeauftragten aus. Grund ist einer Machtprobe, welche die revolutionstreue Volksmarinedivision, die am 9. November zum Schutze des Regierungsviertels im Sinne im Schloss einquartiert ist. Friedrich Ebert holt hilfe von seinem Partner von der Obersten Heeresleitung (OHL) Wilhelm Groener, der sich nach dem 9. November der Regierung angedient mit dm Versprechen, nur die Truppen könnten die bolschewistische Gefahr beseitign. Im Gegenzug läßt Ebert die Strukturen des preußischen Militarismus weitgehend unangetastet. Aber die Ziele der OHL sind anders: Sie wartet nur auf die Gelegenheit zum Putsch. Am 24. Dezember kommt es zur Konfrontation mit der Marinedivision, Ebert läßt auf seine eigene Truppen schießen und gerät völlig in Abhängigkeit von Groener. Doch Ebert verliert, weil tausende Arbeiter aus den Fabriken eilen und die OHL-.Soldaten daran hindern, weiter auf die Volksmarinedivision zu feuern. Aus Protest gegen die Militäraktion tregten die USPD-Politiker zurück. Die SPD besetzt nun alle Posten im Rat der Volksbeauftragten. Noske und die OHL beginnenmit dem Aufbau von Freiwilligenverbänden, die zum Schutze der Revolutionserrungenschaften vor allem in Innern eingesetztwerden sollen. In diesern Freikorps befinden sich aber kaum Demokragten, sondern vor allem nationalisitsche, monarchistische und antirevolutionäe Soldaten, die nur ihren Offizieren dienen, gewiss nicht der Republik. Sie haben Lust den Bolschewisrmus zu bekämpfen und dazu kann sie Noske gebrauchen. Die Entlassung eines USPD Mannes, der bei den Weihnachtskämpfen loyal zur USPD und revolutionäre Obleute stand, entfachten eine revolutioäre Situation, das Zeitungviertel wurde besetzt. Die Regierungstruppen eroberten die besetzten Häuser wieder zurück,unzählige Totge werden gezählt, Aufständige und Unbeteiligte werden willkürlich erschossen, andere misshandelt. Noske behauptete.“Damt sei die bolschewistische Gefahr vorbei.“ Für die Freikorpsleute ist klar, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht müssen weg. Berlin wird systmatisch nach Waffen durchsucht.

Dabei ist auch die Garde-Kavallerie-Schützen-Division unter dem Ersten Generalstabsoffizier Waldemar Papst im Einsatz. Sie ist als die einzigste Einheit des kaiserlichen Heeres mobil geblieben und der Kern der Truppe Noskes. Papst sucht nicht nach Waffen. Er sucht nach Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, die am 15. Januar aufgegriffen und standrechtlich im Tiergarten erschossen wurden.

Die Sozialdemokraten und die Militärs fanden sich in einem neuen Raum der Gemeinsamkeiten zusammen, in dem von da an alles, was regierugnstreue Soldaten taten, um jeden Preis gerechtfertigt und verteidigt wurde. Ganz gleich welche Greul sie sich dabei zu schulden kommen ließen. Der Ebert-Groener- Pakt war jetzt mit Blut besiegelt. Das große Sterben wird aber erst noch kommen. Vom 9. Novemer bs zum Ende des Januarstreiks zählt Historiker Mark Jones 250 Tote und bei den folgenden Aufständen kommen noch weitere tausend Tote hinzu, verantwortet vom „Bluthund“ Noske. Der weiße Terror nach der Niederschlagung der Münchener Räterepublik im April/Mai 1919 wird erneut über tausend Todesopfer fordern. Die SPD ist nun selbst Opfer ihrer eigenen blutigen Terrortaktik geworden. Dass jetzt die Garde-Kavallerie-Schützendivision die Macht in Berlin ausübt, eine durch und durch konterrevolutionäre Truppe, ist der Regierung unangenehm. Das ein Bürgerkrieg von rechts droht, will sie nicht erkennen.

Zehntausende feiern dn Togten bei der Beisetzung auf dem Zentalfriedhof Friedrichstraße ls „Vorkämpfer der Menschheitsideale“ Die Sozialdemokratie, so behaupten die deutschen Kommunisten bis heute, haben seit 1914 den Klassenkampf verraten, 1918 dann die revolutionären Massen und schließlich die Revolution in Blut erstickt. Ist wirklich, wie die SPD behauptet, in der Hauptstadt und Deutschland Ruhe eingekehrt, steht die Revolution auf sicheren Beinen, wie sie glaubt? Während der gesamten Weimarer Republik und der Reichstagswahlen wird das Gegenenteil sichtbar und schließlich durch die Präsidialkabinette einschließlich Adolf Hitler widerlegt. In der Fehlentscheidung die alten monarchistischen und republikanischen Militaristen die Revolution verteidigen zu lassen, war die größte politische Fehlentscheidung des 20. Jahrhunderts. Die gesamte Arbeiterschaft musste diese Entscheidung in der Folgezeit mit ihrem Leben bezahlen und nur durch die Angstmache durch den Ost-West-Konflikt wurden die SPD nicht bestraft, es sei denn in diesem Jahrhundert durch den Verlust als Volkspartei und Absturz in Richtung Einflusslosigkeit.



Kriegsverbrechen

Während des Frankreichfeldzuges wurden zahlreiche schwarzafrikanische Angehörige der französischen Armee, sogenannte Tirailleurs sénégalais, die dem Infanterie-Regiment Großdeutschland in die Hände fielen, ermordet. Belegt sind zwei Massaker an schwarzafrikanischen Soldaten und ihren europäischen Offizieren. Am 10. Juni 1940 wurden mindestens 150 Tirailleurs im Raum Erquinvillers auf dem Marsch nach Montdidier ermordet. Am 19. und 20. Juni 1940 kam es zu einer Serie von Massakern im Raum Chasselay, bei denen das Regiment und die SS-Division Totenkopf etwa 100 Tirailleurs und ihre Offiziere ermordeten.[8]

Auch beim Balkanfeldzug in Jugoslawien beging die Division Kriegsverbrechen. In der Nacht vom 20. auf den 21. April 1941 erschossen vermutlich Partisanen in Panvevo einen Soldaten einer Nachschubkompanie der SS-Division Das Reich und verwundeten einen anderen schwer. Darauf nahmen Soldaten der Division Großdeutschland und Waffen-SS willkürlich etwa 100 Zivilisten fest. Der örtliche Befehlshaber, der Stadtkommandant Oberstleutnant Fritz Bandelow von der Division Großdeutschland, leitete ein Militärgerichtsverfahren ein, dem der SS-Sturmbannführer Rudolf Hoffmann als Richter vorsaß. Das Gericht verurteilte 36 der Gefangenen zum Tode, darunter einen 15-jährigen Jungen. Laut Aussage eines Augenzeugen waren die Verfahren nicht ordnungsgemäß. Den Angeklagten wurden demnach keine Möglichkeit der Verteidigung eingeräumt. Am 21. April 1941 wurden die ersten vier Zivilisten erschossen. Am darauffolgenden Tag wurden 18 Opfer auf einem Friedhof erhängt und 14 weitere an der Friedhofsmauer durch ein Exekutionskommando des Regiments Großdeutschland der Wehrmacht erschossen. [9][10]


Am 8. September 1939 erschossen Soldaten des IR 15 unter dem Befehl von Oberstleutnant Walter Wessel bei Ciepielów (s. Massaker von Ciepielów) 300 Kriegsgefangene des polnischen 74. Infanterie-Regiments unter der Anklage der Partisanentätigkeit. Wessel verstarb am 20. Juli 1943 an einem Unfall während einer Inspektionsfahrt in Italien, gegen andere Mitglieder der Einheit wurde 1971 ein Prozess eröffnet, der aufgrund von mangelnden Beweisen wieder eingestellt werden musste.


Gliederung am 20. November 1942

· LI. Armeekorps mit 71., 79., 295., 305. und 389. Infanterie-Division, kroat. Reg. 369, 100. Jäger-Division

· XIV. Panzerkorps mit 94. Infanterie-, 14. und 24. Panzer-Division, 3. und 60. Infanterie-Division (mot.)

· VIII. Armeekorps mit 76. und 113. Infanterie-Division

· XI. Armeekorps mit 44., 376. und 384. Infanterie-Division

· IV. Armeekorps mit 297. und 371. Infanterie-Division, sowie rumänische 20. Division[3]

Zwischen dem 31. Januar und dem 2. Februar 1943 stellte die 6. Armee den Kampf ein. Etwa 100.000 Soldaten der 6. Armee waren bis zum Ende der Kesselschlacht gefallen. Bis zum 24. Januar 1943 wurden 42.000 deutsche Verwundete, Kranke und Spezialisten ausgeflogen. 16.800 Wehrmachtsoldaten wurden nach sowjetischen Meldungen

vom 10. bis 29. Januar 1943 gefangen genommen. Bei der Zerschlagung des Kessels in den letzten Januar- und ersten Februartagen ergaben sich weitere 91.000 Soldaten und gingen in sowjetische Kriegsgefangenschaft; sie wurden auf Auffanglager rund um Stalingrad verteilt. Die Rote Armee war anfangs mit der Versorgung und Betreuung der Kriegsgefangenen völlig überfordert, da man bei der Schließung des Kessels um die 6. Armee lediglich von rund 90.000 Mann Gesamttruppenstärke ausgegangen war. Durch die unzulängliche Ernährung im Kessel waren die deutschen „Kampfverbände“ körperlich dermaßen geschwächt, dass von den rund 90.000 bei der Kapitulation in Gefangenschaft geratenen Kriegsgefangenen nur noch etwa 33.000 in Arbeitslager verbracht werden konnten. Die Mehrzahl war bereits nach wenigen Tagen in den Auffanglagern gestorben, viele aus Schwäche, aber auch an Verwundungen und Seuchen. Die Fahrt der gewöhnlichen Soldaten in die Arbeitslager (zum Wiederaufbau der Sowjetunion) erfolgte in ungeheizten Bahnwaggons. Verpflegung gab es nur jeden dritten Tag, sodass auch hier die Sterberate noch hoch war. Nur 18.000 Gefangene, Mannschaften und Unteroffiziere – gefangene Offiziere kamen in besondere Lager – sollen nach Angaben die Arbeitslager erreicht haben. Nur 6.000 Soldaten und Offiziere der 6. Armee überlebten die Jahre der Gefangenschaft und kehrten in die Heimat zurück.

Am 3. Februar 1943 flog Leutnant Herbert Kuntz als letzter Versorgungsflieger über Stalingrad und konnte keine deutschen Truppen mehr beobachten. Dieses Datum gilt als das Ende der 6. Armee. Allerdings orteten Piloten der deutschen Luftwaffe in der Steppe um Stalingrad noch bis Mitte Februar Kleinsttrupps von bis zu fünf Mann, die versuchten, zu den deutschen Linien zu gelangen.

Nach neueren Berichten kämpften noch bis Ende Februar 1943 rund 10.000 deutsche Soldaten, versteckt im Untergrund, in der völlig zerstörten Stadt. Einige hatten, nach der Spaltung des Kessels gegen Ende Januar, nicht von der erfolgten Kapitulation gehört, andere fühlten sich noch immer an den geleisteten Fahneneid gebunden.[4]

Die 6. Armee war neben ihrer Hauptrolle als Kampfverband auch in die Eroberungs- und Vernichtungspolitik des nationalsozialistischen Regimes in der Sowjetunion einbezogen und somit an der Vollstreckung dieser Politik beteiligt. Ihre Niederlage in der Schlacht von Stalingrad wurde von der nationalsozialistischen Propaganda zum Mythos eines heldenhaften Opfergangs erhoben. In der deutschen Nachkriegsliteratur wurde sie zu einer von ihrer Führung gewissenlos „verratenen Armee“.

Massenmord an Juden

Massaker von Babyn Jar uam

Bereits im August 1941 machte sich die 6. Armee wissentlich zum Komplizen des Genozids“, schreiben Bernd Boll und Hans Safrian, die die Blutspur der 6. Armee bis Stalingrad verfolgt haben.[5] In der Zeit von 1941 bis 1943 arbeiteten Oberkommando und Einheiten der 6. Armee mit der SS und den Einsatzgruppen des SD beim Massenmord an den Juden, bei der Bekämpfung von Partisanen und angeblichen Partisanen und bei der Aushungerung der Zivilbevölkerung zusammen.

Offiziere des XXIX. Armeekorps waren an der Planung des Massakers von Babyn Jar beteiligt, bei dem im September 1941 innerhalb von zwei Tagen über 33.000 Juden ermordet wurden. In Charkow bereitete das SS-Sonderkommando Sk 4a im Einvernehmen mit dem Generalstab und der Feldkommandantur eine „Judenaktion“ vor: im Dezember wurden mehr als 20.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Charkow in ein Barackenlager außerhalb der Stadt „evakuiert“ und anschließend von der SS erschossen oder in einem Gaswagen erstickt.[6] „Lange vor ihrem Angriff auf Stalingrad hatte die 6. Armee sich in eine genozidale Organisation verwandelt, zu deren Aufgabe die massenhafte Ermordung von Zivilisten gehörte“ stellt Erich Später zusammenfassend fest.[7]






Der Erste Weltkrieg, der Beginn der Schlachten


4.8.1914 gewaltsame Übergriffe in den Dörfern Visè, Bernceau und Battive bei Lüttich auf die Zivilbevölkerung. Angst vor Freischärlern verursachten Massenerschießungen von belgischen Zivilisten am 5. August. Bei den Repressalien fielen bis Oktober rund 6500 Zivilisten zum Opfern und kam es zu Brandschatzungen in der Stadt Löwen.

8. August Niederkämpfung der Festung Lüttich;

20. August Belagerung von Antwerpen.

Angriff auf Frankreich beginnt, Schlechren bei Saarburg, bei Longwy, in den Ardennen, an der Maas, zwischen Sambre und Maas und bei Schelde. 40.000 Franzosen durch Maschinengewehrfeuer.


Am 6. September begann die französische Offensive, Schlacht an der Marne, Rückzug des deutschen Angriffsflügels hinter die Aisne, Schlacht an der Aisne, die den Übergang in den Stellungskrieg einleitete. Der Schlieffenplan war gescheitert.


Erste Ypernschlacht 20. Oktober bis 18.November;

Am 22. April 1915 wehte ständig Nordwind deshalb wurde Gas am Nordteil des alliierten Frontbogens um Ypern angeblasen. Die Wirkung war deutlich gravierdender als erwartet.Die französische 87. , die 45. algerische Division flohen in Panik. Womit eine 6 Km breite Lücke in der alliierten Front auftat.

Der Frontbogen von Ypern konnte im Rahmen der Zweiten Flandernschlacht von den Briten und Kanadiern gehalten werden.


Winterschlacht in der Champagne Ende 1914 bis Ende März.

Giftgaseinsatz der Deutschen am ersten Tag der Zweiten Flandernschlacht am 22.April 1915, gilt als Geburtsstunde von modernen Massenvernichtungswaffen, neues Kapitel in der Geschichte der Kriegsführung.

(1.200 Tote und 3000 Verwundete, insgesamt 70.000 bei den Verteidigern und 35.000 bei den Angreifern). Es folgten alliierte Offensiven zwischen dem 22. September und 14.Oktober im Artois und der Champagne, die Herbstschlacht in der Champagne. Die Alliierten hatten Verluste bis zu

250 000 Mann. Das Jahr 1916 war das Jahr „der Hölle von Verdun“.

Vier Phasen:

4.März brachte starker Artilleriebeschuss die deutschen zum Stocken.

Zweite Phase Angriffe auf die Höhenzüge „Toter Mann“. Le-Mort-Homme. Die Höhe verlor durch Beschuss 6 Meter Höhe.

In einer dritten Phase wurde wieder auf die Einnahme von Verdun gelegt. Am 2.Juni erfolgte die Erstürmung von Fort Vaux. Am 23.Juni begann mit 78 ooo Mann ein Angriff auf der Linie Vaux- Fleury, der ebenfalls steckenblieb.

In einer vierten Phase bis zum 11.Juli darüber hinaus zu stoßen. Es entbrannten heftige Kämpfe um Fort Thiaumount südlich von Doaumont. Am Fort Souville, fünf KM nordöstlich von Verdun blieb der deutsche Angriff endgültig stecken. Falkenhayn befahl angesichts der am 1.Juli begonnen Angriffs der Alliierten an der Somme am 11. Juli die Einstellung der Offensive.

Im Herbst ging die französische Armee bei Verdun zur Gegenoffensive über. Am 24.Oktober wird das Fort Douaumont und Thiaumont und am 2. Dezember Fort Vaux eingenommen. Bis zum 16. Dezember eroberten die Franzosen sämtliche Gebiete zurück. Die Schlacht um Verdun forderte 337 000 Mann Verluste bei den Deutschen. Darunter 143 000 Tote , 377 000 Mann bei den Franzosen 377 000 Mann und darunter 162 000 Tote.

Auf dem etwa 30 Kilometer breiten und 10 KM tiefen Schlachtfeld waren mindestens 36 Millionen Granaten niedergegangen.


Das Kriegsjahr 1917 war gekennzeichnet durch den Kriegseintritt der Vereinigten Staaten und Hungerwinter in Deutschland, Frühjahrsrevolution in Russland und der Oktoberrevolution vom 24.Oktober bis 6.November. Bereits am 26.Oktober wurde von den neuen Machthabern das Diskret über den Frieden erlassen. Die Friedensverhandlungen wurden am 3. März 1918 abgeschlossen.

Die dritte Flandernschlacht vom 31.Juli bis 6.November mit erbitterten Käpfen in Passchendaele mit kanadischen Truppen kostete auf beiden Seiten 585 000 Soldaten das Leben.


Im Westen konnte der Krieg erst am 11. November 1918 durch ein Waffenstillstandsabkommen beendet werden.




Die Oberste Heeresleitung plante seit längerer Zeit einen strategischen Rückzug. Nach den schweren Verlusten der Somme-Schlacht des Jahres 1916 sollte die Front verkürzt werden, um so Menschen und Material einzusparen und für anstehende Offensiven an anderen Fronten freizumachen. Als die deutsche Armee von der geplanten Großoffensive der Entente Anfang 1917 erfuhr, beschloss man, die Frontverkürzung und den Rückzug durchzuführen. Ansonsten drohte eine Überforderung der eigenen Kräfte und der Durchbruch des Gegners. Systematisch wurden dabei alle Unterkünfte, Infrastruktur und Versorgungseinrichtungen zerstört und eine Bevölkerung von 125.000 Menschen im betroffenen nordfranzösischen Landstrich zwangsevakuiert. Die Vorbereitungen des Rückzugs verliefen unter der TarnbezeichnungAlberich“ vom 9. Februar bis 15. März, der Rückzug selber erstreckte sich auf drei Tage vom 16. bis zum 19. März 1917.[1]

Im Verlauf der Frühjahrsoffensive 1918 kamen die deutschen Truppen, ähnlich wie 1914 in der Schlacht an der Marne, Ende Mai 1918 erneut auf 40 bis 50 Kilometer an Paris heran. Im Ergebnis bedeutete dieser Vorstoß aber lediglich eine Überdehnung der deutschen Frontlinien. Nach dem Scheitern der Offensive „Marneschutz-Reims“ Mitte Juli 1918 war das deutsche Heer endgültig in der Defensive. Zunächst kam es zur zweiten Schlacht an der Marne (15. Juli–6. August 1918). Am 8. August begann die Schlacht bei Amiens. Sie leitete die alliierte Hunderttageoffensive ein. Ende August und Anfang September wurden die deutschen Truppen im Sommeabschnitt auf ihre Ausgangsstellungen vor der Frühjahrsoffensive (Hindenburglinie) um St. Quentin zurückgedrängt. Ende September begann, eingeleitet durch die amerikanische Maas-Argonnen-Offensive, der Angriff auf die Siegfriedstellung.

Durchbruch der Siegfriedstellung von britischen Divisionen

Die Siegfriedstellung wurde am 27. September 1918 von britischen Divisionen durchbrochen. Da es östlich von ihr keine militärischen Befestigungsanlagen des Deutschen Reichs mehr gab, bestand seitdem die akute Gefahr, dass die deutsche Westfront zusammenbrechen würde. Der alliierte Sieg an der Siegfriedstellung war einer der Gründe, aus denen Generalquartiermeister Erich Ludendorff am 29. September 1918 die Einleitung von Waffenstillstandsverhandlungen und die Parlamentarisierung des Reiches verlangte.[2] Der strategische Rückzug war die einzige Möglichkeit, auf die Überlegenheit der Alliierten zu reagieren. Dabei war er nur als Provisorium für spätere Offensiven gedacht. Am 9. November 1918 wurde dem Drängen der OHL nach einem Waffenstillstand stattgegeben. Der Erste Weltkrieg war faktisch beendet.



Chronik

1914 Westfront

· 22.08.1914 - 25.08.1914: Eroberung von Namur

· 23.08.1914: Eroberung des Forts Marchovelette de-Cognelée und der Stadt

· 24.08.1914: Eroberung der Forts Maizeret, d’Emines, d’Andoy, Malonne, d’Héribert

· 25.08.1914: Eroberung der Forts de-Dave und Suarlée

Ostfront

· 05.09.1914 - 15.09.1914:Schlacht an den Masurischen Seen (Schlacht von Goldap - Angerburg)

· 04.10.1914 - 05.10.1914: Gefechte bei Opatow und Daom (Schlacht bei Opatow)

· 09.10.1914 - 20.10.1914: Schlacht bei Iwangorod (Teile)

· 22.10.1914 - 28.10.1914: Kämpfe an der Rawka

· 14.11.1914 - 15.11.1914: Schlacht bei Kutno

· 16.11.1914 - 15.12.1914: Schlacht bei Lodz

· 18.12.1914 - 16.07.1915: Schlacht an der Rawka-Bzura

· 18.12.1914 - 03.07.1915: XI. AK

1915

· 05.03.1915 - 16.03.1915: Schlacht bei Stolniki

· 13.07.1915 - 17.07.1915: Durchbruchsschlacht bei Przasuysz

· 13.07.1915 - 14.07.1915: Durchbruch bei Przasuysz

· 15.07.1915 - 16-07-1915: Durchbruch durch die Bogate-Stellung

· 18.07.1915 - 22.07.1915: Verfolgungskämpfe zum unteren Narew

· 06.07.1915 - 03.08.1915: Schlacht am Narew

· 23.07.1915 - 03.08.1915: Schlacht am Narew

· 25.07.1915 - 26.07.1915: Am Brut und bei Ciepielin

· 24.07.1915: Einnahme von Pultusk

· 04.08.1915 - 07.08.1915: Schlacht am Orz-Bach (Goworowo) (Schlacht bei Wonsewo)

· 08.08.1915 - 10.08.1915: Schlacht bei Ostrow

· 11.08.1915 - 12.08.1915: Schlacht bei Tschishew - Sambrow

· 12.08.1915 - 18.08.1918: Verfolgungskämpfe am oberen Narew und Nurzec (Verfolgung bis an die Biala)

· 19.08.1915 - 25.08.1915: Schlacht bei Bielsik

· 26.08.1915 - 05.09.1915: Verfolgungskämpfe am Swilocz und an der Naumka-Werecia

· 01.09.1915 - 30.09.1915: Verfolgung vom Njemen zur Beresina

· 03.09.1915 - 13.09.1915: Kämpfe um den Kotra-Abschnitt, bei Skibel und Lawna

· 01.09.1915 - 16.09.1915: XI. AK

· 06.09.1915 - 07.09.1915: Schlacht bei Wolkowyjzk (Schlacht am Roß-Bach) · 12.09.1915 - 17.09.1915: Schlacht an der Szczara und Jelnica

· 17.09.1915 - 27.09.1915: Verfolgungskämpfe in den litauischen Sümpfen

· 17.09.1915 - 19.09.1915: XI. AK

1916 Westfront

· 10.03.1916: Erstürmung des Berges bei La Ville-aux-Bois

1917

· 15.03.1917 - 05.04.1917: Stellungskämpfe an der Aisne

· 01.04.1917 - 25.09.1918: Stellungskämpfe vor Verdun

· 06.04.1917 - 27.05.1917: Doppelschlacht an der Aisne und in der Champagne

· 28.05.1917 - 08.07.1915: Stellungskämpfe am Chemin-des-Dames

· 12.08.1917 - 09.10.1917: Abwehrschlacht bei Verdun

1918

· 01.02.1918 - 20.03.1918: Stellungskämpfe im Artois und Aufmarsch zur „Großen Schlacht in Frankreich“

· 21.03.1918 - 06.04.1918: Große Schlacht in Frankreich

· 24.03.1918 - 25.03.1918: Schlacht bei Bapaume

· 07.04.1918 - 07.08.1918: Kämpfe an der Ancre, Somme und Avre

· 24.04.1918 - 26.04.1918: Schlacht bei Villers-Bretonneux, an Luce und Avre

· 08.08.1918 - 20.08.1918: Abwehrschlacht zwischen Somme und Avre

· 21.08.1918 - 02.09.1918: Abwehrschlacht zwischen Scarpe und Somme

· 22.08.1918 - 02.09.1918: Schlacht Albert - Péronne

· 08.09.1918 - 08.-10.1918: Abwehrschlacht zwischen Cambrai und St. Quentin

· 20.10.1918 - 04.11.1918: Kämpfe in der Hermannstellung an der Schelde

· 11.11.1918 - 19.12.1918: Räumung des besetzten Gebietes und Marsch in die Heimat