Die Hauptverkehrsader Frankfurter Straße



Die Frankfurter Straße wurde stetig erweitert, auch die Anhöhe zum Weinbverg hinauf wurde oft verbreitert. Wiederaufbau nach dem Krieg wurde in den 1960er Jahren abgeschlossen.

Die Frankfurter Straße wurde ständig verbreitert und den Verkehrsbedürfnissen angepaßt. Auch die Straßenbahn brauchte Platz, sie fuhr am 14. Dezember 1898 in Kassel. In der Frankfurter Straße begann der Straßenbahnverkehr am 15. September 1900  bis zur Tischbeinstraße. Zuerst auf  Pferdebetrieb eingestellt, später fuhr man dann mit der "Elektrischen". In jenen Tagen gehörten die Gleisverlegungsarbeiten zum Stadtbild auch zwischen Kassel und Niederzwehren. 1911 wurde die "Grüne Linie" (damals waren die Linien zuerst farblich gekennzeichnet, bevor sie nummeriert wurden) zwischen Rothenditmold - Königsplatz und Frankfurter Straße, dann wurde die  Linie 8 zwischen Bahnhof  Kassel-Königsplatz und Frankfurter Straße (Park Schönfeld) in Betrieb genommen. 1913 erfolgte die Verlängerung nach Niederzwehren. Die Verbindungen wurden stetig ausgebaut. Nach der Linie 7 und 8 wurde noch eine Linie 9 eingesetzt, um die Verkehrsverbindung in alle Kasseler Stadtteile zu gewähr-leisten. 1929 wurde auch eine Omnibuslinie über die Frankfurter Straße nach Rengershausen eingeführt. 

Damaschkebrücke und Südtagente wichtige Verbindungswege

Heute bestimmt der Straßenverkehr das Leben in der Südstadt, Unfälle sind auf der Tagesordnung.

Nach dem  II. Weltkrieg wurde die Anbindung an die Autobahn, der  Bau der Südtangente und weitere Ausbaumaßnahmen an der Frankfurter Straße durchgeführt. Die wichtige Damaschkebrücke wurde erst 1963 fertiggestellt und so konnte man schneller die östlichen Stadtteile und die Bundesstraße nach Melsungen erreichen. Heute ist sie eine schnelle Verbindung zu den Messehallen und zum Freizeitgelände Bugaaue.

In den 1920er Jahren; Einfahrt Landaustraße - Wiederaufbau, Foto 1989, die Zerstörung ist erkennbar.

Vom Verwaltungsausschuß zum  Stadtteilparlament

Bis zur Kommunalwahl 1979 hatte sich der Verwaltungsausschuss als Vorläufer der Ortsbeiräte für die Belange des Stadtteils eingesetzt. 1976 stellte er nach einer Bestandsaufnahme einen Forderungskatalog auf, der dem Magistrat vorgelegt wurde: Zwei neue Kindergärten im Bereich Menzelstraße und im Auefeld wurden gefordert. Es wird ebenfalls beklagt, daß Jugendräume und Altenräume fehlen. 1976 gab es drei größere Baumaßnahmen, deren Verwirklichung, eine Verbesserung für den Stadtteil brachten. a) Ausbau des Weinbergs, stadteinwärts mit mindestens drei Fahrspuren; b) Ausbau der Südtangente zur Entlastung der Innenstadt; c) Herrichtung der Heinrich-Heine-Straße. Im schulischen Bereich gab es den Bau der Auefeld-Turnhalle, die Friedrich-Wöhler-Schule wurde saniert. Helmut Flohr, Verwaltungsausschussvorsitzender berichtete, daß die Turnhalle an der Auefeldschule vor der Vollendung steht und daß der Verwaltungsausschuss demnächst zu einer Bürgerversammlung in dieser Halle einladen wird. Auf dieser gefordert wurde, daß Ersatz für den Wegfall des Sportplatzes an der Hofbleiche wegen der Verbreiterung der Frankfurter Straße geschaffen werden muß. Einen besonderen Schwerpunkt nahmen Anlagen für Freizeit und Erholung ein, wobei die Karlsaue im Mittelpunkt stand. Im Zuge der Bundesgartenschau 1981 konnten viele Wünsche erfüllt werden. Dem Verwaltungsauschuß gehörten zuletzt an: Helmut Flohr, Konrod Kirschner, Elisabeth Merle, Egon Roppel und Fritz Staub (SPD-Fraktion), aus den Reihen der CDU kamen: Dr. Joachim-Heinrich Balde, Wolf-Heiner Bayertz und Walter Gerhold, sowie August Brecht
(FDP). Die herausragenden Themen waren die Kindergärten und Komunikationsräume, der Straßenbau (Ausbau Weinberg und Südtangente, Heinrich - Heine - Straße), schulische Baumaßnahmen, Karlsaue und Freizeitanlagen an den Baggerlöchern.

Frankfurter Straße/ Kreuzung Ludwig-Mond-Straße        -      Frankfurter Straße 129 - 141.

Die Südstadt aus der Sicht des Stadtverordneten Manfred Nieft

Manfred Nieft berichtete 1976: "Niemand fühlt sich als "Südstädter", sondern man wohnt im Auefeld, in der Frankfurter Straße oder im Philosophenweg" Er führte das auch darauf zurück, daß seit Jahrzehnten die Frankfurter Straße unseren Stadtteil durchschneidet. Durch Tischbeinstraße und Ludwig - Mond - Straße als wichtige Ausfallstraßen sind weitere Zerteilungen der Wohnbeziehungen erfolgt.  Das Stadtparalment beschloss, daß der nächste städtische Kindergarten mit Hort in der Südstadt (an der Menzelstraße) gebaut wird. Diese Forderung hatte die SPD-Stadtverordnete Mechthild von Lutzau als jugendpolitische Sprecherin 1976 durchgesetzt. Am 20.11. 1976 konnte der Schul- und Vereinssport von der neuen Turnhalle an der Auefeldschule Besitz ergreifen. Fazit: Die Bürger selbst haben sich dafür stark gemacht, daß es sich in unserem Stadtteil wohnen läßt. 


           Frankfurter Straße, Beethovenstraße                                          Frankfurter Straße 129 - 141

1979 werden Ortsbeiräte gewählt

Ortsvorsteher waren bisher: Herbert Matzat (1979 bis 1992), Klaus Schneider (1992 bis 1994), Dr. Michael von Rüden (1994 bis 1997) und  Harald Doenst (seit 1997). Nahtlos ging die Arbeit vom Verwaltungsausschuß auf den Ortsbeirat Süd über. Viele Aufgaben sind noch nicht bewältigt und die Arbeitsschwerpunkte sind auch weiterhin durch den Bau der Südtangente und die Durchführung der Bundesgartenschau 1981 auf dem Gebiet der Südstadt bestimmt. Immer wieder ist der anwachsende Autoverkehr, jetzt von der Südtangente kommend, ein Thema, und im Wohnviertel selbst gibt es Parkplatznot für die Anlieger. In Höhe der Post wurde auf Initiative des Ortsbeirates (OBR) 1992 eine Ampelanlage eingeweiht, so daß jetzt ein gefahrloses Überqueren der Frankfurter Straße  zwischen Post und Landaustraße möglich ist. Um den Schleichverkehr in den Griff zu bekommen wurden alle Nebenstraßen, die von der Frankfurter Straße abzweigen, zu verkehrsberuhigten Zonen erklärt. Offen ist auch noch eine bessere Gestaltung des Auestadion-Vorplatzes und ungelöst immer noch die fehlenden Jugendräume, denn auch die Aufstellung eines Containers keine Alternative dar. Besonders die Gestaltung des Platzes vor der Auefeldschule beschäftigte den OBR intensiv. 2004 ist es soweit: der Brückner-Kühner-Platz ist umgestaltet und wurde mit einem Fest den Bürgern übergeben. Auch die Sanierung des baufälligen Hauses Frankfurter Straße 131 wird 2004 durchgeführt und es werden neue, sehr moderne Wohnungen errichtet. Die Sanierung des ehemaligen Henschelgartens stand ebenso auf der Tagesordnung wie die Verbesserung der Radwege. Die verkehrsberuhigten Maßnahmen in der Menzelstraße, die mit Hilfe der Kunsthochschule gestaltet wurden, war ein Ereignis. ob Drachen oder Einhorn, die Menzelstraße wurden etwas ganz besonderes und die Kunsthochschule wurde dadurch im Stadtteil sichtbar. Leider mussten die Figuren vor einigen Jahren wegen erheblicher Gefährdung abgebaut werden.

Die Frankfurter Straße wird Behörden-und Gewerbestandort


Langjährige Geschäfte in der Frankfurter Straße, Haberland und Spohr - über Generationen-heute eine Seltenheit

In der Raiffeisen - und Knorrstrasse entstand neben der Frankfurter Straße ein Behörden- und Gewerbestandort, der eine sehr gute Autobahn- und Stadtanbindung hat und über eine Vielzahl von Mitarbeitern verfügt. Am Ende der Knorrstraße erhebt sich das Kommunale Gebietsrechenzentrum (KGRZ) mit 150 Mitarbeitern, daneben das Staatliche Amt für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik Kassel und die Baustoff + Boden - Prüfstelle Kassel, sowie das Technische Überwachungsamt Hessen (TÜH). Am 5.1.1970 wurde das KGRZ gegründet und dafür Büroräume in der Fünffensterstraße angemietet. Das Verwaltungsgebäude des  KGRZ wurde am 15.12.1972 vom damaligen Ministerpräsidenten Albert Oswald übergeben und 1985 und 1990 erweitert. Jetzt konnten Daten vom Einwohnmeldeamt, Finanzwesen, Sozialwesen, Lohn-Gehaltsabrechnungen, KFZ-Zulassungswesen und Statistik erfaßt und verarbeitet werden. Auch bei Wahlen steht das KGRZ im Mittelpunkt als Rechnungszentrum. Mit dem Amtsantritt von Hans Eichel als Ministerpräsident wurde auch die Stadt, Landeswohlfahrtsverband, fünf nordhessische Landkreisgemeinden und 115 kreisangehörige Städte und Gemeinden als Mitglieder gewonnen. Das Land kam 1990 hinzu. Das KGRZ wurde kommunalisiert und mußte sich dem Wettbewerb stellen.
Die Druckerei Foto-Litho Jäger und die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, Ortsverband Kassel, sind hier ebenso beheimatet wie der Spielgeräte Hersteller Aukamp. In der Raiffeisenstraße gibt es den Verlag Heinrich Vogel und die Industrielackiererei Karl Hucke mit dem Auto-Shop-Süd. Beherrscht wird aber die Straße durch das Hotel "La Strada" als größtes Hotel der Südstadt und das Autohaus Rößler war hier bis 2007 beheimatet (hier bekommt 2010 die Südstadt ein neues Hotel, La Strada-Chef Auekam plant auf dem ehemaligen Autohaus -Gelände ein zweites Haus für 500 Betten, dann ist das Hotel das größte der Stadt), daneben der Reifendienst Stinnes (Ford-Niederlassung). In der Heckerwiesenstraße befindet sich der italiensiche Großhandel "da Cocca". Gegenüber der Raiffeisenstraße befindet sich die "HNA" an der Frankfurter Straße mit der Druckerei und Verlag Dierichs, die heute das Bild vor dem Bahnhof Niederzwehren prägt.  Am Bahnhof Niederzwehren befindet sich seit 1907 die Firma Berghöfer. In der Frankfurter Straße 108 war die Firma Polyma ansässig, 2010 eröffnet hier ein neuer Edeka Markt. Viele kleine und mittlere Unternehmen sind in der Geschäftsstraße Frankfurter Straße zu Hause.

Die Giesewiesen  (oben) sind heute zwischen Südtangente, Auestadion, Frankfurter Straße und Niederzwehren bebaut..                         Vorn das Gelände der HNA, Bildmitte die Gewerbeflächen 1955 mit der Firma Berghöfer.

Das größte Gebäude ist das "Versorgungsamt".

Die originäre Aufgabe der Versorgungsverwaltung ist die Betreuung und Versorgung von Kriegsbeschädigten und deren Hinterbliebenen. Die Versorgung bezieht sich auf die teilweise oder vollständige materielle Absicherung, abhängig von der Minderung der Erwerbsfähigkeit. Darüber hinaus kann Heil- und Krankenbehandlung gewährt werden. Rechtsgrundlage ist das Bundesversorgungsgesetz. Neben der Durchführung des Soldatenversorgungsgesetzes (Bundeswehr), des Zivildienstgesetzes werden versorgungsberechtigte nach dem Gesetz über die Opfer von Gewalttaten betreut. Somit entwickelt sich das Versorgungsrecht für Kriegsopfer zu einem Sozialen Entschädigungsrecht, das für verschiedene Gruppen von Gesundheitsgeschädigten eine Fülle von Ansprüchen auf Nachteilsausgleiche vorsieht. Hinzu kamen die Aufgaben, die sich aus dem Schwerbehindertengesetz von 1974 ergaben, das 2001 durch das Neunte Buch des Sozialgesetzbuches (SGB IX - Schwerbehindertenrecht) ersetzt worden ist. Aufgabe der Versorgungsverwaltung ist die Schwerbehinderteneigenschaft und eventuell Nachteilsausgleiche festzustellen sowie Ausweise und Beiblätter zum Ausweis auszugeben. Die besonderen Interessen und Bedürfnisse alter Menschen sowie pflegebedürftiger und behinderter Volljähriger, die nicht nur vorübergehend in Heimen untergebracht sind, schützt das Heimgesetz. Am 1. Januar 1986 trat das Bundeserziehungsgeldgesetz (BErzGG) als zentraler Bestandteil eines Pakets familienpolitischer Maßnahmen in Kraft. Mit dieser Aufgabe wurde in Hessen ebenfalls die Versorgungsverwaltung betraut. Im Laufe der Zeit hat sich die Versorgungsverwaltung mehr und mehr zu einer allgemeinen Sozialleistungsbehörde entwickelt. Deshalb erfolgte zum 1. Oktober 1993 die Umbenennung in :"Hessisches Amt für Versorgung und Soziales." Das Amt, Frankfurter Straße 84, hat etwa 170 Mitarbeiter, angegliedert ist die "Orthopädische Versorgungsstelle", Außenstelle Kassel" mit etwa 20 Mitarbeitern.

Landwirtschaftliche Sozialversicherung

Wer als Besucher Kassels von der Südtangente kommt und in Richtung Innenstadt fährt, wird sofort nach Einbiegen in die Frankfurter Straße auf der linken Seite das neue große Verwaltungsgebäude der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung Hessen (LSV) erkennen. Als Dienstleister der Land - und Forstwirtschaft will die LSV den Standort Kassel stärken und investierte hier 2,5 Millionen Euro. Der Gebäudekomplex wurde im Juni 1997 eröffnet und bietet über 400 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz. Unter dem Dach des LSV sind fünf Sparten vereint: Land - und Fortwirtschaftliche Berufsgenossenschaft, Altersklasse, Kranken- und Pflegeversicherung, sowie die Gemeinnützige Haftpflicht Versicherungsanstalt Darmstadt, eine Tochter der Berufsgenossenschaft.


Die Frankfurter Straße - geschlossene Wohnhausbebauung

Frankfurter Straße 59 bis 71                                                                           Frankfurter Straße 77

Die fünfstöckige Mietshausbebauung, typische Großstadtbebauung des Anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts, alle Stockwerke mit einer Raumhöhe von ca. 3.20m – 3.50m. Ein sozialer Mikrokosmos:  im Erdgeschoss Läden, im 1. Obergeschoss Wohnung des Ladenbetreibers, in übrigen Geschossen Mietswohnungen der  besser gestellten Bürgern, je höher desto kleiner die Finanzkraft der Mieter.
Im Hinterhaus Mietswohnungen für Arbeiter, oft Wäschereien im  Erdgeschoss, etc.
Auffällig ist der symmetrische Aufbau der Fassaden: Mittelpartie betont durch einen Erker mit einem Giebel in unterschiedlichsten Form. Der  Symmetrie der Fassade  untergeordnete beidseitige Anordnung der Fenster bzw. Loggien oder Balkonen in zweier Gruppen, Fenstergewänder ausgestattet mit unterschiedlichem Dekor. Fenster in oberstem Geschoss, dem damaligen Kanon entsprechend, schmaler als die unteren, um den oberen Abschluss des Gebäudes etwas kleinteiliger  aussehen zu lassen, aber auch um die Ausstattung der obersten Wohnungen im Unterschied zu unteren Geschossen der Mietshöhe entsprechend zu staffeln.
Die Eckhäuser zeichnen sich durch Ihre aufwändige Gestaltung mit den schon erwähnten Elementen wie Erker, darüber liegendem Giebel, symmetrischen Anordnung der Fenster, meistens in zweier Einzelfenster-Gruppen, aber auch mit spielerischen Ansätzen wie zweiteilige Fenster neben einem Einzelfenster im Eckhaus Frankfurter Strasse 155.  Die Eckhäuser betonen durch Ihre Gestaltung die Ecklage ohne eine der Seiten hervorzuheben. Ab der heutigen Kreuzung Frankfurter Straße/Ludwig- Mond- Straße wird die Frankfurter Straße vierstockig, ein Anzeichen für die niedriger werdende Bebauung mit der wachsenden Entfernung vom Stadtzentrum.   



 1928: Das Frankfurter Tor Viertel

Soziale Struktur durch den Krieg zerstört

Die Kriegszerstörungen und der Wiederaufbau einiger Häuser an der Frankfurter Straße lassen den Prunk der Straße an einigen Stelle verschwinden. Die reduzierte Geschoßhöhe aber vor allem die niedrigere Traufhöhen  unterbrechen die einheitliche Höhe der Häuserzeilen, reißen die Lücken in die harmonische Straßenkrone ein. An manchen Stellen ist der Fassadendekor abgeschlagen, die Fenster der Erdgeschosszone zur endlosen eckigen Schaufensterreihen umgebaut, die die Logik und Eigenständigkeit der einzelnen Häuser verkennen. Die Gestaltung  der Nachkriegsbauten entspricht lediglich der primären Funktionen der Bauwerke:  einer einfachen, überdachten Hülle. Das Alles ist ein Anzeichen des Verfalls der einst Eigenständigen Straße, ist aber auch ein Anzeichen der Verlagerungen der städtischen Funktionen in andere Stadtgebiete und vor allem die Änderung der sozialen Struktur. 

Jugendstil - Eklektiszismus im Südviertel



Die vielen Häuser im Beamtenviertel weisen mehr oder weniger starke Einflüsse des herrschenden
Baustils ihrer Entstehungszeit, des Jugendstils auf. Es gibt aber  welche und die sind in der Mehrzahl anzutreffen, die sich mit historisierendem Dekor des Vorstils, des Historismus, aber auch des Eklektizismus schmücken.

Die Villa Rieck in der Heckerstraße, Bildmitte, wurde vom Architekten Rieck 1887 erbaut.

Das Riecksche Haus, Heckerstraße 32,  ist das beste Beispiel für Neogotik.
Einige von den Jugendstilhäusern  wie z. B. Frankfurter Straße 62 sind Zweckbauten, hier Mietshaus, die lediglich das Schablonendekor des Jugendstils verwenden: flächenhafte, florale Verzierungen in Brüstungsbereichen der Fenster, Die anderen Häuser wie z.B. Johannesstraße 5 und 7 sind viel anspruchsvoller in der Fassadengestaltung. Hier treffen wir die asymmetrische Fassadenstruktur,    graziler verwendete Dekorelemente wie  Löwenkopf, Eulengestalt, Fratzen (Frauen-, Männermasken), Linearschmuck der Traufpartie und konkav geformte Traufe im Haus Johannesstraße 5. Hier ist auch das Dach im einen weitgehenden Originalzustand erhalten, was leider im Haus Johannesstraße 7 nicht der Fall ist, wo auch die markanten Giebel und der Dachturm verloren gegangen sind. Eine der reifsten Bauten in der Gestaltung des Jugendstils sind Häuser Julienstraße 7 und 4, besonders das Haus Nr. 4 mit einer organisch geformten Traufattika, eleganten Balkongeländern und einer stilechten Schräge der nord-westlichen Hausecke. Dieses Haus ist  durch sein Äußeres „aus einem Guß“ in bester Manier des Jugendstils ausgeführt. (von Jacek Derlatka)

Frankfurter Straße 1910, Ecke Heckerstraße mit Blick zu der Henschelvilla.